Interview

... mit den Herausgebern
1. Warum ein Buch zu diesem Thema?
Der digitale Wandel der Arbeitswelt findet nicht nur in der Produktion statt. Der Umbruch hat längst auch die Forschungs- und Entwicklungsabteilungen und die... >>>
... mit den Herausgebern
1. Warum ein Buch zu diesem Thema?
Der digitale Wandel der Arbeitswelt findet nicht nur in der Produktion statt. Der Umbruch hat längst auch die Forschungs- und Entwicklungsabteilungen und die Verwaltung erreicht. Ausgehend vom Konzept der Agilität werden viele Angestelltenjobs in Industrieunternehmen regelrecht umgekrempelt. Mit unserem Buch wollen wir diesen grundlegenden Umbruch in der Organisation der Angestelltenarbeit analysieren und Wege zu einer nachhaltigen Gestaltung aufzeigen.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?
Wir rücken mit dieser Studie einen neuen strategischen Trend in den Fokus: die Übertragung von Lean-Konzepten aus der Fertigung und der Einzug von agilen Methoden aus der Software-Entwicklung in immer mehr Bereiche der Angestelltenarbeit. Wir begreifen dies als Moment eines neuen Typs von Industrialisierung und erklären, wie die Menschen diesen Umbruch konkret in ihrem Arbeitsumfeld erleben und welche Handlungs- und Gestaltungsbedarfe sich hieraus ableiten.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?
Nach einer anfänglichen Zuspitzung des digitalen Umbruchs auf die Fertigung im Rahmen von Industrie 4.0 gewinnt nun der ganzheitliche Blick auf die Arbeitswelt der Zukunft an Bedeutung. Das ist wichtig, denn damit geraten die Angestellten zunehmend in den Fokus, die ja schließlich auch in Deutschland die Mehrheit der Arbeitnehmer darstellen. Unsere Untersuchung leistet hier Pionierarbeit, indem wir nach den Folgen neuer Konzepte der Arbeitsorganisation für die Beschäftigten im Büro fragen.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?
Wir pflegen mit unserer wissenschaftlichen Expertise zur Informatisierung der Gesellschaft und Zukunft der Arbeit schon lange einen konstruktiven und zielgerichteten Diskurs mit den Akteuren, die unsere zunehmend digitalisierte Ökonomie mitgestalten. Dies sind natürlich die Beschäftigten und ihre Interessensvertretung, aber auch die Entscheider in Unternehmen und Politik. In diesem Diskurs stoßen wir mit unserer Studie jetzt ein neues Zukunftsthema an.

5. Ihr Buch in einem Satz:
Eine wissenschaftlich fundierte, praxisnahe und authentische Analyse des gegenwärtigen Wandels von Angestelltenarbeit im digitalen Umbruch. <<<


Andreas Boes / Tobias Kämpf / Barbara Langes / Thomas Lühr

»Lean« und »agil« im Büro

Neue Organisationskonzepte in der digitalen Transformation und ihre Folgen für die Angestellten

In der gegenwärtigen digitalen Transformation wird auch die Büroarbeit komplett neu organisiert. Eine zentrale Rolle spielen dabei Konzepte wie »Lean Production« und »agile Methoden«.
Das Buch zeigt die Folgen dieser Entwicklung für die Arbeitswelt von Angestellten anhand von Fallstudien aus den Bereichen Software-Entwicklung, Maschinenbau, Metall- und Elektroindustrie. Erkennbar wird ein grundlegender Umbruch in der Angestelltenarbeit mit ungewissem Ausgang. Kommt die Büroarbeit am digitalen Fließband oder ein Aufbruch in eine neue Humanisierung der Arbeitswelt? Das Buch liefert Antworten auf diese Fragen und zeigt: Das Ergebnis der Entwicklung hängt von unserer bewussten Gestaltung ab.


 

Andreas Boes (Prof. Dr.) ist Wissenschaftler am Institut für Sozialwissenschaftliche Forschung (ISF München) und gehört dort dem Vorstand an. Er ist Mitglied des Direktoriums des Munich Center for Internet Research (MCIR) und apl. Professor für Soziologie an der Technischen Universität Darmstadt. Er forscht seit über 20 Jahren zur Informatisierung der Gesellschaft und Zukunft der Arbeit.
Tobias Kämpf (Dr.) ist Wissenschaftler am Institut für Sozialwissenschaftliche Forschung (ISF München) und Lehrbeauftragter an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg. Er forscht zum Wandel moderner Arbeitsgesellschaften vor dem Hintergrund der Globalisierung und Digitalisierung und mit Fokus auf die hochqualifizierte Wissensarbeit.
Barbara Langes (Dipl.-Soz.) ist Wissenschaftlerin am Institut für Sozialwissenschaftliche Forschung (ISF München). Sie forscht zu neuen Organisationskonzepten in der hochqualifizierten Angestelltenarbeit vor dem Hintergrund einer neuen Phase der Informatisierung.
Thomas Lühr (Dipl.-Pol.) ist Wissenschaftler am Institut für Sozialwissenschaftliche Forschung (ISF München). Er forscht zur Industrialisierung von Angestelltenarbeit, ihren Auswirkungen auf die betriebliche Stellung der Hochqualifizierten und ihren Folgen für die Entwicklung der Mittelschichten.

Homepage:
Andreas Boes: www.isf-muenchen.de
Tobias Kämpf: www.isf-muenchen.de
Barbara Langes: www.isf-muenchen.de
Thomas Lühr: www.isf-muenchen.de

Arbeits- und Industriesoziologie, Organisationssoziologie, Techniksoziologie, Volkswirtschaftslehre, Gesellschaftswissenschaften sowie Praktiker_innen aus Management und Interessenvertretungen

Print 24,99 €

01/2018, 226 Seiten, kart.
ISBN 978-3-8376-4247-6

Artikel-Nr.: 4247

-4247-6: Boes et al., »Lean« und »agil« im Büro

Neue Organisationskonzepte in der digitalen Transformation und ihre Folgen für die Angestellten

 

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01/2018, 226 Seiten
ISBN 978-3-8394-4247-0

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