Selbst und Raum

Eine raumtheoretische Grundlegung der Subjektivität

Jeder Mensch steht in einem mehr oder weniger klaren Verhältnis zur eigenen Person, zu dem, was man auch das Selbst nennt. Hierbei spielt der Raum eine entscheidende Rolle – denn der Mensch ist nicht begreifbar ohne den Ort, an dem er sich aufhält.

Matthias C. Müllers raumtheoretisch fundierte Neubeschreibung des philosophischen Großthemas Selbstheit bzw. Subjektivität zeigt nicht nur, daß menschliches Dasein nicht ohne Bezug auf das Wohnen im Raum begriffen werden kann, sondern auch, daß eigentlich nicht der Mensch den Raum hervorbringt, sondern vielmehr der Raum den Menschen.

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2017-08-27, 408 Seiten
ISBN: 978-3-8376-4087-8

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Matthias C. Müller

Matthias C. Müller, Der Philosophische Garten, Stuttgart und Berlin, Deutschland

... mit Matthias C. Müller

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?

Raum- und Selbsttheorie sind wissenschaftliche Evergreens – so gesehen gehört mein Buch zu einem traditionsreichen Feld. Die jüngsten globalen Entwicklungen allerdings verleihen diesen Theorien eine aktuelle Brisanz. In einer Welt, die kommunikativ, wirtschaftlich, kulturell, umwelt- und migrationspolitisch entgrenzt ist, stellt sich die Frage nach dem Ort des eigenen Selbst auf ungewohnt drängende Weise. Das Buch bietet hierzu historische Bestandsaufnahmen und interdisziplinäre Analysen und ermöglicht handlungsweisende Schlußfolgerungen.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Zunächst eine kontraintuitive anthropologische Perspektive: Der Mensch wird konsequent vom Raum her verstanden. Der Raum erzeugt und formt den Menschen. Hier schlage ich den neuen Begriff einer Anthropotopologie vor. Zudem führen meine begriffstheoretischen Differenzierungen zu einer Konvergenztheorie, im Rahmen derer die je spezifischen Perspektiven der Neurowissenschaften, der Philosophie des Geistes und der Phänomenologie vereint werden können. Schließlich wirbt das Buch für den Aufbau einer Informationsontologie.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Greift man den Ansatz der Anthropotopologie, der Konvergenztheorie und der Informationsontologie auf, hat dies immense Folgen für andere Ansätze in den Lebenswissenschaften im weitesten Sinn. Auch kann die zwischen Geistes- und Naturwissenschaften geführte, von Mißverständnissen geprägte Debatte über den Wert und den Erkenntnisgewinn ihrer jeweiligen Methodik überwunden und zugleich eine gemeinsame, auf Perspektivendifferenzierung beruhende Wissenschaftssprache gefunden werden.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Mit Emmanuel Macron und weiteren europäischen Staats- und Regierungschefs. Ich würde einen zentralen Aspekt des Buchs hervorheben: den Sinn von Grenzen. Dies betrifft jede Art von Grenzen, virtuelle und aktuale, mögliche und wirkliche, natürliche und künstliche, buchstäbliche und übertragene; also nicht nur Staatsgrenzen, sondern beispielsweise auch Grenzen des wirtschaftlichen Wachstums und der Globalisierung, der biotechnologischen Mobilmachung und der Planbarkeit des Lebens.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Subjektivität ist eigentlich ein Raumphänomen: erst durch das Erleben einer Umgrenzung wird das Selbst hervorgerufen.

Besprochen in:
Zeitschrift für Theaterpädagogik, 4 (2018), Florian Vaßen
Autor_in(nen)
Matthias C. Müller
Buchtitel
Selbst und Raum Eine raumtheoretische Grundlegung der Subjektivität
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
408
Ausstattung
kart., Abb.
ISBN
978-3-8376-4087-8
DOI
10.14361/9783839440872
Warengruppe
1526
BIC-Code
HP JHB RGC
BISAC-Code
PHI000000 SOC026000
THEMA-Code
QD JHB RGC
Erscheinungsdatum
2017-08-27
Auflage
1
Themen
Raum, Mensch
Adressaten
Philosophie, Phänomenologie, Psychologie, Medizin, Biologie, Kognitions- und Neurowissenschaften, Literaturwissenschaft, Konstruktivismus, Geistes- und Naturwissenschaften, Ästhetik, Architektur sowie die interessierte Öffentlichkeit
Schlagworte
Selbst, Subjektivität, Raum, Philosophie, Anthropologie, Raumtheorie, Mensch, Philosophische Anthropologie

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