Öffentliche Institutionen als weiße Räume?

Rassismusreproduktion durch ethnisierende Kategorisierungen in einem schweizerischen Sozialamt

Welche Bedeutung hat die wahrgenommene »ethnische Zugehörigkeit« von Klient_innen und Patient_innen auf deren Behandlung in öffentlichen Institutionen? Am Beispiel eines schweizerischen Sozialamts untersucht Constantin Wagner, wie ethnisierende Kategorisierungen im Organisations- und Akteurshandeln praxisrelevant werden und rassismusreproduzierend wirken. Das Weißsein – also die eigene »ethnische Zugehörigkeit« – der fallführenden Sozialarbeiter_innen rückt dabei in den Fokus. Zudem wird die Frage von »Diversität« im Öffentlichen Dienst aus einer im Mainstream nicht vorhandenen macht- und rassismuskritischen Perspektive betrachtet.

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2017-05-09, 354 Seiten
ISBN: 978-3-8376-3950-6

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Constantin Wagner

Constantin Wagner, Universität St. Gallen, Schweiz

... mit Constantin Wagner

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?

Die Frage ist wohl eher, warum es bis jetzt noch kein Buch zu diesem Thema gibt! Rassismusreproduktion in öffentlichen Institutionen ist jedenfalls ein Thema, dass für unsere Gesellschaften von zentraler Bedeutung ist. Die Forschung zum Öffentlichen Dienst und seinen Berufsfeldern hat diesem Phänomen bisher viel zu wenig Aufmerksamkeit gewidmet.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Der Zusammenhang von ›ethnischer‹ Vielfalt und Öffentlichem Dienst (ÖD) ist bisher nur im Rahmen der so genannten Diversity-Debatte thematisiert worden. Diese liefert einige Anknüpfungspunkte – wie Aufmerksamkeit für das Missverhältnis von Weißen und People of Color im ÖD – hat aber eine macht- und rassismuskritische Leerstelle. In der Rassismusforschung entwickelte Perspektiven wie die kritische Beschäftigung mit Weißsein können diese Leerstelle füllen und eröffnen neue Perspektiven auf die Reproduktion von Rassismus in öffentlichen Institutionen.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Die sozialwissenschaftliche Diskussion zum Öffentlichen Dienst hat sich mit dem Thema allenfalls im Rahmen der so genannten Diversity-Debatte beschäftigt. Dezidiert rassismuskritische Perspektiven auf den Öffentlichen Dienst fehlen hier bislang weitgehend. Die Forschungsdebatte zu kritischer Rassismusforschung und Weißsein wiederum hat sich bisher kaum für die konkrete Reproduktion von Rassismus und Weißsein in öffentlichen Institutionen interessiert.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Mit denjenigen, die in den Berufsfeldern Soziale Dienste oder Gesundheitsberufe arbeiten, in Vorbereitung auf einen Einsatz in denselben sind oder diese politisch verantworten.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Öffentliche Institutionen, die ›weiße Räume‹ darstellen, reproduzieren Rassismus, ohne dass dies den handelnden Akteuren bewusst sein muss.

»Die Studie ist auch über die Sozialen Dienste und Gesundheitsberufe hinaus interessant, besonders für die Forschung zu Rassismus und Weißsein.«
Susanne Bachmann, www.socialnet.de, 14.02.2018
Autor_in(nen)
Constantin Wagner
Buchtitel
Öffentliche Institutionen als weiße Räume? Rassismusreproduktion durch ethnisierende Kategorisierungen in einem schweizerischen Sozialamt
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
354
Ausstattung
kart.
ISBN
978-3-8376-3950-6
DOI
10.14361/9783839439500
Warengruppe
1728
BIC-Code
JFSL JHB RGC JFFM
BISAC-Code
SOC031000 SOC026000 SOC050000
THEMA-Code
JBSL1 JHB RGC JBFQ
Erscheinungsdatum
2017-05-09
Auflage
1
Themen
Raum, Rassismus
Adressaten
Soziologie, Kulturwissenschaft, Verwaltungswissenschaft, Politik, Soziale Arbeit
Schlagworte
Rassismus, Weißsein, Schweiz, Öffentlicher Dienst, Soziale Arbeit, Diversität, Raum, Soziale Ungleichheit, Soziologie

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