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Jennifer Elfert

Theaterfestivals

Geschichte und Kritik eines kulturellen Organisationsmodells
2009, 406 S., kart., 34,80 €
ISBN 978-3-8376-1314-8
Reihe Theater
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Theaterfestivals in Deutschland sind keine weitere Spielart des Events in einer übersättigten Erlebnisgesellschaft, sondern zählen zu den wichtigsten Organisationsformen von Theater seit 1989. Die sorgfältige Studie von Jennifer Elfert geht erstmals den historischen, ökonomischen und kulturellen Dimensionen des Phänomens auf den Grund und legt sowohl einen historisch-kritischen Überblick als auch eingehende Analysen einzelner bedeutender Festivals vor.
Warum sollten Theaterfestivals subventioniert werden? Welche sozialen, kulturpolitischen und ökonomischen Bedürfnisse befriedigen sie? Und warum sollten auch Sie ein Theaterfestival besuchen? Antworten liefert dieses Buch.
Jennifer Elfert (Dr. phil.) arbeitet als Projektleiterin und Kulturmanagerin.
»Das Buch bietet insbesondere in den Einzelanalysen und Interviews aber auch in den Passagen, welche einen historischen Überblick zur Entwicklung von Festspielen und Festivals zu geben versuchen, einen sehr praktischen Mehrwert: man kann es als Nachschlagewerk benutzen.«
H.-Georg Lützenkirchen, www.socialnet.de, 24.01.2011
Theater, Festival, Kulturmanagement, Wiedervereinigung, Gesellschaft
Theaterwissenschaft, Kulturanthropologie, Kulturmanagement
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Interview

... mit Dr. phil. Jennifer Elfert
1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?
Einerseits natürlich, weil es nie genügend Bücher auf der Welt geben kann. Andererseits, weil die Studie für jeden am Thema Interessierten ... mehrsehr gegenständliche und zugleich kulturtheoretisch reflektierende Hinweise zum Verständnis von Theaterfestivals gibt. Ein angeblich so selbstverständliches kulturelles Phänomen wie das Festival sollte nicht unhinterfragt bleiben – gerade wenn es mitunter viele Steuergelder verschlingt.
2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?
Es geht mir darum, Theaterfestivals nicht als ein Freizeitphänomen zu diskutieren, sondern als ein historisch fundiertes ›Ereignis‹ im Sinne Derridas – ohne politische oder ideologische Überhöhung. Die Studie schlägt nicht in die Kerbe der Festivalmacher, die aus Selbsterhaltungstrieb mit bisweilen fragwürdigen Rechtfertigungsstrategien aufwarten. Es werden die bisher genutzten, aber nicht ausreichend realisierten Potenziale des Festivalmodells abseits seines Unterhaltungswerts durchleuchtet.
3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?
Theater- und Kulturwissenschaften widmen sich heute immer stärker dem Thema, das lange nur als Teil der Eventkultur abgehandelt wurde. In den letzten Jahren wurden so Forschungsverbände gegründet, die sich interdisziplinär dem Thema widmen; sei es über die Frage nach der Rolle des Festes in Europa (Freie Universität Berlin) oder wie das European Festival Research Project, das länderübergreifend die Spielarten des Festivals beschreibt. Das erhöhte Interesse fußt vor allem auf dem Bedürfnis, gemeinsame europäische Traditionen zu finden.
4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?
Einerseits mit den frühen und gegenwärtigen Festivalmachern, weshalb ein wesentlicher Teil der Forschungsarbeit im Führen von Interviews bestand. Andererseits mit dem Publikum von Festivals, das ich in meiner Forschungsarbeit nicht eingehender analysieren konnte. Hier besteht nach wie vor ein erhebliches Forschungsdefizit. Die Nähe zur Praxis des Festivals ist mir sehr wichtig. Meine Arbeit hat deshalb den Anspruch angewandter Wissenschaft.
5. Ihr Buch in einem Satz:
Es beschreibt das Festivalmodell als traditionelle, aber wandelbare kulturelle Praxis und würdigt es als künstlerisches und soziopolitisches Phänomen.
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