Autoreninterview

... mit Anna Tuschling

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?
Unsere Urgroßeltern hielten das Radio für Teufelswerk, heute dämonisiert man... >>>
... mit Anna Tuschling

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?
Unsere Urgroßeltern hielten das Radio für Teufelswerk, heute dämonisiert man Chatten und Computerspiele. Es ist höchste Zeit für einen differenzierten Blick auf den digitalen Nachrichtenverkehr. Die Studie nutzt erstmals Freuds weithin unbekannte Theorie des Dritten für eine Analyse des Chattens jenseits von Euphorie und Wehklagen.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?
Das Buch öffnet den analogen und digitalen Klatsch einer medienwissenschaftlichen Betrachtung.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?
Das Thema »Klatsch im Chat« spricht für sich und ist offenkundig von aktueller Bedeutung, aber eben auch von hoher Relevanz für die junge Geschichte des Internet. Die Internetkommunikation erschließt sich einer systematischen Betrachtung nicht durch den Vergleich von Bloggen und Twittern mit Tagebuchschreiben, nicht durch Fokussierung auf soziale Netzwerke und Datingservices, sondern durch die Theorie des Dritten. Die Medienwissenschaft hat ihre Forschungsinstrumente im Bereich digitaler Medien weiter auszudifferenzieren. Die Studie leistet hierfür einen wichtigen Beitrag.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?
Karl Kraus, Sarah Kofman, Arno Schmidt, Jacques Lacan, Samuel Weber, Friedrich Kittler, Avital Ronell.

5. Ihr Buch in einem Satz:
Elektronische Netzwerke globalisieren den Klatsch nicht nur – das Internet ist Klatsch. <<<


Anna Tuschling

Klatsch im Chat

Freuds Theorie des Dritten im Zeitalter elektronischer Kommunikation

Ist die E-Mail akzeptiertes Mittel elektronischer Kommunikation geworden, so bleibt das Chatten Gegenstand der Kritik. Als banal bis jugendgefährdend bewertet, steht es im Verdacht, den Untergang der Schrift zu befördern. Dieses Buch bietet eine neue Sicht – fern kulturkritischer Klagen oder euphorischer Lobreden.
Obwohl der zeitgleiche Textaustausch eine der ungewöhnlichsten Kommunikationsformen im Internet darstellt, blieb die Medialität des Chats oft unbeachtet. Wurde das Chatten meist als Plattform für Identitätsspiele oder subkulturelle Meinungsbildung untersucht, wird es hier als eine Variante des Klatsches vorgestellt. Freuds Theorie des Dritten erweist sich dabei als Schlüssel zum Verständnis aktueller Formen elektronischer Kommunikation.


 
Autorenbild Tuschling, Anna

Anna Tuschling (Jun.-Prof. Dr. phil.) leitet die medienwissenschaftliche Arbeitsgruppe in der Mercator-Forschergruppe »Räume anthropologischen Wissens« an der Ruhr-Universität Bochum. Sie arbeitet über Medienangst, Lernregimes und Lerntechniken sowie zu Medienanthropologie.

Homepage:
http://www.ruhr-uni-bochum.de

Besprochen in:

Weave, 1 (2010)
GERMANISTIK, 51/3-4 (2010)

Medienwissenschaft, Kulturwissenschaft, Literaturwissenschaft, Psychoanalyse

Print 28,80 €

09/2009, 294 Seiten, kart.
ISBN 978-3-89942-952-7

Artikel-Nr.: 952

-952-7: Tuschling, Klatsch im Chat

Freuds Theorie des Dritten im Zeitalter elektronischer Kommunikation

 

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E-Book 25,99 €

PDF-Download, 2,68 MB
07/2015, 294 Seiten
ISBN 978-3-8394-0952-7

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