Interview

... mit Mario Schulze

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?
Museen gelten als Häuser der Dinge. Die museale Arbeit ist daher auf ein Verständnis der Dinge des Museums angewiesen. Mein Buch zeigt, dass ein solches... >>>
... mit Mario Schulze

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?
Museen gelten als Häuser der Dinge. Die museale Arbeit ist daher auf ein Verständnis der Dinge des Museums angewiesen. Mein Buch zeigt, dass ein solches Verständnis wiederum nur durch die Kenntnis der Geschichte der Kategorie Museumsobjekt möglich ist. Damit liefert es zwar keine definitive Antwort auf die Frage, was Museumsobjekte sind und können, aber es hilft, gerade in Zeiten des Neomaterialismus eine Haltung zum Stellenwert der Objekte zu entwickeln.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?
Im Museumsfeld sind die Objekte in den letzten Jahren neu in den Fokus gerückt. Mein Buch historisiert dieses neue Interesse und verdeutlicht, wie Museen sich seit den 1960er Jahren immer wieder über neue Objektverständnisse erneuert haben. Kurz gesagt, bringe ich Museumsgeschichte und historische Ontologie in einen systematischen Zusammenhang und eröffne damit eine neue Perspektive auf die Zeitgeschichte der kulturhistorischen Museumsausstellung.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?
Neben der unmittelbaren Bedeutung für die Geschichte des Museums als Wissensraum und den Debatten zur Gestaltung historischer Ausstellungen, schließt mein Thema an den Material Turn an. Zwar wird dieser in den meisten Geisteswissenschaften gegenwärtig viel diskutiert, jedoch wird er selten historisch kontextualisiert. Mein Buch liefert exemplarisch anhand des Museumswesens auch eine historisch kritische Studie zur Entstehung des Material Turns.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?
Eigentlich mit allen, die historische Ausstellungen mit Sammlungsobjekten machen, und mit Bruno Latour.

5. Ihr Buch in einem Satz:
Die interessante Frage ist nicht, ob Museumsdinge sprechen können, sondern wann sie wofür sprechen sollten. <<<


Mario Schulze

Wie die Dinge sprechen lernten

Eine Geschichte des Museumsobjektes 1968-2000

Vom »schweigenden Objekt« zum »sprechenden Ding« – das Museumsobjekt hat seit den 1970er Jahren eine dramatische Wandlung durchgemacht. Mit den Vorstellungen von der Rolle der Objekte änderten sich auch die Ausstellungsgestaltungen: In den 1980er Jahren lösten Inszenierung und Szenografie die Texttafelausstellung ab, bevor in den 1990er Jahren die »sprechenden Dinge« ins Zentrum des musealen Geschehens rückten.
Mario Schulze erzählt entlang der Ausstellungen zweier bundesrepublikanischer Museen – dem Historischen Museum Frankfurt/Main und dem Museum der Dinge Berlin – eine innovative Wissens- und Zeitgeschichte kulturhistorischer Museen.


 

Mario Schulze (Dr. phil.), geb. 1986, ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Exzellenzcluster »Interdisziplinäres Labor Bild Wissen Gestaltung« der Humboldt-Universität zu Berlin. Der Kulturwissenschaftler hat an der Universität Zürich promoviert.

Museologie, Kulturwissenschaft, Kulturmanagement, Geschichte

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08/2017, 404 Seiten, kart., zahlr. z.T. farb. Abb.
ISBN 978-3-8376-3915-5

Artikel-Nr.: 3915

-3915-5: Schulze, Wie die Dinge sprechen lernten

Eine Geschichte des Museumsobjektes 1968-2000

 

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08/2017, 404 Seiten
ISBN 978-3-8394-3915-9

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