Interview

... mit Stefan Elit

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?
Meines Erachtens stand für Literatur- und Filmwissenschaft aus, das Heldennarrativ des DDR-Sozialismus insbesondere für die Umsetzung in... >>>
... mit Stefan Elit

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?
Meines Erachtens stand für Literatur- und Filmwissenschaft aus, das Heldennarrativ des DDR-Sozialismus insbesondere für die Umsetzung in ›massenwirksamen‹ Medien wie Roman, Kino- und Fernsehfilm tiefergehend hinsichtlich Strukturlogik und Entwicklung zu erfassen.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?
In dem Buch versuche ich mithilfe wichtiger Mythentheorien und der florierenden neueren politischen Mythenforschung eine narrato- bzw. eben mytho-logisch umfassendere Perspektive gegenüber einer für mich exemplarischen Zahl von Romanen und Filmen der DDR einzunehmen. Aus dieser Perspektive zeigt sich, wie in den Werken ein ›Kunstmythos‹ (Blumenberg) beim Versuch, sich zu verstetigen, in mehrfacher Aporie scheitert.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?
Zum einen: Die Aufarbeitung der sozialistischen DDR-Kunst in einem engeren Sinne, d.h. von heute teils verpönten, teils schlicht vergessenen Werken, benötigt immer wieder einen neuen ›Schub‹, eine Perspektive, die sie in verschiedenen Fachkreisen überhaupt interessant macht. Zum anderen: Die DDR-Kulturgeschichte kann vermutlich gerade erst mit dem nötigen Abstand betrachtet werden, und dazu möchte mein Buch eine bestimmte Facette beitragen.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?
Natürlich am liebsten noch – soweit möglich – mit sozialistischen ›Kunstschaffenden‹, deren Werke ich analysiert habe, aber genauso gespannt bin ich auf Feedback aus dem Kreis interessierter Literatur-, Film- und Politikwissenschaftler_innen oder auch Kulturanthropolog_innen.

5. Ihr Buch in einem Satz:
Prosa und Spielfilm der DDR sind gescheitert beim Versuch, Sozialismus als kollektivistischen Mythos nachhaltig zu narrativieren und ihn zu ›individualisieren‹. <<<


Stefan Elit

Von Heroen und Individuen

Sozialistische Mytho-Logiken in DDR-Prosa und DEFA-Film

Das Heldennarrativ des Sozialistischen Realismus ist als Vermittlungsform eines politischen Mythos der Moderne zu verstehen, der in der DDR vor allem durch massenkompatible Prosatexte und DEFA-Filme etabliert werden sollte. Je nach Mythentheorie (Barthes, Blumenberg oder Lévi-Strauss) wird ein anderer Aspekt des Phänomens deutlich und ergibt in der Summe ein differenziertes Bild einer ideologisierten Kulturentwicklung. Stefan Elits Analyse einer Reihe von einstmals bedeutenden, aber zum Teil in Vergessenheit geratenen DDR-Romanen und -Spielfilmen setzt sich mit einer Mythen-Kulturpolitik auseinander, deren kollektivistisches Ziel zunehmend in der Aporie eines sozialistischen Individualismus scheiterte.


 
Autorenbild Elit, Stefan

Stefan Elit (PD Dr. phil.), geb. 1972, lehrt Neuere deutsche Literaturwissenschaft an der Universität Paderborn und ist dort Geschäftsführer des Instituts für Germanistik. Er war an der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften am Projekt »Goethe-Wörterbuch« beteiligt. Seine Forschungsschwerpunkte sind Lyrik(theorie), Antikerezeption, Kulturpatriotismus, Empfindsamkeit, DDR-Literatur und -Film sowie Gegenwartsliteratur.

Homepage:
Stefan Elit: Uni Paderborn

Besprochen in:
www.hhprinzler.de, 09.11.2017, Hans Helmut Prinzler

Literaturwissenschaft, Germanistik, Filmwissenschaft, Kulturwissenschaft, Politikwissenschaft, Geschichtswissenschaft

Print 34,99 €

09/2017, 266 Seiten, kart.
ISBN 978-3-8376-4038-0

Artikel-Nr.: 4038

-4038-0: Elit, Von Heroen und Individuen

Sozialistische Mytho-Logiken in DDR-Prosa und DEFA-Film

 

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09/2017, 266 Seiten
ISBN 978-3-8394-4038-4

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