Interview

... mit den Herausgebern

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?
Was Gerechtigkeit ausmacht, wird in der Wissenschaft oft sehr theoretisch und normativ diskutiert. Selten wird gefragt, was Rechtsbetroffene eigentlich unter... >>>
... mit den Herausgebern

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?
Was Gerechtigkeit ausmacht, wird in der Wissenschaft oft sehr theoretisch und normativ diskutiert. Selten wird gefragt, was Rechtsbetroffene eigentlich unter welchen Umständen für gerecht halten. Die Sozial- und Kulturanthropologie nähert sich dem Gerechtigkeitsproblem über empirische Studien, in denen die Wahrnehmungen von Menschen der Ausgangspunkt von Gerechtigkeitstheorie werden. Dabei stellt sich heraus, dass Affekt und Emotionen viel mit den Gerechtigkeitserwägungen von Menschen zu tun haben. Das zu beleuchten, darum geht es in diesem Buch.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?
Neben dem Fokus auf Affekt und Emotionen bei der Bewertung von Legitimität und Gerechtigkeit, steuert dieser Band Fallstudien aus verschiedenen kulturellen Kontexten zum Thema Gerechtigkeitsgefühle bei. Außerdem wollen wir eine theoretische Brücke schlagen zwischen der sozialwissenschaftlichen Emotionsforschung und den kulturwissenschaftlichen Affect Studies, und deren Erkenntnisse in die Analyse rechtlicher und politischer Phänomene einbringen.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?
Es gibt bereits eine etablierte ›Law-and-Emotion‹-Forschung, zu der wir einen Beitrag leisten wollen. Worum es uns geht, ist das Thema von gefühlter Gerechtigkeit in ethnographischer Perspektive und im kulturellen Kontext zu diskutieren.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?
Mit allen, die sich dafür interessieren, warum Menschen etwas Bestimmtes für gerecht halten, anderes für ungerecht. Im akademischen Feld suchen wir den Austausch zwischen den Sozial- und Kulturwissenschaften, den Rechtswissenschaften, Politikwissenschaften sowie der praktischen Philosophie.

5. Ihr Buch in einem Satz:
Gerechtigkeit wird nicht nur gedacht, sondern auch gefühlt. <<<


Jonas Bens / Olaf Zenker (Hg.)

Gerechtigkeitsgefühle

Zur affektiven und emotionalen Legitimität von Normen

Was verbirgt sich hinter dem Begriff »Gerechtigkeitsgefühle«? Inwieweit spielt die gefühlte Legitimität von Recht eine Rolle? Um diesen Fragen auf die Spur zu kommen, mobilisiert der Band rechtsanthropologische, rechtssoziologische und kulturpsychologische Ansätze. In ethnographischen Fallstudien zu Madagaskar, zum Südsudan, zu Indonesien, Israel/Palästina, Peru, Uganda und Südafrika werden Gerichtssäle, Grenzübergänge, Besprechungsräume, Büros und offizielle Dokumente ebenso analysiert wie Alltagspraktiken, Mediendiskurse, Demonstrationen und Debatten in den Social Media.


 

Jonas Bens (Dr. phil., Dipl.-Jur.) ist wissenschaftlicher Mitarbeiter im DFG-Sonderforschungsbereich »Affective Societies« an der Freien Universität Berlin.
Olaf Zenker (Prof. Dr.) lehrt Sozialanthropologie an der Universität Fribourg und ist Projektleiter im DFG-Sonderforschungsbereich »Affective Societies« an der Freien Universität Berlin.

Homepage:
Jonas Bens: FU Berlin
Olaf Zenker: Uni Fribourg

Sozialanthropologie, Kulturanthropologie, Ethnologie, Rechtswissenschaften, Sozialpsychologie, Soziologie, Sozialwissenschaften, Kulturwissenschaft, Rechtssoziologie, Rechtsanthropologie, Rechtsethnologie, Politische Anthropologie

Print 34,99 €

09/2017, 270 Seiten, kart.
ISBN 978-3-8376-3693-2

Artikel-Nr.: 3693

-3693-2: Bens/Zenker (Hg.), Gerechtigkeitsgefühle

Zur affektiven und emotionalen Legitimität von Normen

 

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09/2017, 270 Seiten
ISBN 978-3-8394-3693-6

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