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Thomas Pohl
Entgrenzte Stadt
Räumliche Fragmentierung und zeitliche Flexibilisierung in der Spätmoderne
2009, 394 S., kart., zahlr. z.T. farb. Abb., 29,80 €
ISBN 978-3-8376-1118-2
Reihe Urban Studies
Schlagworte:Sozialgeographie, Zeitgeographie, Spätmoderne, Stadt, Urbanität, Wissensgesellschaft, Alltag Adressaten: Humangeographie, Soziologie, Stadtpolitik
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Der aktuelle Übergang von der Industrie- zur Wissensgesellschaft geht mit räumlichen und zeitlichen Flexibilisierungen von Arbeit, Freizeit, Konsum und Mobilität einher. Dieser tiefgreifende gesellschaftliche Umbruch zeigt sich nicht nur in der individuellen Alltagsgestaltung der betroffenen Menschen, sondern führt auch zu einer Überformung des Rhythmus unserer Städte, in denen die Ursachen und Konsequenzen der Auflösung kollektiver Zeitstrukturen besonders deutlich erkennbar sind.
Die sozialgeographische Studie zeigt am Beispiel der Metropole Hamburg, welche Folgen diese Entwicklung für Städte und ihre Bewohner hat.
Thomas Pohl (Dr. rer. nat.) ist Akademischer Rat am Institut für Geographie der Universität Hamburg.
Pressestimmen
»Bei der vorliegenden Arbeit handelt es sich um eine sehr anspruchsvolle, theoriegeleitete empirische Untersuchung, die aus der Perspektive einer engagierten Geographie mit sozialpolitischem Anspruch geschrieben ist [...]. Sie setzt sich kritisch mit ... mehr bestehenden Konzepten auseinander [...] und sucht nach Wegen der Konzeptualisierung neuer alltagsweltlicher Phänomene. Darin besteht ein wesentlicher Ertrag für die Analyse neuer raum-zeitlicher Strukturen in der spätmodernen Stadt.«
Prof. Dr. Dieter Rink, www.socialnet.de, 24.03.2010
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Lesetipps
Weitere Titel zu:
Interview

... mit Dr. rer. nat. Thomas Pohl
1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?
Erstaunlicherweise ist ein Ende des Zeitalters der Stadt bislang nicht in Sicht, obwohl die technischen Entwicklungen eine Virtualisierung vieler Bereiche der Produktion sowie der sozialen Vernetzung von Menschen inzwischen möglich machen. Im Gegenteil, lässt sich derzeit eine Renaissance des Urbanen erkennen. Mit meinem Buch gehe ich der Frage nach, was die heutige Qualität von ... mehr Städten ausmacht, vor allem aber, welche Trends der Stadtentwicklung sich in den nächsten Jahren noch weiter verstärken werden.
2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?
Mein Ausgangspunkt ist die Frage, welche spezifischen Vorteile heute von städtischen Räumen ausgehen. Das heißt konkret: Wie ist der Alltag der Stadtbewohner räumlich und zeitlich zu organisieren, wenn sich beispielsweise die Arbeitszeiten immer weiter entstandardisieren und flexibilisieren? Naheliegend ist, dass etwa die Balance zwischen Erwerbsarbeit und Freizeit neu austariert wird. Dieser Prozess zieht einen Wandel der Aktionsräume sowie der zeitlichen Rhythmen der Stadt nach sich. Insbesondere kommt es aber zu einer Entgrenzung der Aktivitätszeiten in bestimmten Quartieren und in Folge dessen zu einer Neubewertung des Stadtraums.
3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?
Der derzeitige Wandel von der Industrie- zur Wissensgesellschaft wirft die zentrale Frage auf, wie wir in Zukunft leben werden. Die räumlichen, vor allem aber die temporalen Rahmenbedingungen der Wissensgesellschaft sind bislang kaum empirisch erforscht worden. Fakt ist jedoch, dass sich die momentan stattfindenden ökonomischen und gesellschaftlichen Transformationsprozesse nicht unabhängig von räumlichen Strukturen abspielen. Mir ist daran gelegen die Bedeutung der Städte dabei auszuleuchten.
4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?
Mit allen, die sich um die Zukunft der Städte Gedanken machen. Insbesondere mit Personen, die stadtpolitisch Verantwortung übernehmen.
5. Ihr Buch in einem Satz:
Eine Analyse der raum-zeitlichen Organisation der Stadt und des Alltags ihrer Bewohner.
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