Interview

... mit den Herausgebern
1. Warum ein Buch zu diesem Thema?
Pflege ist einerseits eine Thematik, die im deutschsprachigen Raum noch zu wenig empirisch beforscht wurde. Andererseits ist die Erforschung der Rolle und... >>>
... mit den Herausgebern
1. Warum ein Buch zu diesem Thema?
Pflege ist einerseits eine Thematik, die im deutschsprachigen Raum noch zu wenig empirisch beforscht wurde. Andererseits ist die Erforschung der Rolle und Bedeutung von Dingen derzeit von großem Interesse. In den letzten Jahren wurde wiederholt gezeigt, dass die gemeinsame Betrachtung von Menschen und Dingen ein sehr viel differenzierteres Bild unserer lebensweltlichen Bezüge und gesellschaftlichen Ordnung gibt. Das Buch will einen Beitrag dazu leisten, die bislang unzureichend beforschte Mensch-Ding-Interaktion im Bereich von Pflege und Care zu analysieren.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?
Pflege als eine zentrale zwischenmenschliche Praxis von ihren Dingen her interdisziplinär zu beforschen, eröffnet neue Sichtweisen darauf, wie Pflege und Care hergestellt werden und wie sich dies im Laufe der Zeit gewandelt hat. Das Buch versammelt zentrale Ergebnisse eines mehrjährigen interdisziplinären Forschungsprojektes zu Materialitäten in Pflege und Care. Durch den Austausch im Forschungsteam konnten bisher übersehene Themen identifiziert werden, beispielsweise die Rolle der Unsichtbarkeit mancher Dinge bei der Ausgestaltung von Pflege und Care.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?
Die Erforschung von Materialität und ihrer Rolle in Praktiken und bei der Herstellung gesellschaftlicher Ordnungen ist aktuell ein international breit diskutiertes Thema. Mit dem Fokus auf ›Pflegedinge‹ wird der Blick auf die wachsende Bedeutung von Pflege und Care im Kontext des demographischen Wandels und der zunehmenden Technisierung pflegerischer Dienstleistungen gerichtet. Darüber hinaus trägt das Buch den Forderungen nach einer stärkeren Berücksichtigung des materialen kulturellen Erbes Rechnung, das hier im Kontext von Pflege und Care analysiert wird.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?
Die Fragestellungen und Ergebnisse die in den Beiträgen des Bandes präsentiert werden eigenen sich hervorragend für einen interdisziplinären Diskurs mit internationalen Vertreter_innen der Material Culture Studies, der Science and Technology Studies, der sozial- und geisteswissenschaftlichen Pflegeforschung und Nursing Studies, mit Pflegehistoriker_innen, Museumsfachleuten und Praktiker_innen aller Pflegeberufe.

5. Ihr Buch in einem Satz:
Pflege und Care von den Dingen her zu betrachten eröffnet neue Perspektiven auf zentrale Praktiken des menschlichen Miteinanders. <<<


Lucia Artner / Isabel Atzl / Anamaria Depner / André Heitmann-Möller / Carolin Kollewe (Hg.)

Pflegedinge

Materialitäten in Pflege und Care
(mit Fotografien von Thomas Bruns)

Ob Einmalhandschuh oder High-Tech-Gerät – Dinge spielen in Pflege und Care eine große Rolle. Doch wie tragen sie dazu bei, Pflege und Care zu konstituieren? Wie werden gesellschaftliche Vorstellungen und Ordnungen in Pflegedinge eingeschrieben und welchen Einfluss haben umgekehrt Gegenstände bei deren Entstehung?
Solche von der Forschung bislang vernachlässigten Fragen rückt der Band in den Fokus. Die Beiträger_innen zeigen auf, wie Menschen und Dinge in unterschiedlichen historischen und gegenwärtigen Settings von Pflege und Care interagieren und wie Objekte dazu beitragen können, Normalität, Nähe oder Wissen herzustellen bzw. zu verhindern.
Mit Fotografien von Thomas Bruns.


 

Lucia Artner (M.A.), Kulturanthropologin, ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Sozial- und Organisationspädagogik an der Universität Hildesheim.
Isabel Atzl (M.A.), Krankenschwester, Historikerin und Ausstellungskuratorin, ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Berliner Medizinhistorischen Museum der Charité.
Anamaria Depner (Dr. phil.), Kulturanthropologin, ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Gerontologie an der Universität Heidelberg.
André Heitmann-Möller (M.A.), Krankenpfleger und Pflegewissenschaftler, ist wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Fakultät Gesundheitswesen der Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften, Campus Wolfsburg.
Carolin Kollewe (Dr. phil.) ist Ethnologin und und forscht zum Thema Alter – Pflege – Technik. Im Rahmen des Projekts »Pflegedinge« (2014-2017) war sie wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Gerontologie der Universität Heidelberg.

Homepage:
Lucia Artner: Uni Hildesheim
Anamaria Depner: Uni Heidelberg
André Heitmann-Möller: Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften
Carolin Kollewe: Uni Heidelberg

»Ein echter Fundus, den das Buch zu bieten hat. Und Erkenntnisse, die hoffentlich bald mehr ins öffentliche Bewusstsein rücken.«
Carolina Heske, Health & Care Management, 8/10 (2017)

Pflegewissenschaften, Gerontologie, Pflege- und Medizingeschichte, Sozialpädagogik, Kulturanthropologie, Soziologie, Museologie, Kulturwissenschaften, Cultural Studies, Science and Technology Studies sowie Praktiker_innen in Pflege und Care

Print 32,99 €

09/2017, 244 Seiten, kart., zahlr. z.T. farb. Abb.
ISBN 978-3-8376-3841-7

Artikel-Nr.: 3841

-3841-7: Artner et al. (Hg.), Pflegedinge

Materialitäten in Pflege und Care
(mit Fotografien von Thomas Bruns)

 

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E-Book 32,99 €

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08/2017, 244 Seiten
ISBN 978-3-8394-3841-1

Preise inkl. gesetzlicher MwSt.*

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