Aus dem Medienecho

»Ein wichtiges und notwendiges Korrektiv zu dominanten Integrationsdiskursen.«
Paul Scheibelhofer, H-Soz-u-Kult, 29.10.2009

Interview

... mit Sabine Hess

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?
Angesichts der Dominanz und Rigidität des hegemonialen Integrationsdiskurses, der auch die... >>>
... mit Sabine Hess

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?
Angesichts der Dominanz und Rigidität des hegemonialen Integrationsdiskurses, der auch die wissenschaftliche Forschung und das Nachdenken über Migration gerade völlig zu bestimmen scheint, ist eine kritische Auseinandersetzung mit dem Integrationsdiskurs mehr als überfällig.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?
Es befragt die Wirkungen des Integrationsdiskurses in verschiedenen Bereichen wie der Bildungspolitik, der Einwanderungspolitik aber etwa auch in Bezug auf eine feministische antirassistische Praxis. Zudem analysiert es die politischen Träger, Funktionen und Effekte des Diskurses und diskutiert seine Dominanz im Verhältnis zum angeblichen Scheitern des ›Multikulturalismus‹. »No integration« diskutiert aber auch alternative Konzepte und Deutungsmöglichkeiten der europäischen Migrationswirklichkeiten.

3.Welche Bedeutung kommt dem Thema in aktuellen Debatten in Wissenschaft und Gesellschaft zu?
Migrationsforschung ohne den Zusatz ›Integration‹ scheint es gerade nicht zu geben. Das Buch möchte in diese selbstverständliche Perspektivensetzung intervenieren.

4. Welche besonderen Aspekte kann die wissenschaftliche Betrachtung in die öffentliche Diskussion einbringen?
»No integration« geht es nicht um eine rein wissenschaftliche Betrachtung und/oder Kritik des Integrationsparadigmas. Vielmehr versucht »No integration« wissenschaftliche und theoriepolitische Positionen in der Debatte zu Gehör kommen zu lassen, die explizit aus einer migrantischen Perspektive mit argumentieren. Eine derartige wissenschaftliche Praxis ist in der bundesdeutschen Migrationsforschung und -debatte gleichermaßen zu stärken.

5. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?
Mit migrantischen Verbänden und Initiativen, wie auch mit meinen Studierenden.

6. Ihr Buch in einem Satz:
»No integration« ist der Versuch, eine andere Position wieder denkbar zu machen. <<<


Sabine Hess / Jana Binder / Johannes Moser (Hg.)

No integration?!

Kulturwissenschaftliche Beiträge zur Integrationsdebatte in Europa

Integration wurde in den letzten Jahren auch in Deutschland zum zentralen Schlagwort in der Migrationsdebatte. Während das Konzept einerseits positiv »Teilhabe« verspricht, fungiert es in der deutschen Migrationspolitik potentiell als Exklusionsmechanismus. Dieses Buch nimmt aus Perspektiven der Politik, Wissenschaft, Kunst und des Aktivismus das Integrationsparadigma kritisch unter die Lupe. Entgegen der öffentlichen Integrationsforderung an hier lebende Migranten nehmen die Beiträge die Perspektive der Migration ein und loten in verschiedenen Praxisfeldern aus, was dies hinsichtlich politischer und wissenschaftlicher Konzepte in einem Europa der Migration bedeutet.


 

Sabine Hess ist Professorin für Kulturanthropologie/Europäische Ethnologie an der Universität Göttingen.
Jana Binder (Dr. phil.) ist Kulturanthropologin und arbeitet am Goethe-Institut in Buenos Aires.
Johannes Moser (Dr. phil.) ist Professor für Volkskunde und Europäische Ethnologie an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Seine Forschungsschwerpunkte umfassen unter anderem Stadtforschung, Arbeitskulturen, Transformationsprozesse und Alltagskultur.

Homepage:
Sabine Hess: www.movements-journal.org

»Dass ein Dialog zwischen aktivistischem Anti-Rassismus und Migrationsforschung in der eingefahrenen Debatte zu ›Migration und Integration‹ befreiend und impulsgebend wirken kann, zeigt dieser Band.«
Barbara Kiepenheuer-Drechsler, Zeitschrift für Volkskunde, 106/2 (2010)
»Mit ›No integration?!‹ ist ein ausgesprochen anregendes, innovatives Buch-Projekt gelungen, das besondere Aufmerksamkeit verdient. Mit seinem polemischen und zugleich offen interdisziplinären und intermedialen Ansatz erreicht es das selbstgesteckte Ziel, den methodologischen Nationalismus zu überwinden.«
Asta Vonderau, Bayerisches Jahrbuch für Volkskunde, 2010
»Zusammenfassend kann das Buch als wichtiges und notwendiges Korrektiv zu dominanten Integrationsdiskursen eingeschätzt werden.«
Paul Scheibelhofer, H-Soz-u-Kult, 29.10.2009
»Alles in allem ist die Auseinandersetzung mit den hier vertretenen Positionen [...] gerade aus politikwissenschaftlicher Sicht sehr reizvoll, da die präsentierte Perspektive der Migration in den eigenen Ansätzen wohl weiterhin zu wenig Beachtung findet.«
Zeitschrift für Politikwissenschaft, 19.08.2009
Besprochen in:

Frankreich Forum, 9 (2009), Gwénola Sebaux

Sozial- und Kulturwissenschaften

Print 24,80 €

04/2009, 246 Seiten, kart.
ISBN 978-3-89942-890-2

Artikel-Nr.: 890

-890-2: Hess et al. (Hg.), No integration

Kulturwissenschaftliche Beiträge zur Integrationsdebatte in Europa

 

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07/2015, 246 Seiten
ISBN 978-3-8394-0890-2

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