Interview

... mit Jörg Rogge

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?
Kriege zählen immer zu den zentralen historischen Ereignissen, welche die Zeitgenossen geprägt haben. Dennoch beschreibt die Geschichtsschreibung diese... >>>
... mit Jörg Rogge

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?
Kriege zählen immer zu den zentralen historischen Ereignissen, welche die Zeitgenossen geprägt haben. Dennoch beschreibt die Geschichtsschreibung diese meist nur auf der militärgeschichtlichen oder politischen Ebene. Das persönliche Empfinden der betroffenen Personen, ihre Erfahrungen und Erzählungen können dabei nicht nur als Steinbrüche für die Ereignisgeschichte verwendet, sondern auch als narrative Produkte der gesellschaftlichen Verarbeitung von Kriegen gelesen werden.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?
Der Sammelband eröffnet dem Rezipienten eine neue Perspektive auf die narrative Form, wie Kriegserfahrungen erzählt wurden. Diese Erzählungen wurden so gestaltet, dass sie innerhalb ihrer Erzählgemeinschaft verstanden werden konnten. In dieser Hinsicht haben literarische Texte und autobiographische Texte die gleiche Funktion. Deshalb wird mit der Narratologie ein methodischer Zugriff auf die Texte vorgenommen, der sowohl für geschichts- als auch literaturwissenschaftliche Fragestellungen fruchtbar ist.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?
Die Begriffe ›Erfahrung‹ und ›Erzählen‹ werden bereits länger in den Historischen Kulturwissenschaften diskutiert. Doch wurden meist theoretische Herangehensweisen geprüft, um historische und gegenwärtige Körperkonzepte zu verstehen. Die Beiträge in diesem Buch gehen von den narrativen Zeugnissen aus und entwickeln geeignete analytische Kategorien an den Texten selbst.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?
Mit Psychologen und Erzählforschern sowie Historikern, um die Reichweite und den heuristischen Ansatz der im Buch präsentierten Methode weiterentwickeln zu können.

5. Ihr Buch in einem Satz:
»Kriegserfahrungen erzählen« – Ein gelungenes Beispiel für die fachübergreifende Zusammenarbeit von Historikern und Literaturwissenshaftlern. <<<


Jörg Rogge (Hg.)

Kriegserfahrungen erzählen

Geschichts- und literaturwissenschaftliche Perspektiven

Wie wurde im Mittelalter und in der Frühen Neuzeit von Kriegserfahrungen erzählt?
Die Beiträge des Bandes gehen dieser Frage auf innovative Art und Weise nach, indem sie geschichtswissenschaftliche und literaturwissenschaftliche Methoden miteinander verbinden. Mithilfe dieses interdisziplinären Ansatzes werden Erzählpraktiken und -strategien beleuchtet, die Gattungsgrenzen zwischen faktualen und fiktionalen Texten aufgelöst und damit die Erkenntnismöglichkeiten im Hinblick auf die Erfahrungsgeschichte erweitert.
Der Band ist nicht nur ein wegweisendes Werk der kulturwissenschaftlichen Forschung, sondern zudem ein Beispiel für gelungene und produktive interdisziplinäre Zusammenarbeit.


 

Jörg Rogge (Prof. Dr.) lehrt Geschichte des Mittelalters und Methoden der Geschichtswissenschaft an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Seine Forschungsschwerpunkte sind Theorie und Methode der historischen Kulturwissenschaften sowie Politik und Kultur des spätmittelalterlichen Europas. Er ist Sprecher des Forschungsschwerpunktes Historische Kulturwissenschaften der Universität Mainz.

Homepage:
Jörg Rogge: Uni Mainz

Geschichtswissenschaft, Historische Kulturwissenschaften, Literaturwissenschaft

Print 29,99 €

08/2016, 162 Seiten, kart.
ISBN 978-3-8376-3708-3

Artikel-Nr.: 3708

-3708-3: Rogge (Hg.), Kriegserfahrungen erzählen

Geschichts- und literaturwissenschaftliche Perspektiven

 

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Open Access Open Access

PDF-Download, 1,30 MB
08/2017, 162 Seiten
ISBN 978-3-8394-3708-7

CC BY NC ND

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