Autoreninterview

... mit Markus Schmitz

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?
Weil es die allzu häufig depolitisierten Theoriedebatten der Post-Colonial Studies am Beispiel... >>>
... mit Markus Schmitz

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?
Weil es die allzu häufig depolitisierten Theoriedebatten der Post-Colonial Studies am Beispiel eines besonders wirkungsmächtigen Textkorpus auf ihre weltlichen Bedingungsrahmen und Effekte zurückführt.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?
Es analysiert Said im Nahen Osten wie im Westen als Subjekt und Objekt postkolonialer Diskurse und erweitert den rezeptionskritischen Apparat um die marginalisierten Stimmen arabischer Intellektueller.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?
Ein Schlüsseltopos in dem unabgeschlossenen interdisziplinären Projekt der Dekolonisation von Wissensproduktion.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?
Mit dem 2006 verstorbenen intellektuellen Sozialarbeiter Ahmed Abdalla.

5. Ihr Buch in einem Satz:
Eine cross-kulturelle Rezeptionsanalyse Edward Saids, welche gezielt die linguistischen Hierarchien der westlichen Theorieindustrie unterläuft. <<<


Markus Schmitz

Kulturkritik ohne Zentrum

Edward W. Said und die Kontrapunkte kritischer Dekolonisation

Die Bedeutung des palästinensisch-amerikanischen Kritikers Edward W. Said (1935-2003) für die Zusammenführung vormals disparater kultureller und politischer Debatten ist international längst anerkannt. Erstmals liegt nun eine umfassende Werkeinführung und intellektuelle Biographie in deutscher Sprache vor. Unter besonderer Berücksichtigung der arabischen Diskurssituation illustriert die vergleichende Rezeptionsanalyse zudem die cross-kulturelle Wirkung Saids. In vergleichender Perspektive werden seine wechselnden epistemologischen und politischen Verortungen erschlossen. Die in die Studie einbezogenen Stimmen stammen aus der akademischen Kritik und Historiographie, der politischen Theorie, dem journalistischen und kreativen Schreiben sowie aus den audiovisuellen Künsten. Indem hier dezidiert der Frage nachgegangen wird, was tatsächlich geschieht, wenn Saids Kritik über die Grenzen kultureller und sozialer Differenz reist, gelingt es exemplarisch, die emanzipatorischen Potentiale, aber auch die Hindernisse des postkolonialen kritischen Engagements herauszuarbeiten.


 

Markus Schmitz ist Postdoctoral Research Fellow am Englischen Seminar der WWU Münster und forscht derzeit zu den kulturellen Äußerungsformen arabisch-amerikanischer Transmigrationen.

Homepage:
www.anglistik.uni-muenster.de/en/ptts/Muenster/team/schmitz.html

Kulturkritik ohne Zentrum ist nicht nur eine Bestandsaufnahme der Said-Rezeption – die nicht nur insofern einzigartig im deutschsprachigen Raum ist, als sie die arabische Debatte der ›westlichen‹ gleichrangig behandelt –, sondern auch ein theoretischer wie politischer Einsatz.«
Jens Kastner, www.linksnet.de, 30.11.2009
»[E]in Werk von großem transdisziplinären Charakter, das Literatur-, Kultur- und Politikwissenschaft sowie Soziologie zu vereinen weiß.«
Susan Mahmody, www.literaturkritik.de, 05.11.2009
»[Saids] Werk ist es wert, für den gegenwärtigen und zukünftigen Diskurs darüber, wie unsere Eine Welt gleicher, friedlicher und gerechter gestaltet werden kann, zu rezipieren. Markus Schmitz hat dies mit seiner Arbeit getan!«
Jos Schnurer, www.socialnet.de, 15.10.2008
Besprochen in:

Journal for the Study of British Cultures, Vol. 16/2 (2009), Frank Schulze-Engler

Postcolonial Studies, Islamwissenschaft, Amerikanistik, Vergleichende Literaturwissenschaft, Kulturwissenschaft, Politikwissenschaft

Print 34,80 €

09/2008, 434 Seiten, kart.
ISBN 978-3-89942-975-6

Artikel-Nr.: 975

-975-6: Schmitz, Kulturkritik

Edward W. Said und die Kontrapunkte kritischer Dekolonisation

 

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07/2015, 434 Seiten
ISBN 978-3-8394-0975-6

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