Interview

... mit Brigitte Kukovetz

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?
Das Thema ›Illegale‹ ist in tagespolitischen Debatten häufig sehr emotional besetzt, sachliche Argumentationen sind selten. Daher ist es... >>>
... mit Brigitte Kukovetz

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?
Das Thema ›Illegale‹ ist in tagespolitischen Debatten häufig sehr emotional besetzt, sachliche Argumentationen sind selten. Daher ist es wichtig, sich wissenschaftlich mit den Lebensrealitäten unautorisierter Migrant_innen auseinanderzusetzen. Ebenso ist es an der Zeit, die realen Handlungsmöglichkeiten sowohl dieser Menschen, als auch der Behörden, der NGOs und der privaten Unterstützer_innen genauer zu untersuchen.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?
Da ich nicht nur die Handlungspraxen abschiebungsgefährdeter Menschen beschreibe, sondern auch die Interaktionen mit Behörden und Unterstützer_innen, können durch das Buch unterschiedliche Perspektiven eingenommen werden. Abschließend diskutiere ich, wie ›konservative‹, ›rigide‹ oder ›liberale‹ migrationspolitische Antworten aussehen (könnten), welche davon derzeit umgesetzt werden, und welche gesellschaftlichen Folgen die verschiedenen Ausrichtungen hätten.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?
Mein Buch verknüpft theoretische Ansätze mit empirischen Daten. Es beinhaltet aktuelle Zahlen, Fakten und Schätzungen zu irregulärer Migration in Österreich und gibt gleichzeitig qualitativ Einblick in Handlungspraxen. Auf dieser Basis beleuchtet das Buch sowohl sozial- wie politikwissenschaftliche Fragestellungen. Dadurch fördert es die für dieses Thema so wichtige Multiperspektivität.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?
Mit allen, die migrationspolitische Fragestellungen einmal aus anderen als dem gewohnten Blickwinkel diskutieren wollen – egal welcher politischen Ausrichtung. Besonders mit politischen Entscheidungsträger_innen.

5. Ihr Buch in einem Satz:
Das Buch stellt die Lebensrealitäten von Menschen dar, deren Aufenthalt als illegal angesehen wird, und ermöglicht die Auseinandersetzung mit politischen Handlungsoptionen. <<<


Brigitte Kukovetz

Irreguläre Leben

Handlungspraxen zwischen Abschiebung und Niederlassung

Eine Vielzahl an Menschen lebt ohne Aufenthaltsrecht in Europa. Über ihre Lebensrealität und die Gründe für ihren Status ist häufig wenig bekannt. Auch der staatliche Umgang mit ihnen ist nicht klar definiert – besonders hinsichtlich Abschiebungen. Brigitte Kukovetz zeigt in ihrer empirischen Untersuchung, dass sich Menschen mit irregulärem Aufenthalt in einem Catch-22, einem unlösbaren Dilemma zwischen unterschiedlichen Handlungsalternativen, befinden. Sie untersucht dieses Phänomen, indem sie die Interaktionen zwischen abschiebungsgefährdeten Migrant_innen, deren Unterstützer_innen und staatlichen Behörden analysiert und mögliche politische Handlungsspielräume diskutiert.


 
Autorenbild Kukovetz, Brigitte

Brigitte Kukovetz (Dr.), geb. 1976, ist Universitätsassistentin am Institut für Erziehungs- und Bildungswissenschaft der Universität Graz, Arbeitsbereich Erwachsenen- und Weiterbildung. Ihre Forschungsschwerpunkte sind (irreguläre) Migration, Weiterbildung in der Migrationsgesellschaft sowie Lernen und Widerstand in der Zivilgesellschaft.

Soziologie, Politikwissenschaften, Ethnologie/Kulturwissenschaften, Sozial- und Geisteswissenschaften sowie Praktiker_innen aus Politik, Verwaltung und Flüchtlingshilfe

Print 29,99 €

09/2017, 288 Seiten, kart.
ISBN 978-3-8376-3959-9

Artikel-Nr.: 3959

-3959-9: Kukovetz, Irreguläre Leben

Handlungspraxen zwischen Abschiebung und Niederlassung

 

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E-Book 26,99 €

PDF-Download, 2,80 MB
09/2017, 288 Seiten
ISBN 978-3-8394-3959-3

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