Interkulturelle Literaturwissenschaft und Wissenssoziologie

Studien zu deutsch- und japanischsprachigen Texten von Yoko Tawada

Die wissenssoziologische Perspektive sieht erkennende Menschen als Teil eines sozialen Zusammenhanges. Wissen bildet hier eine Funktion des Sozialen und kulturelle Denkstile wirken konstitutiv in dieses Wissen mit ein.

Ausgehend von Karl Mannheims Lehre der »Weltanschauungs-Interpretation« praktiziert Tobias Akira Schickhaus die interdisziplinäre Anbindung der interkulturellen Literaturwissenschaft an die Wissenssoziologie: Wie wird historisch repräsentatives Wissen über Interkulturalität in Literatur organisiert, vermittelt und kommentiert? Über wissenssoziologische Ansätze untersucht Tobias Akira Schickhaus deutsch- und japanischsprachige Texte der Schriftstellerin Yoko Tawada.

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2017-09-29, 324 Seiten
ISBN: 978-3-8376-4086-1

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Tobias Akira Schickhaus

Tobias Akira Schickhaus, Universität Bayreuth, Deutschland

... mit Tobias Schickhaus

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?

In manchen Kulturen sind die Begriffe des ›Wahren‹ und des ›Geschaffenen‹ miteinander vertauschbar und somit der Unterschied zwischen Welt und Wert nur noch ein buchstäblicher. Folgt man diesem Gedanken, dann bereichern Schriftstellerinnen wie Yoko Tawada in höchstem Maße unser Verständnis von Literatur. Mit ihren alternativen Perspektiven auf Gesellschaften durchbrechen sie festgefahrene Weltanschauungen und setzen neue Impulse für Fragen rund um Kulturtransfer und interkulturellen Dialog.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Yoko Tawada hat beispielsweise einen wunderbaren, kulturhistorischen Exkurs zur Rolle der Träne in Japan geschrieben oder dargelegt, wie es der deutschen Sprache gelingt, mit alltagssprachlichem Vokabular wissenschaftssprachlich komplexe Fragen zu erörtern. Interkulturelle Forschung ist darauf ausgerichtet, Denkstile, die außereuropäische Traditionen nicht angemessen würdigen, interkulturell neu zu durchdenken. Ich meine, Tawadas Sprachkunst eröffnet hierfür eine literarästhetische Perspektive.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Gegenwärtig lassen sich in der öffentlichen Stimmungslage neu-alte Tendenzen von Ethnizismus und Nationalismus beobachten. Gleichzeitig ringen Wissenschaften um universelle Konzepte in Konkurrenz mit relativen Einwänden um Wahrheitsfähigkeit. Die Wissenssoziologie hat bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts im Ausgang ähnlicher Fragestellungen gezeigt, dass es durchaus einen Unterschied macht, ob man wertend untersucht oder Werte dokumentiert. Für Letzteres plädiere ich mit diesem Buch.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Am liebsten mit dem Schriftsteller und Übersetzer Tim Parks. Er hat in seinem Buch »Worüber wir sprechen, wenn wir über Bücher sprechen« (2016) eindrucksvoll aufgezeigt, unter welchem Druck Schriftstellerinnen und Schriftsteller stehen, um auf dem internationalen Buchmarkt konkurrenzfähig zu bleiben. Seine These, dass die Übersetzbarkeit als ultimatives Gütekriterium zur Standardisierung einer globalisierten Literatursprache führe, finde ich wirklich sehr spannend.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Das Buch möchte aufzeigen, wie spannend es ist, Literaturen als Orte der interkulturellen Mehrstimmigkeit zu betrachten.

Besprochen in:
www.via-bund.de, 10 (2017)
Autor_in(nen)
Tobias Akira Schickhaus
Buchtitel
Interkulturelle Literaturwissenschaft und Wissenssoziologie Studien zu deutsch- und japanischsprachigen Texten von Yoko Tawada
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
324
Ausstattung
kart., Abb.
ISBN
978-3-8376-4086-1
DOI
10.14361/9783839440865
Warengruppe
1562
BIC-Code
DSB JHB JFC
BISAC-Code
LIT000000 SOC026000 SOC022000
THEMA-Code
DSB JHB JBCC
Erscheinungsdatum
2017-09-29
Auflage
1
Themen
Gesellschaft, Literatur
Adressaten
Literaturwissenschaft, Soziologie, Interkulturelle Literaturwissenschaft, Wissenssoziologie
Schlagworte
Literatur, Interkulturalität, Deutschland, Japan, Wissenssoziologie, Karl Mannheim, Yoko Tawada, Gesellschaft, Allgemeine Literaturwissenschaft, Kulturwissenschaft, Literaturwissenschaft

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