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Claudio Altenhain, Anja Danilina, Erik Hildebrandt, Stefan Kausch, Annekathrin Müller, Tobias Roscher (Hg.)
Von »Neuer Unterschicht« und Prekariat
Gesellschaftliche Verhältnisse und Kategorien im Umbruch. Kritische Perspektiven auf aktuelle Debatten
2008, 238 S., kart., 24,80 €
ISBN 978-3-8376-1000-0
Reihe Sozialtheorie
Schlagworte:Unterschicht, Prekariat, Postfordismus, Arbeit, Diskursanalyse, Soziale Bewegungen Adressaten: Soziologie, Politikwissenschaft, Kulturwissenschaften
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Die »neue Unterschicht« ist disziplinlos, arbeitsscheu, dumm, fettleibig, fernsehsüchtig - kurz: »Unterschichtler« sind asozial. Solche Zuschreibungen beherrschen die aktuelle Debatte über die »Unterschicht« und das »Prekariat« in seiner »abgehängten« Form. Doch wer wird hier eigentlich beschrieben und was für ein Bild von Gesellschaft wird dabei produziert?
Neben der kritischen Auseinandersetzung mit Mainstream-Diskursen über »die da unten« wird Prekarisierung in diesem Band auch als gesamtgesellschaftliches Phänomen in den Blick genommen. »Unterschicht« und Prekarität werden dabei aus sozialwissenschaftlichen, künstlerischen und lebensweltlichen Perspektiven thematisiert.
Die Herausgeber/-innen promovieren bzw. studieren am Institut für Politikwissenschaft der Universität Leipzig und sind im »Engagierte Wissenschaft« e.V. aktiv.
Pressestimmen
»›Von Neuer Unterschicht und Prekariat‹ ist eine auf hohem Niveau geführte Diskussion zur Differenzierung verschiedener Begrifflichkeiten in der Debatte um den Umbruch in unserer Gesellschaft. Die Beiträge dieses Bandes bieten interessante Herangehensweisen ... mehr an ganz unterschiedliche Teilaspekte der Diskussion um die sogenannte neue Unterschicht.
Wer nach Denkanstößen zur Debatte um die ›neu Unterschicht‹ sucht, dem sei dieser Band ausdrücklich empfohlen.«
Tarek Bamberger, sozialarbeitsnetz.de, 26.03.2009
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Lesetipps
Weitere Titel zu:
Interview
... mit dem Herausgeberkreis
1. »Bücher, die die Welt nicht braucht«. Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?
Weil unser Buch die herrschenden Debatten um die ›(Neue) Unterschicht‹ ›gegen den Strich bürstet‹.
Außerdem betrachten wir Probleme wie Armut, Ausgrenzung und prekäre Lebensverhältnisse nicht einfach als eine vermeintliche gesellschaftliche Realität, sondern auch die damit einhergehenden Machtverhältnisse: Soziale Benachteiligung wird nicht als individuell verschuldet analysiert, sondern ... mehr in ihren gesellschaftlichen Kontext gestellt. Das ist engagierte Wissenschaft im besten Sinne!
2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?
Es bringt drei Perspektiven ins Gespräch – und konfrontiert diese zugleich miteinander: Erstens steht die Wissens- und Kategorienanalyse des Sozialen im Vordergrund – die historische mit aktuellen Problemlagen verknüpft. Zweitens fragen verschiedene Beiträge nach alternativen Forschungsprogrammen und neuen theoriepolitischen Aspekten. Drittens diskutieren unsere AutorInnen Möglichkeiten von Regierung und Widerstand im Spannungsfeld von Repräsentation, Intervention und sozialen Praxen.
3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in aktuellen Debatten in Wissenschaft und Gesellschaft zu?
Die Bedeutung des Themas ist gerade jenseits medialer Konjunkturen kaum zu unterschätzen: Gerade ein Begriff wie ›Unterschicht‹ wird oftmals völlig unkritisch von verschiedenen gesellschaftlichen AkteurInnen benutzt. Alte und neue Stigmatisierungs- und Ausgrenzungsmechanismen werden sichtbar und müssen kritisch hinterfragt werden. Und der sich durch Veränderungen des Kapitalismus dynamisierende Wandel von Arbeits- und Lebensverhältnissen – Stichwort ›Prekarisierung‹ – ist ja ebenfalls in aller Munde.
4. Welche besonderen Aspekte kann die wissenschaftliche Betrachtung in die öffentliche Diskussion einbringen?
Eine engagierte und kritische Wissenschaft sollte einerseits die Machtverhältnisse und -wirkungen vermeintlich objektiver Debatten und Theorien analysieren – sozusagen die gesellschaftlichen Wahrheiten hinterfragen. Andererseits ist sie aufgefordert, Alternativen im Denken und Handeln zur Diskussion zu stellen.
Nicht zuletzt zeigt unser Buch auch, wie wissenschaftliche Perspektiven und öffentliche Diskurse miteinander in problematischer Art und Weise verknüpft sind.
5. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?
Mit GewerkschaftlerInnen und Engagierten aus sozialen Bewegungen, sowie mit interessierten Studierenden und Forschenden aus verschiedenen wissenschaftlichen Disziplinen.
6. Ihr Buch in einem Satz:
Dieser Sammelband ermöglicht anhand der Diskussionen um ›(Neue) Unterschicht‹ und ›Prekariat‹ eine multiperspektivische und kritische Betrachtung aktueller gesellschaftlicher Verhältnisse und ihrer Begriffe.
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