Autoreninterview

... mit Andrea Bührmann und Werner Schneider

1. Warum ein Studienbuch zu diesem Thema?
Das Feld der Diskursforschung hat sich seit den 1990ern intensiv entwickelt, so dass heute eine ganze Reihe verschiedener... >>>
... mit Andrea Bührmann und Werner Schneider

1. Warum ein Studienbuch zu diesem Thema?
Das Feld der Diskursforschung hat sich seit den 1990ern intensiv entwickelt, so dass heute eine ganze Reihe verschiedener diskurstheoretischer Fundamente und methodischer Konzepte zur Diskussion stehen. Der dabei immer wieder aufscheinende Begriff des Dispositivs wurde jedoch bisher kaum theoretisch-konzeptionell und methodisch-praktisch erschlossen. Das Buch bietet deshalb eine Einführung in Leitfragen und Themenfelder, analytische Konzepte und methodische Anwendungen der Dispositivanalyse.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?
Die Dispositivforschung eröffnet eine systematische Ergänzung und Erweiterung diskurstheoretischer Perspektiven und diskursanalytischer Forschungspraxen. Mit dem Dispositivkonzept rücken solche Fragen stärker in den Mittelpunkt, die sich direkt auf die Wechselbezüge zwischen normierenden Wissensordnungen, ihren konkreten handlungspraktischen Materialisierungen und Wirksamkeiten im sozialen Austausch von Menschen sowie den damit einhergehenden Selbst-Bezügen und Subjektivitätsformen richten.

3. Welche Bedeutung kommt diesem Thema innerhalb des Fachgebiets und der wissenschaftlichen Ausbildung zu?
Mit Blick auf die Dynamik im Feld der sozialwissenschaftlichen Diskurs- und Dispositivforschung erscheint eine theoretisch-konzeptionelle Konturierung sowie methodologisch-methodische Präzisierung des Dispositivkonzepts in zweifacher Hinsicht sinnvoll und notwendig: Einerseits um die wissenschaftliche Diskussion zu vorliegenden Ansätzen und Vorgehensweisen weiter voranzutreiben, andererseits zur Orientierung von in diesem Feld positionierten Qualifikationsarbeiten.

4. Ihr Tipp zur weiterführenden Lektüre?
Bührmann, Andrea D.; Diaz-Bone, Rainer; Gutiérrez Rodriguez, Encarnación; Kendall, Gavin; Schneider, Werner & Tirado, Francisco J. (Hrsg.): Von Michel Foucaults Diskurstheorie zur empirischen Diskursforschung. Aktuelle methodologische Entwicklungen und methodische Anwendungen in den Sozialwissenschaften. FQS-Schwerpunktausgabe 8(2) http://www.qualitative-research.net/fqs/subref/inhalt2-07-d.htm <<<


Andrea D. Bührmann / Werner Schneider

Vom Diskurs zum Dispositiv

Eine Einführung in die Dispositivanalyse
(2., unveränderte Auflage 2012)

Die Dispositivforschung zielt auf die systematische Ergänzung und Weiterung diskurstheoretischer Perspektiven und diskursanalytischer Forschungspraxis. In ihrem Kern steht die empirische Frage nach den Wechselbezügen zwischen normierenden Wissensordnungen, ihren konkreten handlungspraktischen Wirksamkeiten im sozialen Austausch von Menschen sowie den damit einhergehenden Selbst-Bezügen und Subjektivitätsformen. Da dieses Forschungsfeld bisher theoretisch-konzeptionell und methodisch-praktisch kaum erschlossen ist, bietet das Buch eine grundlegende Einführung in Leitfragen und Themenfelder, analytische Konzepte und methodische Anwendungen der Dispositivanalyse.


 

Andrea D. Bührmann (PD Dr. phil.) ist Privatdozentin an der Universität Münster und derzeit Gastprofessorin an der Universität Wien. Ihre Arbeits- und Forschungsschwerpunkte sind u.a. Gesellschafts- und Wissenschaftsforschung, Diskurstheorie und -analyse, qualitative Methoden der empirischen Sozialforschung, Geschlechterforschung, Entrepreneur und Welfare Studies.
Werner Schneider (Prof. Dr.) lehrt Soziologie an der Universität Augsburg. Seine Arbeits- und Forschungsschwerpunkte sind u.a. Wissens- und Kultursoziologie, Diskurstheorie/-analyse, qualitative Methoden der empirischen Sozialforschung sowie Medizin-/Gesundheitssoziologie (insbes. zu Sterben und Tod), Familiensoziologie, Soziologie der Lebensalter/Lebensphasen.

»Die Blickweitung »Vom Diskurs zum Dispositiv« ist als Arbeit an einem offensichtlichen Desiderat ausgesprochen wertvoll und treibt die sozialwissenschaftliche Forschung innovativ voran. Von größter Bedeutung ist der Perspektivenwechsel, nun nicht nur den Diskurs, sondern alle Bereiche kultureller Praxis mit Foucault zu denken.
Das Buch führt nicht etwa nur in einen bereits bestehenden Ansatz der Sozialwissenschaften ein, sondern sein wichtiger Beitrag ist, dass es in vieler Hinsicht diesen synthetischen Schritt erst vollzieht – ein insgesamt wissenschaftlich sehr produktives Buch also.«
Barbara Birkhan, Forum: Qualitative Sozialforschung (FQS), 11/2 (2010)
»Mit diesem äußerst dichten, gut strukturierten und überzeugend argumentierenden Buch haben Andrea D. Bührmann und Werner Schneider eine eindrucksvolle Einführung vorgelegt, die Diskursforschende ebenso begeistern kann wie jene, die einem diskurstheoretischen Ansatz (noch) skeptisch begegnen.«
Claudia Brunner, Politische Vierteljahrsschrift, 50/4 (2009)
Besprochen in:

www.litkult.de, 05.03.2009, Johannes Angermüller
DISS-Journal, 18 (2009), Jens Zimmermann
Forum: Qualitative Sozialforschung (FQS), 11/2 (2010), Barbara Birkhan

Studierende und Lehrende der Soziologie

»Der Band eignet sich hervorragend zur Einführung in Foucaults Dispositivbegriff. Die Autoren schaffen eine Methodologisierung des Begriffes ohne zu einengende Methodenschritte zu entwickeln. Für alle die mit dem Dispositivbegriff arbeiten wollen, lohnt sich ein Blick in diesen Band.«
S.K., Köln

Print 15,80 €

10/2008, 180 Seiten, kart.
ISBN 978-3-89942-818-6

Artikel-Nr.: 818

-818-6: Bührmann/Schneider, Vom Diskurs

Eine Einführung in die Dispositivanalyse
(2., unveränderte Auflage 2012)

 

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E-Book 13,99 €

PDF-Download, 1,64 MB
07/2015, 180 Seiten
ISBN 978-3-8394-0818-6

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