Fieldwork on High Heels

Eine ethnographische Studie über Hostessen auf Automobilmessen

Glänzende Fahrzeugneuheiten und sexy Hostessen bilden auf Automobilmessen eine Ausstellungseinheit. Aber warum steht dort neben jedem Auto eine lächelnde Frau? Und wie wirkt sich diese stereotype Schönheitsinszenierung auf das Frauenbild unserer Gesellschaft und das leibliche Empfinden der Akteurinnen aus?

Um einen direkten Zugang zur Messewelt zu bekommen, hat Tanja Kubes selbst als Hostess gearbeitet. Ihre Studie bietet somit eine faszinierende Innensicht auf die heteronormativen Schönheits-, Körper-, Macht- und Inszenierungspraxen während der Messe, indem sie multisensorische, autoethnographische Erfahrung mit leitfadengestützten Interviews und Techniken der Medienanalyse methodisch kombiniert.

39,99 € *

2018-05-22, 298 Seiten
ISBN: 978-3-8376-4349-7

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Tanja Kubes

Tanja Kubes, Technische Universität München, Deutschland

... mit Tanja Kubes

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?

Aus Genderperspektive kommt der Besuch einer Automobilmesse einer Zeitreise in die Mitte des vergangenen Jahrhunderts gleich. Männer geben völlig unangefochten die Experten, Frauen stehen als Schauobjekt für das überwiegend männliche Publikum neben den Fahrzeugen und haben nur schön zu sein und nett zu lächeln. Mich hat interessiert, wie Hostessen diese Objektivierung verkörpern und wie sie damit umgehen, solche überkommenen Geschlechterstereotype zu reproduzieren.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Das Buch zeigt, welche emotionalen und körperlichen Techniken für die Hostessentätigkeit essentiell sind. Ich habe im Rahmen der Studie selbst in dem Job gearbeitet und sozusagen mit Haut und Haaren erfahren, was es bedeutet Hostess zu sein. Erstaunlicherweise gibt es für eine solche Herangehensweise in der Literatur kaum Vorbilder. Neben der Innensicht auf die Arbeit von Hostessen eröffnet das Buch daher mit der Methode der ›Living Fieldwork‹ auch neue methodologische Perspektiven.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

In Zeiten der MeToo-Debatte ist die Sensibilität für übergriffiges Verhalten gegenüber Frauen gestiegen. Nach wie vor gehört das lächelnde Erdulden von Anzüglichkeiten und Anmachen aber zum Tätigkeitsprofil von Hostessen. Betroffen sind dabei am Ende nicht nur die Hostessen selbst, sondern alle Frauen – denn die auf der Messe in Szene gesetzten Geschlechterstereotype entwickeln eine enorme gesellschaftliche Strahlkraft. Das Thema ist – leider auch im 21.Jahrhundert noch – furchtbar aktuell.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Im Rahmen der Studie hatte ich keinen Zugang zu den Chefetagen der Automobilhersteller. Hier würde ich gerne mit den Verantwortlichen über Sinn und Zweck des Hostesseneinsatzes diskutieren und gemeinsam ausloten, wie eine nichtsexistische Umsetzung aussehen könnte. Es sollte ja eigentlich auch in ihrem Interesse sein, Automobilmessen gendersensibel zu gestalten und auch Frauen als potenzielle Käuferinnen auf die Messe zu locken.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Das Buch zeigt, wie auf Messen Geschlechterstereotype produziert werden und was dies für die Akteurinnen selbst und die Gesellschaft allgemein bedeutet.

Autor_in(nen)
Tanja Kubes
Buchtitel
Fieldwork on High Heels Eine ethnographische Studie über Hostessen auf Automobilmessen
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
298
Ausstattung
kart.
ISBN
978-3-8376-4349-7
DOI
10.14361/9783839443491
Warengruppe
1726
BIC-Code
JFSJ JHBL
BISAC-Code
SOC032000 SOC026000
THEMA-Code
JBSF JHBL
Erscheinungsdatum
2018-05-22
Auflage
1
Themen
Geschlecht, Arbeit
Adressaten
Gender Studies, Soziologie, Ethnologie, Kulturanthropologie
Schlagworte
Ethnologie, Soziologie, Autoethnographie, Emotionsarbeit, Schönheitsideale, Sensorische Ethnographie, Körpertechniken, Gender Studies, Automobilmessen, Hostessen, Geschlecht, Arbeit, Arbeits- und Industriesoziologie, Wirtschaftssoziologie, Kulturwissenschaft

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