Autoreninterview

... mit Felix Koltermann

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?
Wir sind tagtäglich von journalistischen Bildern umgeben, wissen aber viel zu wenig über deren Entstehungsbedingungen. Dazu kommt, dass der... >>>
... mit Felix Koltermann

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?
Wir sind tagtäglich von journalistischen Bildern umgeben, wissen aber viel zu wenig über deren Entstehungsbedingungen. Dazu kommt, dass der Nahostkonflikt sehr kontrovers diskutiert wird und nicht selten Manipulationsvorwürfe an Medien und vor allem an Bilder aus der Region gerichtet werden. Hier genauer hinzuschauen, erschien mir notwendig.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?
Mein Buch zeichnet sich durch eine doppelte Perspektive auf den Fotoreporter als Akteur aus. Aus einer konfliktwissenschaftlichen Perspektive geht es um den Fotoreporter als Akteur im Konflikt, aus einer kommunikationswissenschaftlichen Perspektive um den Fotoreporter als Kommunikator. Die Kombination der beiden Perspektiven ermöglicht, fotojournalistisches Handeln im Konflikt umfassend zu diskutieren.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?
In aktuellen Debatten um Fotojournalismus und Kriegsfotografie lässt sich eine starke Fokussierung auf das Einzelbild beobachten, wodurch die sozialen Praktiken, die konstitutiv für die zu diskutierenden Bildwelten sind, weitgehend aus dem Blick geraten. Genau diese Praktiken sind Gegenstand meiner Forschung und wurden in Form einer Kommunikatorstudie herausgearbeitet.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?
Mit den Protagonisten und Protagonistinnen des Buches, die sich die Zeit genommen haben, mir aus ihrer Erfahrung im internationalen Fotojournalismus in Israel/Palästina zu erzählen.

5. Ihr Buch in einem Satz:
Die Strukturen des Fotojournalismus und damit auch das Handeln der Akteure ist immer abhängig vom politischen System und dessen Herrschaftsstrukturen. <<<


Felix Koltermann

Fotoreporter im Konflikt

Der internationale Fotojournalismus in Israel/Palästina

Das Handeln von Fotojournalisten in Konflikten stellt einen bisher wenig beachteten Teilbereich des Auslands- und Konfliktjournalismus dar. Felix Koltermann wirft erstmals in Form einer vergleichenden Kommunikatorstudie einen differenzierten Blick auf journalistisches Handeln internationaler, israelischer und palästinensischer Fotoreporter in Israel/Palästina. Ausgehend von 40 qualitativen Interviews arbeitet er Unterschiede in den Routinen und Praktiken der Nachrichten- und Dokumentarfotografie heraus und rekonstruiert den Einfluss des israelischen Besatzungsregimes auf die Akteure und Strukturen des internationalen Fotojournalismus in der Region.


 

Felix Koltermann, geb. 1979, ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Medien, Theater und Populäre Kultur der Stiftung Universität Hildesheim. Seine Forschungsschwerpunkte sind Fotojournalismus, visuelle Medienkompetenz, das Fotobuch im Zeitungsdruck und globale fotografische Kulturen.

Homepage:
Felix Koltermann: Uni Hildesheim

»Was meist untergeht, sind Fragen nach dem Entstehungsprozess der Bilder. Eines der seltenen Bücher, das sich genau mit diesen Fragen auseinandersetzt. Und leistet damit eigentliche Pionierarbeit. Bravo!«
Hans Durrer, http://durrer-intercultural.blogspot.de, 28.06.2017

Kommunikationswissenschaft, Friedens- und Konfliktforschung, Bildwissenschaft, Medienwissenschaft sowie die interessierte Öffentlichkeit

Print 49,99 €

03/2017, 458 Seiten, kart.
ISBN 978-3-8376-3694-9

Artikel-Nr.: 3694

-3694-9: Koltermann, Fotoreporter im Konflikt

Der internationale Fotojournalismus in Israel/Palästina

 

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03/2017, 458 Seiten
ISBN 978-3-8394-3694-3

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