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Wolfgang Kabatek
Imagerie des Anderen im Weimarer Kino
2003, 226 S., kart., zahlr. Abb., 25,80 €
ISBN 978-3-89942-116-3
Reihe Film
Schlagworte:Filmgeschichte, Weimarer Republik, Kulturgeschichte, Exotismus, Populärkultur Adressaten: Medien- Kultur-, Film- und Literaturwissenschaftler
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Die Imaginationsmaschine des Kinos wird in der Moderne zu einem mächtigen Agenten der Repräsentation des Anderen. Populärkulturelle Motive mit garantiert hohem Schauwert bestimmen besonders publikumsträchtige Abenteuerfilme wie »Die Spinnen« von Fritz Lang oder »Das indische Grabmal« von Joe May. Als Weltgenerierungs- und Zeitmaschine erscheint das Kino als Mythendistribuent par excellence und verbreitet unter den Bedingungen einer als entzaubert apostrophierten Moderne massenwirksame Verzauberungen und Remythisierungen. Das Unbekannte, Fremde, Andere wirkt in der industriellen Moderne gleichsam an die Ränder der Welt zurückgedrängt, verschwunden ist es damit jedoch nicht. In einer kleinen Medien- und Kulturgeschichte des Anderen im Weimarer Kino wird anhand beispielhaft analysierter Filme verschiedener Genres den populären historischen Verarbeitungsmustern nachgegangen, in denen in dieser Zeit Rätselhaftes, Differentes und Heterogenes verhandelt wird.
Wolfgang Kabatek, Dr. phil., Assistent an der Humboldt Universität zu Berlin. Arbeitet zu medien- und kulturgeschichtlichen Fragestellungen von Film, Fotografie, Literatur, Fernsehen und Radio, zu Aspekten des Medienreflexiven und zu medialen Lesbarkeitskonzepten.
Pressestimmen
»Das Manko der sorgfältig recherchierten Arbeit ist schlicht der Materiallage geschuldet. Gerade aus dem frühen exotischen Abenteuergenre sind nur wenige Filme vollständig erhalten. Dennoch liegt mit der 'Imagerie des Anderen' eine überaus lesenswerte ... mehr Studie vor, die zum Teil unbekanntes Terrain beschreitet und immer wieder neue Anschlüsse sucht.«
Manuel Köppen, Zeitschrift für Germanistik, 2 (2005)
»Kabatek intents to study inter-war German notions of the exotic, the strange and uncanny by examining Weimar German films and their contemporary reception. He wants to find out how notions of 'the Other' were shaped within the Weimar Republic and thereby, reversibly, how people identified themselves in inter-war Germany.
Even if it is not explicitly spelled out, the implicit thesis of this study is that the masses of Weimar Germany actively, if not consciously, used feature film imagery of the perceived exotic 'Other' in order to satisfy a collectively experienced lack of a consensual German national identity.
This is a thought-provoking thesis, indeed. If it can be proven by a rigid empirical study it would make a highly valuable contribution not only in the fields of film studies, or to the historiography of the Weimar Republic, but to the complex historical and sociological debate on nations and nationalism as a whole.
Kabatek's many assertions are interesting indeed, and they are often productively thought-provoking. But they remain unproven. And at the same time, Kabatek fails to address issues that appear almost obvious in his own narrative, such as the gender aspect. In a film like, for instance, the here closely examined 'Das indische Grabmal', the whole scenario has been structured around the male gaze, according to which the body of the woman is as exotic as the face of the Indian. Nevertheless, Kabatek has not with one word touched upon the issue of gender. Kabatek's book appears more as a sketch to a forthcoming research project than it does a conclusive study. The promises set forward in this book makes at least this reviewer hope for Kabatek to provide a further, in-depth study on this theme.«
Erik Tangerstad. www.h-net.org, 8 (2004)
»'Imagerie des Anderen im Weimarer Kino' fills a particular gap in a field dominated by few methodological models. His book is recommended for anyone who is interested in this area, but also for those who are interested in the way scholarship on Weimar film has shifted and will continue to change in the future. Its freshness combined with solid erudition will surely inspire further inquiry and speculation.«
Steve Choe, MEDIENwissenschaft, 2 (2004)
»Denn ebenso wie Kabateks zentrale These [...], dass sich im Falle der Weimarer Gesellschaft Identität daraus gewinnen ließ, dass man das zur Darstellung brachte, was einem selbst fremd bzw. was in irgendeiner Form exotisch und damit anders war als man selbst, - kurz: daraus, 'wie der Bildproduzent sich nicht sieht' -, so wird auch der eigentliche Wert der Kabatek'schen Untersuchung erst dadurch erkennbar, dass man sich bewusst macht, was die Dissertation nicht ist, was sie nicht leistet und was sie nicht aussagt. Wohl erst mit Rückgriff auf diese 'negative Folie' lässt sich [...] diese 'kleine Medien- und Kulturgeschichte des Anderen im Weimarer Kino' als Inspirationsquelle und Nährboden für weiter- und vor allem tiefergehende medienhistorische und kulturwissenschaftliche Untersuchungen wertschätzen.«
Eva-Christina Glaser, www.literaturkritik.de, 4 (2006)
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