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Jan Pospisil
Die Entwicklung von Sicherheit
Entwicklungspolitische Programme der USA und Deutschlands im Grenzbereich zur Sicherheitspolitik
2009, 442 S., kart., zahlr. Abb., 39,80 €
ISBN 978-3-8376-1077-2
Reihe Global Studies
Schlagworte:Entwicklungspolitik, Sicherheitspolitik, Gouvernementalität, Sri Lanka, USA, Deutschland Adressaten: Politikwissenschaft, Internationale Beziehungen, Entwicklungsforschung, Friedens- und Konfliktforschung
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Seit den 1990er Jahren durchläuft Entwicklungspolitik eine Wandlung. Die Frage bewaffneter Konflikte und Kriege in den Peripherien hat »Nachhaltigkeit« als neue und zentrale Problemstellung abgelöst. Dieser Prozess verläuft nicht bei allen Akteuren gleich. Vielmehr werden spezifische Rationalitäten von Steuerung sichtbar, die sich mit dem Foucault'schen Begriff der Gouvernementalität fassen lassen.
In einem Vergleich der entwicklungspolitischen Praxis der USA und Deutschlands arbeitet diese Studie die Unterschiedlichkeiten der Konzepte und institutionellen Ausrichtungen heraus und analysiert deren Implementierung in Sri Lanka.
Jan Pospisil (Dr. phil.) ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Österreichischen Institut für Internationale Politik (oiip) und Lehrbeauftragter am Institut für Politikwissenschaft der Universität Wien.
Pressestimmen
»Hervorragend ist das Buch in seiner Selbstreflexion von Wissenschaft: Wissenschaftlich lauter ist, was Verrat an hergebrachtem Wissen übt und so einen ›politischen Raum [schafft], der von Dispositiven nicht zu vereinnahmen ist‹ (373). So viel geistige ... mehr Freiheit ist leider selten geworden.«
Zeitschrift für Politikwissenschaft, 11.11.2009
»Die Arbeit bietet einen detaillierten Einblick in die Geschichte der Entwicklungs- und Sicherheitspolitik, sie bezieht sich auf maßgebliche Schriften zum Thema, beleuchtet das kaum überschaubare Feld der Akteure und geht auf Kernbegriffe ein, die in der Debatte der letzten 20 Jahre wegweisend waren.«
Michael Rösener, Mindener Tageblatt, 10.12.2009
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Lesetipps
Weitere Titel zu:
Interview

... mit Dr. phil. Jan Pospisil
1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?
Weil ich letztlich hoffe, dass der Text nicht nur theoretische Erkenntnisse voranbringt und eine einigermaßen griffige Analyse aktueller Entwicklungen – wie des internationalen Engagements in der Endphase des sri-lankischen Friedensprozesses – leistet, sondern im Zuge dessen einige spannende Geschichten zu erzählen hat, die das Lesen trotz der phasenweise unbestreitbaren Schwere von ... mehr Aspekten einer empirischen Policy-Analyse interessant machen.
2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?
Meine Absicht war es, mit der Arbeit in eine bestehende Forschungslücke zu stoßen. Zwar hat sich bislang schon einiges an Literatur zum Themenkomplex ›Entwicklung und Sicherheit‹ angesammelt, diese beschränkt sich jedoch zumeist auf Policy-Empfehlungen oder aber überwiegend theoretisch gehaltene Abhandlungen. Mein Ziel war es, diese beiden Ebenen in einer konkreten Untersuchung zu verbinden und die Karriere des Themenkomplexes in Theorie und Praxis nachzuzeichnen.
3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?
Ohne Zweifel ist der ›Entwicklungs-Sicherheits-Nexxus‹ in Zeiten von ›gesamtstaatlichem Agieren‹ gegenüber ›komplexen Sicherheitsherausforderungen‹ im Zentrum des außenpolitischen Diskurses angekommen. Eine informierte Debatte ist bislang aber, speziell im deutschen Sprachraum, nicht weit gediehen. Hier kann die in der Arbeit vorgeschlagene Anwendung eines auf Foucault rekurrierenden Dispositiv-Begriffs die Diskussion voranbringen und einen Beitrag zur politisch-historischen Einordnung des Prozesses leisten.
4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?
Hier müsste wohl der Name Michel Foucault fallen, aber nachdem dies selbst theoretisch nicht möglich sein wird, sage ich Mark Duffield. Seine Arbeiten – insbesondere ›Global Governance and the New Wars‹ – waren ein wesentlicher Einfluss bei der Erarbeitung des Textes, seine theoretischen wie auch praktischen Einsichten sind wegweisend und immer wieder aufs Neue erhellend.
5. Ihr Buch in einem Satz:
Das Buch erzählt eine Geschichte über die Karriere von (Un-)Sicherheit auf globaler Ebene.
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