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Nadine Christina Böhm
Sakrales Sehen
Strategien der Sakralisierung im Kino der Jahrtausendwende
2009, 320 S., kart., 29,80 €
ISBN 978-3-8376-1230-1
Reihe Kultur- und Medientheorie
Schlagworte:Film, das Sakrale, das Heilige, Religion, Kulturwissenschaft Adressaten: Kulturwissenschaften, Film- und Medienwissenschaften, Religionswissenschaften, Theologie
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Dieser Band bringt Theologie und Kulturwissenschaft in einen ebenso spannungsreichen wie fruchtbaren Dialog, der im Begriff der Sakralisierung konvergiert. Indem klassische phänomenologische Ansätze zum Heiligen diskursiv gefasst werden, wird deutlich, wie sehr Diskurse über das Erleben einer numinosen Macht im populären Film um die Jahrtausendwende ein (wenn nicht ihr) wirkmächtiges Residuum gefunden haben.
Neben einer kulturtheoretisch komplexen Begriffsbildung bietet »Sakrales Sehen« interdisziplinäre und innovative Einsichten in die Aneignungsprozesse religiöser Symbolsysteme in Filmen wie »The Matrix«, »Harry Potter«, »Stigmata« und »William Shakespeare's Romeo+Juliet«.
Nadine Christina Böhm (Dr. phil.) lehrt Literatur- und Kulturwissenschaften an der Universität Erlangen-Nürnberg. Ihre Forschungsschwerpunkte liegen neben der Erforschung der Interdependenzen religiöser und kultureller Diskurse besonders im Bereich zeitgenössischer Erzählliteratur.
Leserforum
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»Dieses Buch ist ein Glücksfall, denn es bietet eine wirklich interdisziplinäre Untersuchung der Affinität des zeitgenössischen populären Films zur Spiritualität. Statt sich mit dem Verweis auf den Film als Ersatzreligion einer säkularisierten, postindustriellen Gesellschaft ... mehr zu begnügen, bringt Böhm Theologie und Filmwissenschaft in einen fruchtbaren kulturwissenschaftlichen Dialog. Nach einer detaillierten Auseinandersetzung mit den Begriffen des Heiligen und Sakralen zeigt sie, wie die untersuchten Filme in einem Prozess der Sakralisierung das Heilige inszenieren, ins Bild setzen und teils auch in kommerzieller Absicht funktionalisieren. Die Sakralisierung wird so als spezifische Kulturtechnik der Jahrtausendwende verstehbar, die den Wunsch nach Transzendenz zugleich ausstellt und befragt. Nicht zuletzt fragt dieses intelligente Buch auch immer wieder nach der Haltung der Kulturwissenschaften zu ihren Gegenständen.«
Prof. Dr. Ina Habermann
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Lesetipps
Weitere Titel zu:
Interview

... mit Dr. phil. Nadine Christina Böhm
1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?
Mein Buch bringt erstmals die Fächer Theologie/Religionswissenschaften und anglistische Kulturwissenschaft auf theoretisch reflektiertem Niveau zusammen und bündelt die Ergebnisse in innovativen Lektüren populärer Filme. Diese Lektüren zeigen in teils kritischer, teils witziger, aber stets in kulturreflexiver Manier auf, wie Sakralisierungsstrategien auf politisch nicht ganz ... mehr unschuldige Weise unsere Sehgewohnheiten prägen.
2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?
Anstatt schlicht religiöse Motive im Film wiederzufinden oder die Verwendung von Religion in per se nicht religiösen Diskursen zu kritisieren, illustriert »Sakrales Sehen« auf neuartige Weise die intrikaten Interdependenzen von Religion und Film. Ich analysiere z.B., wie Allgemeinwissen zu Religionen gewieft rekontextualisiert wird, um bestimmte ideologische Positionen zu legitimieren. Die Rolle der Religion im populären Film kann als Lackmustest für soziokulturelle Veränderungen gesehen werden.
3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?
Mein Thema ist eines, das in den letzten Jahren massiv an Sichtbarkeit gewonnen hat, was an Begriffen wie z.B. ›the religious turn‹ ablesbar ist. Jedoch ist noch ungeklärt, wie das Zusammenspiel von Film und Religion gewinnbringend zu erforschen sei. Meine Studie gibt eine klare und theoretisch versierte Position zur Verbindung von Film und Religion vor und etabliert mit Sakralisierungsstrategien ein interdisziplinär austariertes Analyseinstrumentarium.
4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?
Ich hätte meine Arbeit gerne mit Susan Sontag diskutiert. Mich würde interessieren, ob sie meine Einschätzung der politischen Funktion von Sakralisierungen im Film um die Jahrtausendwende teilt. Als Spezialistin für Photographie, Film, Philosophie und als politisch pointierte Intellektuelle wäre sie eine Persönlichkeit, die meine Filmanalysen, die durch Sakralisierung bezeichnete Bildlichkeit und die politisch-gesellschaftliche sowie die kulturelle Relevanz meiner Arbeit kritisch kommentieren könnte.
5. Ihr Buch in einem Satz:
»Sakrales Sehen« zeigt methodisch und theoretisch versiert anhand spannender Lesarten populärer Filme den Mehrwert interdisziplinären Arbeitens.
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