|
|
 |
 |
 |
 |
 |
 |
Helmut Johach
Von Freud zur Humanistischen Psychologie
Therapeutisch-biographische Profile
2009, 340 S., kart., 29,80 €
ISBN 978-3-8376-1294-3
Reihe Globaler Humanismus
Schlagworte:Psychoanalyse, Therapie, Dialog, Kultur, Humanismus Adressaten: Psychologie, Soziologie, Philosophie, Kulturwissenschaft
|
 |
Bestellen |
Diese Studie korrigiert und ergänzt die Geschichtsschreibung der Psychoanalyse, indem sie die Rolle bedeutender »Dissidenten« bzw. »Revisionisten« in ein neues Licht rückt. Therapeutinnen wie Lou Andreas-Salomé und unorthodoxe Analytiker wie Sándor Ferenczi, Georg Groddeck und Wilhelm Reich prägten die Grundlagen eines humanistischen Verständnisses von Psychoanalyse, auf denen Erich Fromm, Fritz und Laura Perls sowie Ruth C. Cohn mit den von ihnen entwickelten Methoden weiter aufbauen konnten.
In biographischen Persönlichkeitsportraits, die die Entwicklung hin zur Humanistischen Psychologie dokumentieren, werden bis heute gültige Leitlinien einer ressourcenorientierten, dialogischen, leibnahen und gesellschaftskritischen Psychologie und Therapie erkennbar.
Helmut Johach (Dr. phil.) hat in Philosophie und Soziologie promoviert und ist Gründungsmitglied der Internationalen Erich-Fromm-Gesellschaft. Er lebt als Therapeut und Supervisor in der Nähe von Nürnberg.
Pressestimmen
»In einer historisch gehaltenen Betrachtung der Entwicklung der ursprünglichen Freudschen Psychoanalyse – welche selbst nie aus einem Guss war – wird an Hand von verschiedenen Portraits namhafter Protagonist/innen in eine überaus interessante Debatte ... mehr um den Wandel ihres theoretisch verorteten Menschenbildes und die sich daraus ergebenden methodischen Konsequenzen für die klinische Haltung eingeführt. Beinahe zwingend ergibt sich aus dieser Darlegung das Aufkommen der Humanistischen Psychologie mit der Formulierung ihrer alternativen Positionen. Aufzuzeigen, dass beide nicht vor Irrtümern gefeit sind und, was noch schwerer wiegt, viel mehr Gemeinsamkeiten aufweisen als ihnen womöglich lieb ist, ist das Verdienst dieses Buches.«
Prof. Dr. Manfred Gerspach, www.socialnet.de, 07.04.2010
Weiterempfehlen
Leserforum
Ihre Meinung zum Buch ist gefragt! Senden Sie uns Ihre Kurzrezension und Sie erhalten eine Gutschrift über 5 € für den transcript-Buchshop!
»Als interessierter Laie beschäftigt mich seit einiger Zeit das Thema Psychologie – und hier besonders die Geschichte und Entwicklung der Psychoanalyse. Aufgrund meines Interesses für den unorthodoxen Psychoanalytiker und bekannten Humanisten Erich Fromm ... mehr stieß ich kürzlich auf das vorliegende Buch von Dr. Helmut Johach. Der Detailreichtum, die vielen derart treffenden Zitate aus einer Vielzahl verschiedener Veröffentlichungen von und zu den einzelnen behandelten Personen, die Formulierungskunst sowie die ganz und gar durchgehaltene Struktur der Schilderung und Beurteilung, haben mich sehr beeindruckt. Die schlüssige Darlegung des gemeinsamen Ursprungs, und dabei auch der zum Teil ganz persönlichen Beziehungen und gegenseitigen Beeinflussungen der später in unterschiedlichen Ausprägungen praktizierenden Psychologen und Therapeuten, macht diese besondere Phase der Geschichte der Psychoanalyse gerade auch für den Laien sehr anschaulich. Wie und warum es zur Entwicklung ganz neuer Konzepte mit veränderter Zielsetzung kam, lässt sich sehr gut nachvollziehen. Auch der Platz Erich Fromms in diesem Zusammenhang wird deutlich. Die abschließende Beurteilung Dr. Johachs und sein Ausblick bringen dann alles am Ende wunderbar auf den Punkt und wecken das Interesse für weitere Veröffentlichungen aus seiner Feder. Vielen Dank dem Verlag für dieses interessante und empfehlenswerte Buch.«
Klaus Widerström
|
 |
Lesetipps
Weitere Titel zu:
Interview

... mit Dr. phil. Helmut Johach
1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?
