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Anne von Oswald, Andrea Schmelz, Tanja Lenuweit (Hg.)
Erinnerungen in Kultur und Kunst
Reflexionen über Krieg, Flucht und Vertreibung in Europa
2009, 250 S., kart., zahlr. z.T. farb. Abb., 27,80 €
ISBN 978-3-8376-1202-8
Reihe Kultur- und Medientheorie
Schlagworte:Erinnerung, Kunst, Europa, Kultur, Vertreibung, Krieg, Vergangenheit Adressaten: Kulturwissenschaften, Geschichte, Kunst, Sozialwissenschaften
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Mit seinem interdisziplinären Ansatz, der kontroverse Reflexionen von Künstlern, Schriftstellern, Intellektuellen und Wissenschaftlern gegenüber stellt, eröffnet der vorliegende Band neue vergleichende Perspektiven auf europäische Erinnerungsdiskurse zu Krieg, Flucht und Vertreibung. Fokussiert werden zum einen die Diskurse, die in Tschechien, Polen und Deutschland über den Umgang mit der Erinnerung an Flucht und Zwangsmigrationen am Ende des Zweiten Weltkrieges geführt werden, und zum anderen die Erinnerungskämpfe, die in den Nachfolgestaaten des ehemaligen Jugoslawien stattfinden. Der Band steht für Gegenerinnerungen, die Transformationen von Machtverhältnissen aufzeigen und Opfer-Täter-Diskurse hinterfragen.
Anne von Oswald (Dr. phil.) arbeitet im Feld der europäischen Bürgerschaftsbildung zu den Themen (Zwangs-)Migrationen in Vergangenheit und Gegenwart, Erinnerung und Menschenrechte.
Andrea Schmelz (Dr. phil.), Politikwissenschaftlerin und Historikerin, promovierte an der Humboldt-Universität zu Berlin und arbeitet zu den Themen Erinnerung(spolitik), Migration, Menschenrechte und Entwicklung.
Tanja Lenuweit ist Kulturwissenschaftlerin und und im Bereich der historisch-politischen Bildung tätig. Sie arbeitet u.a. zu den Themen Gender, Erinnerungskultur und Menschenrechte.
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Lesetipps
Weitere Titel zu:
Interview
... mit Dr. phil. Anne v. Oswald, Dr. phil. Andrea Schmelz und Tanja Lenuweit
1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?
Im postsozialistischen Europa sind wir mit ganz neuen Chancen im Umgang mit Vergangenheit und Erinnerungen konfrontiert. Durch die Art und Weise, wie sich Gesellschaften an die Vergangenheit erinnern, entwickeln sich Identitäten und werden Kontinuitäten und Brüche geschaffen und Tabus aufgebrochen. Die Beiträge des Bandes fordern zu ... mehr ungewöhnlichen Dialogen zwischen künstlerischen und wissenschaftlichen Positionen über Erinnerungen an Krieg, Flucht und Vertreibung in Europa auf.
2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?
Erstmals vereint dieser Band kontroverse künstlerische und wissenschaftliche Reflexionen zu ›heißen‹ und ›kalten‹ Erinnerungen nach 1989 über Krieg, Flucht und Vertreibung im ehemaligen Jugoslawien, Polen, Tschechien und Deutschland. Es geht dabei um die gesellschaftspolitische Rolle von Kunst, Literatur und Film in den gegenwärtigen Erinnerungsdiskursen, die sich auf die Zukunftsgestaltung der politischen und kulturellen Räume in europäischen Gesellschaften auswirkt.
3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in aktuellen Debatten in Wissenschaft und Gesellschaft zu?
Es geht uns darum, die Rolle von Kultur und Kunst in den heutigen Erinnerungsdiskursen in sehr unterschiedlichen Gesellschaften und historischen Erfahrungsräumen neu zu erkunden. Steckt in der Kunst das Potenzial, um Gegenerinnerung aufzubauen, die das Schweigen bricht, das Verdrängte hervorholt und Menschen eine Stimme gibt, die vergessen wurden? Inwieweit ist es für die Kunst möglich, die jeweils national geprägten öffentlichen Debatten zu öffnen und sich dem Diktat der offiziellen Erinnerung zu entziehen?
4. Welche besonderen Aspekte kann die wissenschaftliche Betrachtung in die öffentliche Diskussion einbringen?
Die Beiträge zeigen Erinnerungsdiskurse auf, die uns mit der Transformation von Machtverhältnissen konfrontieren, um Sichtweisen aufzubrechen und Opfer-Täter-Diskurse zu hinterfragen.
5. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?
Mit Akteuren aus Kulturinstitutionen, Politik und Zivilgesellschaft.
6. Ihr Buch in einem Satz:
In den Beiträgen des Buches geht es um Konstruktionen von Erinnerungen und die Verhältnisse von Macht und Ohnmacht, die sich über einen interdisziplinären Dialog aufbrechen lassen.
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