Interview

... mit den Herausgebern

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?
Das Thema ›neuer Nationalismus‹ ist seit einigen Jahren von höchster Aktualität und Brisanz. Dies gilt für das westliche Europa, in... >>>
... mit den Herausgebern

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?
Das Thema ›neuer Nationalismus‹ ist seit einigen Jahren von höchster Aktualität und Brisanz. Dies gilt für das westliche Europa, in besonderem Maße jedoch für das östliche Europa, wo die Kombination von postsozialistischer Transformation, neo-kapitalistischer Globalisierung und forcierter EU-isierung in weitesten Schichten der Bevölkerung starke Gefühle von Verlust und Entfremdung und eine Sehnsucht nach dem ›Eigenen‹ erzeugt hat.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?
Der wichtige Unterschied zu anderen relevanten Publikationen liegt darin, dass die Beiträge des Bandes primär die auslösenden Faktoren und vor allem die Wirkungen des Nationalismus auf der Ebene der Alltagskultur und sozialen Praxis verschiedener Gesellschaften analysieren, daneben aber auch das politische Handeln der Eliten in den Blick nehmen.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?
Die Wiederentdeckung des Nationalen in Europa verstärkt soziale und regionale Spaltungen und Ausgrenzungen und sie ist für die Zukunft der EU ein besonderes Problem. Gleichwohl bestehen gerade bezüglich des zunehmenden Alltagsnationalismus noch erhebliche Forschungsdefizite.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?
Mit Kolleginnen und Kollegen aus den Sozial- und Kulturwissenschaften, insbesondere mit denjenigen, die lange Zeit vom postnationalen Zeitalter träumten und die Nationalismusforschung für obsolet hielten; aber auch mit politischen Entscheidungsträgern in den europäischen Ländern.

5. Ihr Buch in einem Satz:
Der Band legt mit seinem ethnografischen Blick auf die Politiken, die Alltagspraktiken und kulturellen Formen des Nationalismus den Finger auf eines der wohl größten Probleme Europas, insbesondere der Europäischen Union. <<<


Irene Götz / Klaus Roth / Marketa Spiritova (Hg.)

Neuer Nationalismus im östlichen Europa

Kulturwissenschaftliche Perspektiven

Im östlichen Europa leben in den letzten Jahrzehnten historische Mythen wieder auf: »Volkskultur« oder religiöse Traditionen tragen genauso zu einer nationalen Identitätspolitik bei wie jüngere Erinnerungsorte, beispielsweise aus dem Kontext Sport oder der Populärkultur. Mit Blick auf Polen, Tschechien, Russland, Bulgarien, Ungarn, Kroatien, die Slowakei sowie die Ukraine ethnografieren die Beiträge des Bandes diese Wiederentdeckung des Nationalen aus kulturwissenschaftlicher Perspektive. Sie beleuchten die Ursachen und Spezifika dieser aktuellen Entwicklungen in den postsozialistischen Ländern und gehen den Folgen für den europäischen Einigungsprozess nach.


 

Irene Götz (Prof. Dr.) lehrt Europäische Ethnologie an der LMU München mit den Schwerpunkten Nationalismus und Identitätspolitiken, Arbeits- und Organisationsforschung sowie Altersforschung.
Klaus Roth (Prof. Dr.) ist emeritierter Professor für Volkskunde/Europäische Ethnologie an der LMU München und forscht über das südöstliche Europa.
Marketa Spiritova (Dr. phil.) ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Europäische Ethnologie an der LMU München mit den Schwerpunkten Erinnerungskultur, Populärkultur und Biografieforschung.

Homepage:
Irene Götz: LMU München
Klaus Roth: LMU München
Marketa Spiritova: LMU München

Besprochen in:
kv-Newsletter, 11 (2017)

Europäische Ethnologie, Kultur- und Sozialanthropologie, Kulturwissenschaften, Geschichtswissenschaften, Soziologie, Politikwissenschaften, Geschichtsdidaktik, Osteuropaforschung

Print 29,99 €

11/2017, 298 Seiten, kart., zahlr. z.T. farb. Abb.
ISBN 978-3-8376-3962-9

Artikel-Nr.: 3962

-3962-9: Götz et al. (Hg.), Neuer Nationalismus im östl. Europa

Kulturwissenschaftliche Perspektiven

 

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11/2017, 298 Seiten
ISBN 978-3-8394-3962-3

erscheint vorauss. im November 2017

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