Rita Rieger (Hg.)

Bewegungsfreiheit

Tanz als kulturelle Manifestation (1900-1950)

Ungewöhnliche Bewegungsmuster faszinieren von 1900 bis 1950 sowohl Kunst, Technik und Medizin als auch Alltagskulturen. Die in diesem Band versammelten Einzelanalysen tänzerischer Bewegungen in Ballett, Oper, Musical, Theater, Film und Literatur zeigen die dynamische Verbindung von ästhetischen, medialen und kulturpolitischen Ansprüchen, hinterfragen neben der Tanzästhetik tradierte Konzepte wie Körper, Bewegung, Sprache, Freiheit, Kunst und Kultur und bestimmen diese neu. Die Vielfalt an gleichzeitig in Nord- und Südamerika, Europa und Asien praktizierten Tänzen sowie ihre wandelbaren kulturellen Bedeutungszuschreibungen werden u. a. in Beiträgen von Inge Baxmann, Claudia Jeschke, Rolf Kailuweit, Astrid Poier-Bernhard, Anna Seidl und Frank Reza Links charakterisiert.

Inhalt

  1. Frontmatter

    Seiten 1 - 4
  2. Inhaltsverzeichnis

    Seiten 5 - 6
  3. Dance, freedom and movement. Reflections on cultural manifestations 1900-1950

    Seiten 7 - 30
  4. Bewegung, Rhythmus und labiles Gleichgewicht. Tanz als epistemologische Grundfigur der Moderne

    Seiten 33 - 52
  5. Die Bewegungsfreiheit des Librettisten. Jean Cocteau als Choreograph

    Seiten 53 - 66
  6. Metaphorisch und konkret. Zur Thematisierung von (Bewegungs-)Freiheit und Tanz bei Artaud

    Seiten 67 - 90
  7. Freedom and an aesthetic of freshness. Ramón Pérez de Ayala's critiques on theater

    Seiten 91 - 110
  8. Tango Argentino und seine Mode. Bewegungsfreiheiten und Kleiderordnungen

    Seiten 111 - 134
  9. Tanz des Lebens - Tanz des Todes. Hysterische Frauen und Kriegszitterer

    Seiten 137 - 158
  10. Delilah's Dance: Salomania and German-Jewish Orientalism

    Seiten 159 - 178
  11. Mime, Movement and Masks. The Narrative Technics of the Traditional Indian Dance

    Seiten 179 - 190
  12. »? détaché de ses équilibres ordinaires«. Zur Konzeptualisierung von Leichtigkeit in tanzästhetischen und poetologischen Reflexionen Paul Valérys

    Seiten 191 - 216
  13. Writing the Ephemeral. Expressionist Poetics and the Dancer's Presence and Disappearance

    Seiten 217 - 228
  14. ¿Novelas que bailan tango? - Die Funktion des Tangos in argentinischen Romanen der 50er Jahre und ihren Verfilmungen

    Seiten 231 - 252
  15. ¿Qué saben los pitucos, lamidos y shushetas? Der argentinische Tango und das Tanzen als Identitätsstiftung

    Seiten 253 - 266
  16. »Es wird höchste Zeit, dass das Ballett sich vermännlicht!« Sport als neues Paradigma des Tanzes

    Seiten 267 - 284
  17. Der Tanz der Küchenutensilien. Bohuslav Martin?s Jazzsuite La Revue de cuisine (1927)

    Seiten 285 - 296
  18. Der Tanz als Ausdruck interkultureller Begegnungen in El negro que tenía el alma blanca

    Seiten 297 - 314
  19. He Got Educated Feet! Dance as Embodied Resistance in Stormy Weather

    Seiten 315 - 336
  20. Beiträgerinnen und Beiträger

    Seiten 337 - 344
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39,99 € *

2017-02-28, 344 Seiten
ISBN: 978-3-8376-3831-8

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Rita Rieger

Rita Rieger, Universität Graz, Österreich

... mit Rita Rieger

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?

In der literarischen Beschäftigung mit Tänzen der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts manifestiert sich eine Neugierde und Experimentierfreude, die kulturelle Offenheit sowie interdisziplinäre Kommunikation mit kritischer Selbstreflexion verbindet. Tanz wird so als eine kulturelle Praktik angesehen, in der technische, mediale und ästhetische Neuerungen genauso verhandelt werden wie Körperkonzepte, Geschlechterbilder oder das Verhältnis unterschiedlicher Wissensbereiche und Kulturen zueinander.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Die einzelnen Beiträge zeigen in ihrer Beschäftigung mit unterschiedlichen Tänzen die inhärente Dynamik von Kultur, Theorie und Kunst insbesondere in Literatur und Film auf. Neben Bewegungswissen werden dadurch immer auch ästhetische Implikationen von Tanz und seinen Darstellungsmodi thematisiert. Der Zeitraum lässt sich mit den Begriffen der Spannung, Elastizität und des grenzüberschreitenden Austauschs charakterisieren.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Der interdisziplinäre Band perspektiviert Bewegung in seiner konkreten physischen Dynamik, als Metapher künstlerischer Programme sowie als reflexive Denkfigur. Der innovative Aspekt der einzelnen Beiträge liegt in der Thematisierung von individueller und kollektiver ›Freiheit‹, die ausgehend von der Beschäftigung mit konkreter physischer Bewegung die Relevanz von ästhetischen, medialen und kulturellen Praktiken hinterfragt.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Am liebsten würde ich das Buch gemeinsam mit einigen Beiträger_innen in einer Diskussionsrunde mit Gabriele Klein, Gabriele Brandstetter und Isa Wortelkamp besprechen, um die kulturellen und ästhetischen Erkenntnisse von Bewegungspraktiken, die die einzelnen Beiträger_innen aufwerfen, über den Zeitraum (1900-1950) hinaus zu kontextualisieren sowie Perspektiven der Kultur-, Literatur- und Tanzwissenschaft zusammenzuführen.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Bewegungsfreiheit lässt sich denken, sagen, tanzen – sie entgrenzt und schreibt zugleich kulturelle, politische, mediale und ästhetische Werte fest.

»Der Sammelband zeigt in der Auswahl seiner Beiträge eine ausgewogene Thematisierung, die anschaulich und gut begründet die Probleme, die Wünsche und die Hoffnungen der Generation dieser Zeit nachzeichnet.«
Peter Dahms, Tanzinfo Berlin, 11.04.2017
Besprochen in:
Auskunft, 37/2 (2018), Assia M. Harwazinski
Autor_in(nen)
Rita Rieger (Hg.)
Buchtitel
Bewegungsfreiheit Tanz als kulturelle Manifestation (1900-1950)
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
344
Ausstattung
kart.
ISBN
978-3-8376-3831-8
DOI
Warengruppe
1586
BIC-Code
ASD AC HBTB
BISAC-Code
PER003000 ART015000 HIS054000
THEMA-Code
ATQ AGA NHTB
Erscheinungsdatum
2017-02-28
Auflage
1
Themen
Kulturgeschichte, Tanz, Kunst
Adressaten
Literaturwissenschaft, Kulturwissenschaft, Philosophie, Tanzwissenschaft, Theaterwissenschaft
Schlagworte
Bewegung, Tanz, Freiheit, Literatur, Theater, Kultur, Medien, Ästhetik, Kulturgeschichte, Kunst, Kunstgeschichte, Körper

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