Interview

... mit Constantin Wagner

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?
Die Frage ist wohl eher, warum es bis jetzt noch kein Buch zu diesem Thema gibt! Rassismusreproduktion in öffentlichen Institutionen ist jedenfalls ein... >>>
... mit Constantin Wagner

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?
Die Frage ist wohl eher, warum es bis jetzt noch kein Buch zu diesem Thema gibt! Rassismusreproduktion in öffentlichen Institutionen ist jedenfalls ein Thema, dass für unsere Gesellschaften von zentraler Bedeutung ist. Die Forschung zum Öffentlichen Dienst und seinen Berufsfeldern hat diesem Phänomen bisher viel zu wenig Aufmerksamkeit gewidmet.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?
Der Zusammenhang von ›ethnischer‹ Vielfalt und Öffentlichem Dienst (ÖD) ist bisher nur im Rahmen der so genannten Diversity-Debatte thematisiert worden. Diese liefert einige Anknüpfungspunkte – wie Aufmerksamkeit für das Missverhältnis von Weißen und People of Color im ÖD – hat aber eine macht- und rassismuskritische Leerstelle. In der Rassismusforschung entwickelte Perspektiven wie die kritische Beschäftigung mit Weißsein können diese Leerstelle füllen und eröffnen neue Perspektiven auf die Reproduktion von Rassismus in öffentlichen Institutionen.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?
Die sozialwissenschaftliche Diskussion zum Öffentlichen Dienst hat sich mit dem Thema allenfalls im Rahmen der so genannten Diversity-Debatte beschäftigt. Dezidiert rassismuskritische Perspektiven auf den Öffentlichen Dienst fehlen hier bislang weitgehend. Die Forschungsdebatte zu kritischer Rassismusforschung und Weißsein wiederum hat sich bisher kaum für die konkrete Reproduktion von Rassismus und Weißsein in öffentlichen Institutionen interessiert.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?
Mit denjenigen, die in den Berufsfeldern Soziale Dienste oder Gesundheitsberufe arbeiten, in Vorbereitung auf einen Einsatz in denselben sind oder diese politisch verantworten.

5. Ihr Buch in einem Satz:
Öffentliche Institutionen, die ›weiße Räume‹ darstellen, reproduzieren Rassismus, ohne dass dies den handelnden Akteuren bewusst sein muss. <<<


Constantin Wagner

Öffentliche Institutionen als weiße Räume?

Rassismusreproduktion durch ethnisierende Kategorisierungen in einem schweizerischen Sozialamt

Welche Bedeutung hat die wahrgenommene »ethnische Zugehörigkeit« von Klient_innen und Patient_innen auf deren Behandlung in öffentlichen Institutionen? Am Beispiel eines schweizerischen Sozialamts untersucht Constantin Wagner, wie ethnisierende Kategorisierungen im Organisations- und Akteurshandeln praxisrelevant werden und rassismusreproduzierend wirken. Das Weißsein – also die eigene »ethnische Zugehörigkeit« – der fallführenden Sozialarbeiter_innen rückt dabei in den Fokus. Zudem wird die Frage von »Diversität« im Öffentlichen Dienst aus einer im Mainstream nicht vorhandenen macht- und rassismuskritischen Perspektive betrachtet.


 
Autorenbild Wagner, Constantin

Constantin Wagner (Dr. rer. soc.) ist International Postdoctoral Fellow an der Universität St. Gallen (Schweiz). Der Soziologe und Religionswissenschaftler arbeitet zu den Themen (anti-muslimischer) Rassismus (in öffentlichen Institutionen), soziale Ungleichheit und Soziale Dienste sowie Religion und Religionswahrnehmung im postkolonialen Europa.

Soziologie, Kulturwissenschaft, Verwaltungswissenschaft, Politik, Soziale Arbeit

Print 34,99 €

05/2017, 354 Seiten, kart.
ISBN 978-3-8376-3950-6

Artikel-Nr.: 3950

-3950-6: Wagner, Öffentliche Institutionen als weiße Räume?

Rassismusreproduktion durch ethnisierende Kategorisierungen in einem schweizerischen Sozialamt

 

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05/2017, 354 Seiten
ISBN 978-3-8394-3950-0

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