Interview

... mit Elisabeth Bronfen

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?
Die Essays in diesem Band bringen theoretische, literarische und filmische Texte miteinander ins Gespräch und kreisen zugleich um ein gemeinsames... >>>
... mit Elisabeth Bronfen

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?
Die Essays in diesem Band bringen theoretische, literarische und filmische Texte miteinander ins Gespräch und kreisen zugleich um ein gemeinsames Anliegen: Das kulturelle Imaginäre Amerikas aus transatlantischer Sicht zu ergründen, als ein utopisches Projekt, an dem auch Europa immer Anteil genommen hat. Dabei gilt es, das schillernde Verhältnis von Gender, Tod und Ästhetik zu erörtern, das produktive Gespräch zwischen Kino und Philosophie, wie auch die mediale Re-Imagination von Geschichte.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?
Die Essays führen das hermeneutische Verfahren des Crossmapping vor. Dieses versucht nicht ausschließlich in theoretischen, literarischen und filmischen Texten Anliegen zu isolieren, für die im Sinne der Intertextualität eine Bedeutung gefunden werden soll. Stattdessen gilt es, Texte unterschiedlicher Medien in Beziehung mit anderen zu setzen, die aufgrund gewisser Ähnlichkeiten als deren Umschrift verstanden werden können, um zugleich über die Differenzen nachzudenken, welche überhaupt erst im Prozess der Lektüre entstehen.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?
Die Essays nutzen eine serielle Herangehensweise, um herauszuarbeiten, wie das Reale der Geschichte eine nachträgliche ästhetische Formalisierung gefunden hat, auf die anschließend immer wieder zurückgegriffen wird. Dabei gilt es, den Blick dafür zu schärfen, wie dieses Reale über die ästhetische Transformation Eingang findet ins kulturelle Imaginäre Amerikas. Dort abgespeichert kann es dem jeweiligen Zeitgeist entsprechend immer wieder neue Umschriften erfahren.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?
Errol Morris.

5. Ihr Buch in einem Satz:
Hollywood stellt einen Denkraum, in dem Amerika über sich selber nachdenkt und das Unbehagen wie auch die Wunschträume der Nation verhandelt. <<<


Elisabeth Bronfen

Hollywood und das Projekt Amerika

Essays zum kulturellen Imaginären einer Nation

Träume und Katastrophen haben das amerikanische Projekt von Anfang an begleitet. Das Kino ist der Ort, wo sie aufgegriffen, verhandelt und neu konzipiert wurden.
Die Essays dieses Bandes widmen sich den kulturellen Imaginationen Amerikas als einer Geschichte der Heimsuchungen.
Elisabeth Bronfen stellt dazu Crossmapping als ein Verfahren vor, welches Verbindungslinien zwischen Literatur, Film und anderen Medien aufzeigt, etwa das kulturelle Nachleben von Shakespeare und Wagner in Hollywood. Auch analysiert sie die ästhetische Verschränkung von Weiblichkeit und Tod, mit besonderem Fokus auf der Figur der Femme Fatale, und stellt die Praktiken und Strukturen der kinematischen Re-Imagination von Geschichte vor.


 
Autorenbild Bronfen, Elisabeth

Elisabeth Bronfen, geb. 1958, ist Ordinaria für Englische und Amerikanische Literatur- und Kulturwissenschaften an der Universität Zürich und Global Distinguished Professor an der New York University. Ihre Forschungsschwerpunkte sind neben der Literatur des 19. und 20. Jahrhunderts Film, Visuelle Kultur, Gender Studies und Psychoanalyse. Ihr Begriff des Crossmapping beinhaltet ein hermeneutisches Verfahren, welches transhistorische und transmediale Verbindungslinien zwischen den kulturellen Produktionen der frühen Neuzeit und der Moderne offenlegt. Ihre Publikationen, darunter eine Einführung zu Stanley Cavell, beschäftigen sich u.a. mit Hollywood und Krieg, der Nacht in der Philosophie, in der Literatur und im Kino, den Mad Men und Fragen der Serialität (darunter die Studie Serial Shakespeare).

Homepage:
Elisabeth Bronfen: www.bronfen.info

Anglistik, Amerikanistik, Film und Medienwissenschaften, Kunstgeschichte, Amerikanische Geschichte

Print 29,99 €

01/2018, 300 Seiten, kart.
ISBN 978-3-8376-4025-0

Artikel-Nr.: 4025

-4025-0: Bronfen, Hollywood und das Projekt Amerika

Essays zum kulturellen Imaginären einer Nation

 

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01/2018, 300 Seiten
ISBN 978-3-8394-4025-4

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