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Michael Eggers, Matthias Rothe (Hg.)

Wissenschaftsgeschichte als Begriffsgeschichte

Terminologische Umbrüche im Entstehungsprozess der modernen Wissenschaften
2009, 274 S., kart., 27,80 €
ISBN 978-3-8376-1184-7
Reihe Science Studies
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Entgegen anderslautenden Prognosen ist die Begriffsgeschichte heute aktueller denn je. Ihre Relevanz verdankt sie, so die These dieses interdisziplinären Bandes, einer Entwicklung, durch die sie sich aus der Bindung an die großen Schulen und Theorien des 20. Jahrhunderts befreit hat, um ihre Vorgehensweise konsequent an der Heterogenität ihres Materials auszurichten und sich damit ihrer eigentlichen Aufgabe zu widmen: der Erforschung der das Wissen strukturierenden Begriffssemantiken und ihrer Wanderungsbewegungen zwischen den unterschiedlichsten Disziplinen der Natur- und Geisteswissenschaften. Die vorliegenden Studien, u.a. zu Begriffen wie Funktion, Katastrophe, Triebfeder und Pfropfen, belegen einmal mehr die Leistungsfähigkeit dieses Ansatzes.
Michael Eggers (Dr.) lehrt neuere deutsche Literatur an der Universität zu Köln.
Matthias Rothe (Dr.) lehrt Kommunikationswissenschaft an der Europa-Universität Viadrina (Frankfurt/Oder).
Begriffsgeschichte, Wissenschaftsgeschichte, Kulturwissenschaft
Kulturwissenschaft, Literaturwissenschaft, Wissenschaftsgeschichte
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Interview
... mit Dr. Michael Eggers und Dr. Matthias Rothe
1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?
Das Buch dokumentiert die denkgeschichtlich entscheidende Phase, in der sich das bis heute gültige System der wissenschaftlichen ... mehrDisziplinen herausbildet, anhand des Bedeutungswandels der Begriffe zwischen den Wissensbereichen. Es erinnert an vergessene historische Bedeutungsschichten von uns so vertrauten Notionen wie ›Funktion‹ und ›Katastrophe‹ und verunsichert damit produktiv.
2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?
Es legt Kontingenzen und Brüche im Prozess der Entstehung der modernen Wissenschaften frei, verweigert sich den großen Narrationen der Fachgeschichte und öffnet damit den Blick für die vielen kleinen Kämpfe um Deutungshoheit ebenso, wie für die unmerklichen semantischen Übertragungen, Wechselwirkungen und Parallelen.
3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?
Es leistet einen zweifachen Beitrag: Zum einen positioniert es sich in der Debatte um das angebliche Ende der Begriffsgeschichte – und liefert ein entschiedenes Plädoyer für deren Fortsetzung. Zum anderen öffnet es die Begriffsgeschichte für die Bewegungen des Wissens zwischen den Geistes- und Naturwissenschaften. So hilft es zu zeigen, was auch nach Abschluss der großen historischen Wörterbücher noch zu tun bleibt.
4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?
Michel Foucault.
5. Ihr Buch in einem Satz:
Wissen wandelt sich und wandert – auch über Grenzen. Das zu erkennen und zu verfolgen ist kurzweilig und aufschlussreich.
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