Klinisch rein

Zum Verhältnis von Sauberkeit, Macht und Arbeit im Krankenhaus

Sauberkeit Macht Arbeit. Mit den Fragen, wer für wen putzt und was unter »sauber« und »schmutzig« verstanden wird, sind viele grundlegende Themen verbunden. Diese ethnografische Studie zeigt, dass es bei dem Thema Sauberkeit auch in Krankenhäusern nicht nur um hygienische Reinheit geht, sondern zugleich um Fragen gesellschaftlicher Arbeitsteilung, um soziale Grenzziehungen, Geschlechterzuschreibungen und die (widerständige) Arbeit an sozialer Ordnung.

Käthe von Bose bietet einen detaillierten Einblick in die vielschichtigen Aushandlungen um Sauberkeit und Hygiene sowie die damit befassten Arbeiten von verschiedenen Krankenhausakteur_innen. So macht sie Reinigen als soziale Praxis und als Verdichtung gesellschaftlicher Machtfragen sichtbar.

34,99 € *

2017-03-27, 314 Seiten
ISBN: 978-3-8376-3811-0

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Käthe von Bose

Käthe von Bose, Universität Paderborn, Deutschland

... mit Käthe von Bose

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?

Saubermachen ist eine Tätigkeit, die wir alle aus dem Alltag kennen. Doch ist den meisten von uns nicht bewusst, wie sehr diese Praxis soziale Gefüge prägt. An Reinigen und Sauberkeit heften sich nach wie vor eine ganze Reihe von Zuschreibungen – in Bezug auf Geschlecht, aber auch auf Klasse und ›race‹. Mein Buch geht diesem Thema erstmals am Beispiel des Krankenhauses nach: dem wohl prototypischen Ort für Hygiene, an dem fast alle auf die eine oder andere Art damit zu tun haben.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Dass es in Krankenhäusern sauber sein sollte, ist so klar wie banal. Mein geschlechterkritischer ethnografischer Ansatz wirft einen anderen Blick auf das Thema: Was passiert in sozialer Hinsicht, wenn es im Krankenhaus um Reinheit geht? Ich zeige, dass Sauberkeit häufig Gegenstand der Aushandlung von Status und Hierarchie ist – zum Beispiel, wenn Vorgesetzte ermahnt werden, sauberer zu arbeiten, oder wenn Reinigungskräfte Debatten über Hygienemängel nutzen, um die Relevanz ihrer Arbeit sichtbar zu machen.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Das Buch schließt an viele aktuelle Debatten an und zeigt vor allem neue Verbindungen auf. So lassen sich mediale Diskussionen über ›Krankenhausinfektionen‹ kaum von dem historisch umkämpften Wissen über Hygiene und den sozialen Grenzziehungen trennen, die sich an die Differenz sauber/schmutzig heften. Und: Gute Care-Arbeit ist nicht nur von den Arbeitsbedingungen abhängig, sondern auch von der sozialen Bewertung von Tätigkeiten sowie der Frage, was in unserer Gesellschaft überhaupt als Arbeit gilt.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Zum einen natürlich mit Kolleg_innen aus den Gender Studies und aus qualitativ und ethnografisch forschenden Fachkontexten. Ganz besonders gerne aber auch mit Akteur_innen in Medizin, Pflege und Reinigung.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Bei Reinigungsarbeiten geraten Differenzsetzungen, Hierarchien und Handlungsmacht in Bewegung.

»Die Studie präsentiert eine beeindruckende Vielfalt unterschiedlicher ›Taktiken‹ , die aktiv zur Herstellung von ›hygienischen und sauberen‹ Räumen beitragen. An den vielschichtigen Szenarien des Krankenhausalltags zeigt sich zugleich, dass an Schmutz, Sauberkeit und dem Putzen(-Müssen) soziale Ordnung täglich performativ hergestellt, verschoben und neu justiert wird.«
Annelie Pentenrieder, H-Soz-u-Kult, 07.05.2018
»Thematisch ist es ein zentrales Buch für die Aufdeckung der Bedeutung von theoretischer und praktischer Sauberkeit im Krankenhaus und ist somit für alle Akteure aus dem Krankenhauskontext sowie Interessierte relevant.«
Carina Schiller, Dr. med. Mabuse, 3/4 (2018)
»Das Buch kann sowohl für alle Akteure im Krankenhauskontext als auch für andere in diesem Kontext forschende Personen hilfreich sein. Es bietet sowohl theoretisch fundiertes Fachwissen als auch plastisch dargestellte Empirie. Es schafft Verständnis für die Sicht der Akteure und verdeutlicht die Komplexität und Vielschichtigkeit dieses unterschätzten Themenfeldes.«
Helen Schneider, www.socialnet.de, 07.08.2017
Besprochen in:
Dr. med. Mabuse, 228 (2017)
Autor_in(nen)
Käthe von Bose
Buchtitel
Klinisch rein Zum Verhältnis von Sauberkeit, Macht und Arbeit im Krankenhaus
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
314
Ausstattung
kart.
ISBN
978-3-8376-3811-0
DOI
Warengruppe
1724
BIC-Code
JHBL JFSJ JFFM
BISAC-Code
SOC026000 SOC032000 SOC050000
THEMA-Code
JHBL JBSF JBFQ
Erscheinungsdatum
2017-03-27
Auflage
1
Themen
Arbeit, Geschlecht
Adressaten
Soziologie, Gender Studies, Kulturanthropologie/Europäische Ethnologie, Sozialwissenschaften, Kulturwissenschaften, Medizin, Medizinsoziologie
Schlagworte
Gender Studies, Gender, Ethnografie, Reinigung, Sauberkeit, Hygiene, Krankenhaus, Arbeit, Affekttheorie, Raumtheorie, Arbeits- und Industriesoziologie, Soziologie, Soziale Ungleichheit, Medizin

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