Autoreninterview

... mit Daniela Holzer

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?
Weil durch die Risse in der Hochglanzbroschüre ›Weiterbildung‹ eine Gegen-Welt schimmert. In dieser regt sich Widerstand gegen ständige... >>>
... mit Daniela Holzer

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?
Weil durch die Risse in der Hochglanzbroschüre ›Weiterbildung‹ eine Gegen-Welt schimmert. In dieser regt sich Widerstand gegen ständige Weiterqualifizierung und Lernzumutungen. Wenn auch meist unauffällig, versteckt, flüsternd. In diesem Buch entwerfe ich eine Theorie dieser Weiterbildungswiderstände. Erkenntnisleitend sind negativ-dialektisches Denken und gesellschaftskritische Analyse.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?
Dass Widerstand gegen Weiterbildung an Grundfesten der aktuellen Weiterbildungseuphorie rüttelt. Dass Weiterbildungswiderstand als Negation und Gegen-Handlung lesbar ist. Dass sich vorhandene Widerstandsforschungen zu einer dialektischen, gesellschaftskritischen Theorie von Weiterbildungswiderstand verweben lassen. Und vieles mehr.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?
Vor allem die Bedeutung, etwas angeblich Unbedeutendes in den Blick zu nehmen und die Bedeutsamkeit deutlich zu machen. Weiterbildungswiderstand wird der Unsichtbarkeit entrissen, in die er verbannt wurde, weil er die Durchsetzung von Herrschaftsinteressen mittels Bildung gefährdet.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?
Mit allen Widerspenstigen, Widerborstigen, Protestierenden, Sich-Entziehenden. Mit Menschen, die sich gerne auf ungewohnte Gedankengänge einlassen und über bestehende Verhältnisse hinausdenken. Mit all diesen ließe sich Weiterbildungswiderstand weiterdenken. Vortrefflich streiten ließe sich hingegen mit Verfechter_innen von lebenslangem Lernen.

5. Ihr Buch in einem Satz:
Weiterbildungswiderstand richtet sich gegen Zumutungen ständiger Lernerwartungen und lässt sich als sinnvolle Gegen-Handlung lesbar machen. <<<


Daniela Holzer

Weiterbildungswiderstand

Eine kritische Theorie der Verweigerung

Nicht alle Erwachsenen wollen der Doktrin des »Lebenslangen Lernens« folgen. Im Gegenteil: Manche Menschen verweigern sich Weiterbildungsaufforderungen – in vielfältigen Formen und aus unterschiedlichen Gründen.
Daniela Holzer leistet mit ihrer kritischen Theorie vom Weiterbildungswiderstand einen Beitrag zu einem erst ansatzweise bearbeiteten Forschungs- und Handlungsfeld. Sie erschließt die negative Dialektik als denkleitendes Prinzip für die Theorieentwicklung. In einer solchen – an Adorno angelehnten – Lesart werden Widerstandsforschungen aus unterschiedlichen Fachgebieten zu einer negativ-dialektischen, gesellschaftskritischen Theorie vom Weiterbildungswiderstand verwoben.


 
Autorenbild Holzer, Daniela

Daniela Holzer (Assoz. Prof. Dr.) lehrt und forscht im Fachbereich Erwachsenen- und Weiterbildung an der Universität Graz. Aus kritisch-theoretischer Perspektive widmet sie sich in ihren Forschungen gesellschaftskritischen Analysen der Erwachsenen- und Weiterbildung.

Erziehungswissenschaft, Erwachsenenbildung, Weiterbildung, Philosophie, Bildungstheorie, Soziologie, Sozialwissenschaften

Print 49,99 €

06/2017, 578 Seiten, kart.
ISBN 978-3-8376-3958-2

Artikel-Nr.: 3958

-3958-2: Holzer, Weiterbildungswiderstand

Eine kritische Theorie der Verweigerung

 

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Open Access Open Access

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06/2017, 578 Seiten
ISBN 978-3-8394-3958-6

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