Autoreninterview

... mit Geert Lovink

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht«. Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?
Diese Übersetzung aus dem Englischen ist ein Beitrag zur Internetdebatte. Was genau machen Blogger, wenn sie bloggen?... >>>
... mit Geert Lovink

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht«. Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?
Diese Übersetzung aus dem Englischen ist ein Beitrag zur Internetdebatte. Was genau machen Blogger, wenn sie bloggen? Warum gibt es diesen Kampf zwischen Bloggern und Journalisten der ›alten Medien‹? Warum gibt es eine ›neue Medienkunst‹, und wie verhält sie sich zu Markt und Museum?

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?
»Zero Comments« leistet einen Beitrag zur neuen Medientheorie aus einer globalen Perspektive. Statt nur das ›Neue‹ zu loben, entwickle ich einen kritischen Blick, der weder kulturpessimistisch noch pauschal über das so genannte Web 2.0 urteilt.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in aktuellen Debatten in Wissenschaft und Gesellschaft zu?
Eindeutig wird das Internet nach wie vor heiß diskutiert. Das Medium ist immer noch nicht völlig in den Institutionen integriert, obwohl die Bürger damit immer besser zurechtkommen. Wer bestimmt die Themen in der Öffentlichkeit 2.0? Welcher Stellenwert wird Online-Videos beigemessen und wie organisieren sich die neuen sozialen Netze?

4. Welche besonderen Aspekte kann die wissenschaftliche Betrachtung in die öffentliche Diskussion einbringen?
Es wäre die Aufgabe von ›Netzkritik‹, über die Berichterstattung des hektischen 24/7-Alltags hinauszugehen, und die coolen Managementkonzepte zu hinterfragen. Was bewirkt der Netzdiskurs? Was bedeutet es, dass wir uns wie Software verhalten?

5. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?
Mit jungen Leuten, die sich aktiv mit neuen Medien auseinandersetzen und selbst einen Beitrag leisten.

6. Ihr Buch in einem Satz:
Engagierte und zugleich kritische Internettheorie, die über den kommerziellen Tellerrand in die weite Welt schaut und dabei neue Konzepte entwickelt. <<<


Geert Lovink

Zero Comments

Elemente einer kritischen Internetkultur
(übersetzt aus dem Englischen von Andreas Kallfelz)

In diesem dritten Band seiner kritischen Studien zur Internetkultur hinterfragt Geert Lovink den jüngsten »Web 2.0«-Hype um Blogs, Wikis oder Netzgemeinschaften. Anstatt den »Bürger-Journalismus« zu idealisieren, untersucht der Autor den »nihilistischen Impuls« der Blogs, etablierte Bedeutungsstrukturen auszuhöhlen und – voller Stolz auf ihren Insider-Charakter – das Verlinken, Indexieren und Ranking zum Hauptantrieb zu erheben.
Darüber hinaus behandelt das Buch die stille Globalisierung des Internets, in der nicht mehr der Westen, sondern Länder wie Indien, China und Brasilien sich zu einflussreichen Akteuren entwickeln.
Ein weiterer Schwerpunkt ist die Revision des Theoriebestands: Geert Lovink aktualisiert überholte Konzepte wie die der Globalen Internet-Zeit, der Taktischen Medien oder der Krise der Medienkunst und widmet sich dem schwierigen Verhältnis zwischen Architektur und Netz. Das Buch schließt mit spekulativen Bemerkungen zu Modellen wie Organisierte Netzwerke, Freie Kooperation und Verteilte Ästhetik.


 

Geert Lovink (PhD), niederländisch-australischer Medientheoretiker, Internetaktivist und Netzkritiker, ist Leiter des Institute of Network Cultures an der Hogeschool van Amsterdam, Associate Professor für Media Studies an der Universität Amsterdam und Professor für Medientheorie an der European Graduate School. Bei transcript ist von ihm erschienen: »Das halbwegs Soziale. Eine Kritik der Vernetzungskultur« (2012).

Homepage:
www.networkcultures.org

Medien und Kommunikation, Design, neue Medien, Kunstwissenschaften, Kulturwissenschaften

08/2008, 332 Seiten,
kart.
ISBN 978-3-89942-804-9

Artikel-Nr.: 804

-804-9: Lovink, Zero Comments

Elemente einer kritischen Internetkultur
(übersetzt aus dem Englischen von Andreas Kallfelz)

 

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