Interview

... mit Oliver Nakoinz

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?
Kollektive und der hiermit verbundene Kulturbegriff einerseits und geographische und soziale Netzwerke andererseits gelten nicht nur in der... >>>

... mit Oliver Nakoinz

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?
Kollektive und der hiermit verbundene Kulturbegriff einerseits und geographische und soziale Netzwerke andererseits gelten nicht nur in der Archäologie und der Altertumswissenschaft als konkurrierende Konzepte.
Diese polemische Gegenüberstellung hemmt eine fundierte Auseinandersetzung mit diesen beiden fundamentalen Konzepten. Die integrative Darstellung aus einer interdisziplinären Perspektive, die dieses Buch bietet, wird wichtige Impulse hin zu einer fruchtbaren Diskussion geben.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?
Der Archäologie helfen kollektivwissenschaftliche Ansätze, adäquatere Interpretationen archäologischer Beobachtungen zu finden. Insbesondere der Begriff der Multikollektivität spielt hierbei eine wichtige Rolle. In den Kollektivwissenschaften erscheinen Kulturen und Netzwerke nicht mehr als Gegensätze, sondern als komplementäre Ansätze. Die Kollektivwissenschaften können ihr Interpretationspotenzial mit einer sozialwissenschaftlichen Modellbildung voll entfalten.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?
Dieses Buch greift Schlüsselbegriffe auf, die in den fachlichen Diskursen derzeit stark diskutiert werden. Darüber hinaus ist ein transdiziplinärer Aspekt zu nennen. Die Wissenschaften, insbesondere die Geisteswissenschaften sind nach Jahrzehnten exklusiver Paradigmen in eine Phase eingetreten, in der Integrativität und Komplementarität einen dominanteren Platz einnehmen als Gegensätze. Dieses Buch versteht sich als Bestandteil dieser neuen Auffassung einer wissenschaftlichen Arbeitsweise.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?
Es ist naheliegend das Buch mit Vertretern der beteiligten Disziplinen zu besprechen. Reizvoller kann es jedoch sein, das Gespräch mit Wissenschaftler_innen anderer Fächer zu suchen und nach korrespondierenden Sichtweisen oder analogen Zusammenhängen zu fragen. Philosoph_innen, Soziolog_innen, oder Ökonom_innen könnten beispielsweise Gesprächspartner sein, die gänzlich neue Gesichtspunkte einbringen.

5. Ihr Buch in einem Satz:
Kollektive und Netzwerke werden als komplementäre Begriffe in der Archäologie und den Altertumswissenschaften dargestellt.

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Forschungsstelle Kultur- und Kollektivwissenschaft / Oliver Nakoinz (Hg.)

Zeitschrift für Kultur- und Kollektivwissenschaft

Jg. 3, Heft 2/2017

Die Zeitschrift für Kultur- und Kollektivwissenschaft ist ein Forum, das auf der Grundlage der Kulturwissenschaft eine Kollektivwissenschaft entwickeln möchte. Diese angestrebte neue Disziplin lenkt den Blick auf das Kollektiv als Kulturträger und dient damit zum einen der praktischen Kulturforschung und gewährt zum anderen neuartige Einblicke in das Wesen des Sozialen. Der weit gefasste Begriff des Kollektivs tritt an die Stelle der traditionellen Gruppen- und Gesellschaftskonzepte und macht bisher verborgene Schichten menschlicher Gemeinschaftlichkeit zugänglich.
Die Zeitschrift erscheint zweimal jährlich, wobei sich Themen- und Tagungshefte abwechseln.
Heft 3/2 widmet sich den Begriffen des »Kollektivs« und des »Netzwerks« in der Archäologie, wo sich in den letzten Jahren ein Paradigmenwechsel vollzogen hat. Es handelt sich um komplementäre Modelle von Interaktionsstrukturen, die jeweils unterschiedliche Vereinfachungen wählen. Die Beiträge dieses Bandes zeigen, wie sich die beiden Paradigmen mit Hilfe der theoretischen Grundlagen der Kollektivforschung integrieren lassen. Dieses disziplinenübergreifende Konzept liefert auch Impulse für die Forschung außerhalb der Archäologie und Altertumswissenschaften.


 

Die Forschungsstelle Kultur- und Kollektivwissenschaft ist eine wissenschaftliche Einrichtung der Fakultät für Sprach-, Literatur- und Kulturwissenschaften der Universität Regensburg. Sie widmet sich der Förderung der Kollektivwissenschaft und wird von der Universität und der Hansen-Stiftung finanziert.
Oliver Nakoinz (Dr. habil. rer. nat.), geb. 1969, ist Privatdozent an der Universität Kiel. Er lehrt und forscht auf dem Gebieten der quantitativen Archäologie und der vorrömischen Eisenzeit. Sein besonderes Interesse gilt Interaktionsstrukturen wie Kulturen und Netzwerken.

Homepage:

Forschungsstelle Kultur- und Kollektivwissenschaft: Zeitschrift für Kultur- und Kollektivwissenschaft
Oliver Nakoinz: Zeitschrift für Kultur- und Kollektivwissenschaft

Archäologie, Altertumswissenschaften, Ur- und Frühgeschichte, Kulturwissenschaften, Kollektivwissenschaften

Print 34,99 €

11/2017, 136 Seiten, kart., zahlr. Abb.
ISBN 978-3-8376-3823-3

Artikel-Nr.: 3823

-3823-3: ZKKW (Jg. 3, 2/2017)

Jg. 3, Heft 2/2017

 

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11/2017, 136 Seiten
ISBN 978-3-8394-3823-7

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