Autoreninterview

... mit Michael Dürfeld

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?
An keinem anderen Begriff als dem des Ornamentalen – der so unbeweglich geworden ist... >>>
... mit Michael Dürfeld

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?
An keinem anderen Begriff als dem des Ornamentalen – der so unbeweglich geworden ist – lässt sich zeigen, wie eine formentheoretische Architekturtheorie das gesamte Begriffsnetzwerk der Architekturtheorie dynamisiert und in Schwingungen versetzt.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?
Es eröffnet für die Architekturtheorie einerseits eine neue Perspektive auf das Ornamentale in der Architektur als das genuin Künstlerische der architektonischen Form und andererseits ergibt sich daraus ein erster Ansatz zu einer formentheoretischen Architekturwissenschaft.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?
Die aktuellen architekturtheoretischen Forschungen zum Phänomen des Ornamentalen in der Architektur seit den 1990er Jahren haben minimalistische, kritisch-performative und metaphorische Ornamentprofile entwickelt. Die Frage nach einem Ornamentbegriff, der gleichermaßen allen verschiedenen Phänotypen des Ornamentalen als Genotyp dienen kann, blieb jedoch unbeantwortet und kann nur – wie diese Studie zeigt – in einer sehr grundsätzlichen Beziehung von Ornament und Entwurf gefunden werden.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?
Mit Leon Battista Alberti (1404-1472) – obwohl er im Architekturdiskurs immer noch für die Abwertung des Ornamentalen zu einem Schmuck und Verzierungselement steht, betrachtete er das Ornamentale als komplexes System. Eine Diskussion mit ihm über eine abstrakte Ornamentkonzeption, die einerseits so grundlegend ist, um damit das Künstlerische in der Architektur zu kennzeichnen und andererseits eine solche Komplexität entwickelt, um unterschiedlichste Facetten des Ornamentalen in der Architektur sichtbar zu machen, wäre sicherlich sehr interessant.

5. Ihr Buch in einem Satz:
Facetten des Ornamentalen in der Architektur jenseits einer Ornamentinterpretation als Schmuck und Verzierung. <<<


Michael Dürfeld

Das Ornamentale und die architektonische Form

Systemtheoretische Irritationen

Interpretiert man Ornamentalität mit Niklas Luhmann als grundlegendes künstlerisches Prinzip der Formengenerierung, so lässt sich das Ornamentale in der Architektur als die spezifisch künstlerische Qualität des architektonischen Entwurfsprozesses beobachten. Dieses Buch dekomprimiert Fundierung, Formulierung, Form und Funktion des Ornamentalen in die Themenkomplexe von Wahrnehmung, Kalkül, Geometrie und Struktur.
Auf diese Weise wird für die Architekturtheorie ein operativer Ornamentbegriff entfaltet, der weiterfragt nach Kosmos, Evolution, Virtualität und Atmosphäre. So entsteht ein grundsätzlicher Kommentar zur aktuellen architekturtheoretischen Ornament-Diskussion, der zugleich als ein Scharnier dient, mit dem sich die Architekturtheorie zum ersten Mal von der Systemtheorie Niklas Luhmanns grundlegend irritieren lässt.


 

Michael Dürfeld (Dr.-Ing.) ist Architekturwissenschaftler und lebt in Berlin. Seine Forschungsschwerpunkte liegen in der Interferenz von Architekturtheorie, Kunsttheorie und Systemtheorie.

Homepage:
www.duerfeld.de

Architekturtheorie, Kunst- und Kulturwissenschaft, systemtheoretische Soziologie

Print 19,80 €

05/2008, 160 Seiten, kart.
ISBN 978-3-89942-898-8

Artikel-Nr.: 898

-898-8: Dürfeld, Das Ornamentale

Systemtheoretische Irritationen

 

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E-Book 17,99 €

PDF-Download, 1,41 MB
07/2015, 160 Seiten
ISBN 978-3-8394-0898-8

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