Interview

... mit Jesús Muñoz Morcillo

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?
Stephan von Huene war ein Medienkünstler der ersten Stunde, als es den Begriff nicht einmal gab. Die Auseinandersetzung mit seinem Oevre... >>>
... mit Jesús Muñoz Morcillo

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?
Stephan von Huene war ein Medienkünstler der ersten Stunde, als es den Begriff nicht einmal gab. Die Auseinandersetzung mit seinem Oevre zeigt, dass er dem Kunstgeschehen seinerzeit gewachsen war. Konzeptuell ist er immer noch hochaktuell: Wer ihn versteht, der kann heutige ästhetische Diskurse problemlos nachvollziehen. Es ist, ehrlich gesagt, fast eine ›Schande‹, dass es so lange gedauert hat, bis die erste Monographie über ihn erschienen ist.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?
Mein Buch leistet einen Beitrag zum ganzheitlichen Verständnis von Stephan von Huenes Oeuvre vor dem Hintergrund seiner Zeit. Es wird u.a. die These aufgestellt, dass sein Universalismus ihn zu einem Außenseiter werden ließ. Die Weichen für eine kritische Rezeption sind jetzt gestellt. Außerdem ist meine ›material-ikonologische‹ Analyse der Klangskulptur ›Sirenen Low‹ ein Plädoyer für eine empirische Wende in der Kunstwissenschaft.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?
Ich bin der Meinung, dass die Rezeption von komplexen, schwer zu vermarktenden Künstlern per se langsam abläuft. Dieser Umstand verschlechtert sich, wenn die Identifizierung und Verbreitung von neuen ›vermarktbaren‹ Diskursen priorisiert werden. Die Lust am Kunstobjekt wird meiner Meinung nach oft vernachlässigt. In meinem Buch erprobe ich eine hermeneutische Methode, welche die Relevanz des Details fördert und das Kunstwerk ins Zentrum des Diskurses stellt.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?
Ich würde mit jedem darüber reden, der Interesse dafür hat. Es werden sich sicherlich Gespräche mit neuen und erfahrenen von Huene-Forschenden ergeben, wie z.B. Yannis Hadjinicolaou, Johannes von Müller, Alexis Ruccius, Petra Oelschlägel, Marvin Altner, Martin Warnke, Achatz von Müller oder Horst Bredekamp. In den USA würde ich u.a. Joan La Barbara für ihr ausführliches Radio-Interview mit Stephan von Huene danken. Und nicht zuletzt würde ich sehr gerne mit Kunststudierenden darüber reden.

5. Ihr Buch in einem Satz:
Mein Buch ist ein Reiseführer für aufmerksame Geister: Im scheinbar Trivialen wartet oft das Wunder der unermesslichen Anmut auf seine Entdeckung. <<<


Jesús Muñoz Morcillo

Elektronik als Schöpfungswerkzeug

Die Kunsttechniken des Stephan von Huene (1932-2000)

Der deutsch-amerikanische Künstler Stephan von Huene (1932-2000) gehört zu den Medienkünstlern der ersten Generation, die sich der Elektronik als Schöpfungswerkzeug bedienten. Sein Oeuvre entfaltet sich im Spannungsfeld zwischen Figuration, Akustik, Kinesik und Kommunikationstheorie. Jesús Muñoz Morcillo liefert die erste Monografie, die sich dem Werk von Huenes systematisch widmet und dieses – mit Blick u.a. auf John Cage und La Monte Young – kunsthistorisch einordnet. Die hermeneutische Analyse der letzten großen Arbeit von Huenes (Sirenen Low, 1999) liefert die Grundlage für drei umfangreiche Deutungskreise, die sich jeweils den figurativen, akustischen und systemischen Aspekten seines Werkes zuwenden.


 
Autorenbild Muñoz Morcillo, Jesús

Jesús Muñoz Morcillo, geb. 1977, ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am ZAK | Zentrum für Angewandte Kulturwissenschaft und Studium Generale am Karlsruher Institut für Technologie (KIT). Der Altphilologe und Kunstwissenschaftler promovierte 2015 bei Prof. Dr. Beat Wyss an der Staatlichen Hochschule für Gestaltung Karlsruhe. Seine Forschungsschwerpunkte sind Kunst, Literatur und Wissenschaftsforschung.

Homepage:
Jesús Muñoz Morcillo: HfG Karlsruhe
Jesús Muñoz Morcillo: www.researchgate.net
Jesús Muñoz Morcillo: Karlsruher Institut für Technologie

Kunstwissenschaft, Medientheorie, Philosophie, Medienkunst

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08/2016, 376 Seiten, kart., zahlr. Abb.
ISBN 978-3-8376-3626-0

Artikel-Nr.: 3626

-3626-0: Morcillo, Elektronik als Schöpfungswerkzeug

Die Kunsttechniken des Stephan von Huene (1932-2000)

 

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08/2016, 376 Seiten
ISBN 978-3-8394-3626-4

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