Selbstverdatungsmaschinen

Zur Genealogie und Medialität des Profilierungsdispositivs

Warum profilieren wir uns? Während einerseits in Diskursen zum Marketing und in Bewerbungsratgebern Profilierung zur Pflicht ausgerufen wird, gelten Profile in Überwachungsdiskursen – und das nicht erst seit der sogenannten NSA-Affäre – als Schreckgespenst. Zudem fallen beide Aspekte in populären Medienangeboten wie Facebook unmittelbar zusammen und sind konstitutiver Bestandteil gegenwärtiger Medienkulturen. Andreas Weichs genealogische und medientheoretische Betrachtung beschreibt diese Konstellation als Profilierungsdispositiv und erklärt, wie es dazu kommen konnte.

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2017-06-08, 448 Seiten
ISBN: 978-3-8376-3942-1

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Andreas Weich

Andreas Weich, TU Braunschweig, Deutschland

... mit Andreas Weich

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?

Weil Profile in aktuellen Diskursen und medialen Praktiken eine zentrale Rolle spielen. Egal ob ich ein Profil bei Facebook pflege, mein Bewerberprofil schärfe, Google ein Interessenprofil anlegt oder Geheimdienste Personen mit bestimmten Profilen ins Visier nehmen – immer habe ich es mit Profilen zu tun. Aber was verbirgt sich hinter dem Begriff ›Profil‹ und warum sind Profile gegenwärtig so verbreitet? Tatsächlich gibt es bisher keine andere Publikation, die diese Fragen ins Zentrum stellt.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Neben der Betrachtung des Profil-Konzepts an sich eröffnet es unter anderem eine Perspektive, die die meist wenig erhellende Gegenüberstellung von Privacy und Überwachung hinterschreitet. Profile werden im Profilierungsdispositiv als mediale Form der Subjektivierung sichtbar, die aus bestimmten Gründen eine Dominanz erlangt hat. Dadurch wird – anders als aus Privacy-Debatten heraus – leicht nachvollziehbar, warum trotz NSA-Affäre kaum jemand aufhört, sich zu profilieren und profilieren zu lassen.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Die wichtigste Bedeutung liegt aus meiner Sicht darin, dass Profile in sehr viele medienkulturelle Phänomene – von Social Networks über Suchmaschinen oder Computerspiele – konstitutiv eingebunden sind und die Überlegungen zum Profilierungsdispositiv sowohl in historischer als auch systematischer Hinsicht einen Interpretationsrahmen für diese Phänomene aufspannen. So kann es in einer Vielzahl aktueller Forschungsdebatten einen analytisch-interpretativen Mehrwert generieren.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Auf der einen Seite natürlich mit Kolleginnen und Kollegen aus der Medienwissenschaft, aber auch aus angrenzenden Disziplinen wie der Kulturwissenschaft, Geschichtswissenschaft oder Techniksoziologie. Auf der anderen Seite möchte ich mit meiner Arbeit ganz alltägliche und populäre Phänomene besser verständlich machen und daher auch z.B. in Bildungskontexten mit Studierenden, Schülerinnen und Schülern, Lehrkräften oder der ebenso vage bestimmbaren wie oft bemühten ›interessierten Öffentlichkeit‹ diskutieren.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Wir profilieren uns und lassen uns bereitwillig profilieren, da das Profilierungsdispositiv einen Großteil unserer gegenwärtigen Medienkulturen prägt.

Autor_in(nen)
Andreas Weich
Buchtitel
Selbstverdatungsmaschinen Zur Genealogie und Medialität des Profilierungsdispositivs
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
448
Ausstattung
kart., zahlr. Abb.
ISBN
978-3-8376-3942-1
DOI
10.14361/9783839439425
Warengruppe
1744
BIC-Code
JFD
BISAC-Code
SOC052000 HIS054000
THEMA-Code
JBCT JBCT1
Erscheinungsdatum
2017-06-08
Auflage
1
Themen
Sozialität, Medien, Internet
Adressaten
Medienwissenschaft, Kulturwissenschaft, Soziologie, Kommunikationswissenschaft, Medienbildungsforschung
Schlagworte
Profil, Profilierung, Dispositiv, Überwachung, Medien, Foucault, Genealogie, Facebook, Internet, Medientheorie, Digitale Medien, Mediengeschichte, Mediensoziologie, Medienwissenschaft, Sozialität

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