Interview

... mit den Herausgebern

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?
Sichtbarkeit und Anerkennung sind Schlüsselbegriffe etwa in der Analyse politischer Auseinandersetzungen um den Zugang zu ökonomischen,... >>>
... mit den Herausgebern

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?
Sichtbarkeit und Anerkennung sind Schlüsselbegriffe etwa in der Analyse politischer Auseinandersetzungen um den Zugang zu ökonomischen, gesellschaftlichen und kulturellen Ressourcen. In Debatten um marginalisierte Gruppen und soziale (Un)Gerechtigkeit wird Sichtbarkeit im Sinne visueller Repräsentiertheit häufig mit Anerkennung und dem Erlangen politischer Macht gleich gesetzt. Das Buch problematisiert ein solches Verständnis und eröffnet neue Perspektiven zum Verhältnis von Anerkennung und Sichtbarkeit.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?
Die Beiträge zeigen, wie ein gesellschaftstheoretisch fundiertes Verständnis von Anerkennung und eine repräsentationskritische Beschäftigung mit Sichtbarkeiten für eine kritische Medienkulturforschung produktiv gemacht werden können. Aus gerechtigkeitstheoretischer, postkolonialer und queer_feministischer Perspektive beleuchten die Texte eine Bandbreite unterschiedlicher Medien und zeigen Möglichkeiten der Intervention in tradierte Normen von Anerkennung und Sichtbarkeit auf.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?
Debatten um Sichtbarkeit und Anerkennung lenken den Blick auf Fragen nach den Ambivalenzen von Sichtbarkeit, Anerkennung und Umverteilung und die Bedeutung von Normen der Anerkennung. Diese Konzeptualisierungen werden in der Publikation für empirische Studien genutzt, die aufzeigen, wie Zu-Sehen-Geben in Medienkulturen mit Anerkennung, aber auch mit Missachtung, Verletzbarkeit und Kontrolle verbunden sein kann.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?
Mit Kolleg_innen, die sich mit Veränderungen Sichtbarkeitsverhältnissen und Veränderungen in Medienkulturen und Fragen etwa nach Ressourcen, Macht und Repräsentationen, Handlungsfähigkeit, Ungleichheit, Gerechtigkeit und Partizipation beschäftigen.
Und mit Aktivist_innen und Medienproduzent_innen mit Blick auf die Frage, welche Ansatzpunkte sich konkret aus den diskutierten Überlegungen und empirischen Analysen für politische Intervention in Medienkulturen ergeben könnten.

5. Ihr Buch in einem Satz:
Der Band behandelt Sichtbarkeitsregime in medialen Öffentlichkeiten als gesellschaftliche Herausforderung. <<<


Tanja Thomas / Lina Brink / Elke Grittmann / Kaya de Wolff (Hg.)

Anerkennung und Sichtbarkeit

Perspektiven für eine kritische Medienkulturforschung

Welches Potential liegt in einem gesellschaftstheoretisch fundierten Verständnis von »Anerkennung« und einer repräsentationskritischen Auffassung von »Sichtbarkeit« für eine kritische Medienkulturforschung?
Die Autor_innen des interdisziplinär angelegten Bandes verdeutlichen mit ihren empirischen Analysen, wie Zu-Sehen-Geben in Medienkulturen mit Anerkennung, aber auch mit Missachtung, Verletzbarkeit und Kontrolle verbunden sein kann, und sie zeigen Möglichkeiten der Intervention in tradierte Normen von Anerkennung und Sichtbarkeit auf. Die Beiträge beleuchten unterschiedliche mediale Angebote und Praktiken des Medienhandelns in (digitalen) Öffentlichkeiten, u.a. in Film, Fernsehen, Fotografie, Journalismus und ›sozialen‹ Medien aus gerechtigkeitstheoretischer, postkolonialer und queer_feministischer Perspektive.


 

Tanja Thomas ist Professorin für Medienwissenschaft mit dem Schwerpunkt Transformationen der Medienkultur an der Eberhard Karls Universität Tübingen.
Lina Brink promoviert als Mitglied der Nachwuchsforscher_innengruppe »Transkulturelle Öffentlichkeiten und Solidarisierung in gegenwärtigen Medienkulturen« an der Eberhard Karls Universität Tübingen zur Repräsentation protestierender Frauen in Ägypten im deutschen Pressediskurs.
Elke Grittmann ist Professorin für Medien und Gesellschaft an der Hochschule Magdeburg-Stendal.
Kaya de Wolff ist Mitglied der Nachwuchsforscher_innengruppe »Transkulturelle Öffentlichkeiten und Solidarisierung in gegenwärtigen Medienkulturen« an der Eberhard Karls Universität Tübingen und promoviert dort zum Thema »Post-/koloniale Erinnerungskämpfe in der gegenwärtigen Medienkultur«.

Homepage:
Tanja Thomas: Uni Tübingen
Lina Brink: Uni Tübingen
Elke Grittmann: Uni Magdeburg
Kaya de Wolff: Uni Tübingen

Medienwissenschaften, Kommunikationswissenschaften, Kulturwissenschaften, Sozialwissenschaften, Soziologie

Print 29,99 €

12/2017, 258 Seiten, kart., z.T. farb. Abb.
ISBN 978-3-8376-4011-3

Artikel-Nr.: 4011

-4011-3: Thomas et al. (Hg.), Anerkennung und Sichtbarkeit

Perspektiven für eine kritische Medienkulturforschung

 

Lieferzeit in der Regel 3-5 Werktage

 
 
 

E-Book 26,99 €

PDF-Download, 2,29 MB
12/2017, 258 Seiten
ISBN 978-3-8394-4011-7

Preise inkl. gesetzlicher MwSt.*

Weitere Titel

Banal Militarism Tanja Thomas, Fabian Virchow (Hg.)
Banal Militarism

Weitere Titel aus der Reihe

Critical Studies in Media and Communication