Autoreninterview

... mit Rita Rieger

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?
In der literarischen Beschäftigung mit Tänzen der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts manifestiert sich eine Neugierde und Experimentierfreude, die... >>>
... mit Rita Rieger

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?
In der literarischen Beschäftigung mit Tänzen der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts manifestiert sich eine Neugierde und Experimentierfreude, die kulturelle Offenheit sowie interdisziplinäre Kommunikation mit kritischer Selbstreflexion verbindet. Tanz wird so als eine kulturelle Praktik angesehen, in der technische, mediale und ästhetische Neuerungen genauso verhandelt werden wie Körperkonzepte, Geschlechterbilder oder das Verhältnis unterschiedlicher Wissensbereiche und Kulturen zueinander.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?
Die einzelnen Beiträge zeigen in ihrer Beschäftigung mit unterschiedlichen Tänzen die inhärente Dynamik von Kultur, Theorie und Kunst insbesondere in Literatur und Film auf. Neben Bewegungswissen werden dadurch immer auch ästhetische Implikationen von Tanz und seinen Darstellungsmodi thematisiert. Der Zeitraum lässt sich mit den Begriffen der Spannung, Elastizität und des grenzüberschreitenden Austauschs charakterisieren.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?
Der interdisziplinäre Band perspektiviert Bewegung in seiner konkreten physischen Dynamik, als Metapher künstlerischer Programme sowie als reflexive Denkfigur. Der innovative Aspekt der einzelnen Beiträge liegt in der Thematisierung von individueller und kollektiver ›Freiheit‹, die ausgehend von der Beschäftigung mit konkreter physischer Bewegung die Relevanz von ästhetischen, medialen und kulturellen Praktiken hinterfragt.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?
Am liebsten würde ich das Buch gemeinsam mit einigen Beiträger_innen in einer Diskussionsrunde mit Gabriele Klein, Gabriele Brandstetter und Isa Wortelkamp besprechen, um die kulturellen und ästhetischen Erkenntnisse von Bewegungspraktiken, die die einzelnen Beiträger_innen aufwerfen, über den Zeitraum (1900-1950) hinaus zu kontextualisieren sowie Perspektiven der Kultur-, Literatur- und Tanzwissenschaft zusammenzuführen.

5. Ihr Buch in einem Satz:
Bewegungsfreiheit lässt sich denken, sagen, tanzen – sie entgrenzt und schreibt zugleich kulturelle, politische, mediale und ästhetische Werte fest. <<<


Rita Rieger (Hg.)

Bewegungsfreiheit

Tanz als kulturelle Manifestation (1900-1950)

Ungewöhnliche Bewegungsmuster faszinieren von 1900 bis 1950 sowohl Kunst, Technik und Medizin als auch Alltagskulturen. Die in diesem Band versammelten Einzelanalysen tänzerischer Bewegungen in Ballett, Oper, Musical, Theater, Film und Literatur zeigen die dynamische Verbindung von ästhetischen, medialen und kulturpolitischen Ansprüchen, hinterfragen neben der Tanzästhetik tradierte Konzepte wie Körper, Bewegung, Sprache, Freiheit, Kunst und Kultur und bestimmen diese neu. Die Vielfalt an gleichzeitig in Nord- und Südamerika, Europa und Asien praktizierten Tänzen sowie ihre wandelbaren kulturellen Bedeutungszuschreibungen werden u. a. in Beiträgen von Inge Baxmann, Claudia Jeschke, Rolf Kailuweit, Astrid Poier-Bernhard, Anna Seidl und Frank Reza Links charakterisiert.


 
Autorenbild Rieger, Rita;(Hg.)

Rita Rieger (Mag., Dr. phil.) ist Romanistin. Sie lehrt und forscht am Zentrum für Kulturwissenschaften der Karl-Franzens-Universität Graz. Zu ihren Forschungsgebieten gehören u.a. spanische und französische Literatur der Moderne, Tanz-, Schreib- und Emotionsforschung.

Homepage:
Rieger

»Der Sammelband zeigt in der Auswahl seiner Beiträge eine ausgewogene Thematisierung, die anschaulich und gut begründet die Probleme, die Wünsche und die Hoffnungen der Generation dieser Zeit nachzeichnet.«
Peter Dahms, Tanzinfo Berlin, 11.04.2017

Literaturwissenschaft, Kulturwissenschaft, Philosophie, Tanzwissenschaft, Theaterwissenschaft

Print 39,99 €

02/2017, 344 Seiten, kart.
ISBN 978-3-8376-3831-8

Artikel-Nr.: 3831

-3831-8: Rieger (Hg.), Bewegungsfreiheit

Tanz als kulturelle Manifestation (1900-1950)

 

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02/2017, 344 Seiten
ISBN 978-3-8394-3831-2

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