Sich mit Psychologie zu befassen, um etwas über sich selbst zu erfahren, ist enorm wichtig. Unterschiedliche ›Menschenbilder‹ und Auffassungen über die Art, wie wir miteinander umgehen sollten, beeinflussen auch unsere Vorstellungen von uns selbst und unser Alltagsleben. Deshalb sollte man sich mit den in meinem Buch behandelten Persönlichkeiten, mit ihren Theorien und praktischen ... mehr Konzepten – von der Psychoanalyse bis zur Gestalttherapie und Themenzentrierten Interaktion – genauer auseinandersetzen.
2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?
Bei Freud und in der klassischen Psychoanalyse kommt das ›Humanistische‹ zu kurz. Ich zeige, dass einige seiner frühen Anhänger – unter anderem Georg Groddeck, Sándor Ferenczi und Lou Andreas-Salomé – weitergegangen sind in Richtung einer ganzheitlichen, dialogischen und auf Förderung menschlichen ›Wachstums‹ gerichteten Psychologie und Therapie, die später unter der Bezeichnung ›Humanistische Psychologie‹ bei uns bekannt wurde. Diese Entwicklungslinie, in der etliche aus Europa in die USA geflüchtete Psychoanalytiker/-innen jüdischer Herkunft (u.a. Wilhelm Reich, Erich Fromm, Fritz und Laura Perls sowie Ruth C. Cohn) eine bedeutende Rolle gespielt haben, ist bisher kaum untersucht worden.
3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?
Die heutige Diskussion in der Psychologie und der Therapieforschung steht unter dem Einfluss der Biologie und der Neurowissenschaften. So interessant manche Ergebnisse auch sein mögen – sie werden der Erfahrung nicht gerecht, dass die meisten Menschen eigene Vorstellungen von ihrem Leben haben und darüber selbst bestimmen möchten. Ich nehme dieses Bedürfnis ernst, indem ich auf Wissenschaftler und Therapeuten eingehe, die das subjektive Erleben betonen. Eine weitergehende Frage ist, wieweit die Kultivierung der Persönlichkeit in anderen Kulturen geteilt oder kritisiert wird und ob sie als Grundlage eines neuen interkulturellen ›Humanismus‹ gelten kann.
4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?
Ich würde darüber am liebsten mit Menschen diskutieren, die sich für persönliche Entwicklung und zwischenmenschliche Beziehungen interessieren, die vielleicht auch schon einmal an einer Therapie- oder Selbsterfahrungsgruppe teilgenommen haben. Auch für ›Spezialisten‹ aus der Psychoanalyse oder der Humanistischen Psychologie sind meine Untersuchungen von Interesse, da manche Details aus der Lebensgeschichte und Theorieentwicklung der führenden Vertreter dieser beiden Richtungen bisher wenig bekannt sein dürften. Und schließlich würde ich gern einen Dialog darüber führen, wie manche in meinem Buch behandelte Kontroversen – z.B. um das Streben nach ›Selbstverwirklichung‹ – von Angehörigen anderer Kulturen wahrgenommen werden.
5. Ihr Buch in einem Satz:
»Von Freud zur Humanistischen Psychologie« beschreibt anhand von biographischen Portraits eine Entwicklung in der Psychologie des 20. Jahrhunderts, die für das Selbstverständnis des Menschen in der westlichen Welt von großer Bedeutung ist; sie kann auch als Grundlage für den Dialog mit anderen Kulturen dienen.
|