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Sabine Mehlmann, Sigrid Ruby (Hg.)

»Für Dein Alter siehst Du gut aus!«

Von der Un/Sichtbarkeit des alternden Körpers im Horizont des demographischen Wandels. Multidisziplinäre Perspektiven
2010, 278 S., kart., zahlr. Abb., 26,80 €
ISBN 978-3-8376-1321-6
Reihe KörperKulturen
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»Für Dein Alter siehst Du gut aus!« – Diese Alltagsfloskel bezeugt die instabile Korrelation von Alter und körperlicher Verfasstheit und verweist zudem auf ein strenges Gebot: die Arbeit am eigenen Körper(-bild). Der »Kulturkörper« erscheint im Zeitalter der Postmoderne als form- und gestaltbar und ist zugleich Normierungsprozessen unterworfen. Die Beiträge dieses Bandes fokussieren alter(n)sbezogene Normierungen von Körpern und Körperbildern, wie sie gegenwärtig in diversen Diskursfeldern und Medien zu beobachten sind. Überlegungen aus mehreren Disziplinen werden zusammengeführt, um das komplexe Miteinander medial generierter Körpernormen und der Praktiken der Arbeit am Körperbild zu beleuchten.
Sabine Mehlmann (Dr. phil.) ist Sozialwissenschaftlerin an der Justus-Liebig-Universität Gießen.
Sigrid Ruby (PD Dr. phil.) ist Kunsthistorikerin an der Justus-Liebig-Universität Gießen.
WWW: Mehlmann
WWW: Ruby
Gespräch mit Sigrid Ruby in der WDR-Sendung »Resonanzen« am 6.9.2010
Besprochen in:
Psychologie heute, 10 (2010)
lehrerbibliothek.de, 13.09.2010, Dieter Bach
informationsdienst altersfragen, 9/10 (2010)
www.literaturkritik.de, 11 (2010), Rolf Löchel
Körper, Altern, Gender, Normierung, Body Enhancement, Medien
Sozialwissenschaften, Literaturwissenschaft, Kunstgeschichte, Philosophie, Geschichte, Theologie
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Interview

... mit Dr. phil. Sabine Mehlmann und Dr. phil. Sigrid Ruby
1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?
Den in den modernen Bild- und Textmedien propagierten Normen des ›erfolgreichen Alterns‹ und den subtilen ... mehrZwängen der ›Arbeit gegen das Alter(n)‹ kann sich heute keine(r) wirklich entziehen. Der Band sensibilisiert für die mit dem Alter(n) verknüpften Körper(bild)normierungen und Prozesse der Pathologisierung und Ausgrenzung, die in den Diskursen über den demographischen Wandel und in den neuen Leitbildern von so genannten ›jungen Alten‹ tendenziell ausgeblendet werden.
2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?
Das Buch nimmt die mit der (massen-)medialen Popularisierung des ›Anti-ageing‹ und des ›erfolgreichen Alterns‹ verbundenen Prozesse altersbezogener Körpernormierungen als neue Formen biopolitischer Regulierung in den Blick, in denen der Imperativ der ›Selbstoptimierung‹ mit ästhetisch kodierten Idealen von Jugendlichkeit und Schönheit sowie Gesundheitsnormen in Gestalt körperlicher und geistiger Leistungsfähigkeit verknüpft wird.
3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?
Mit Blick auf das Wechselverhältnis von Körpernormen, Körpertechnologien und Praktiken der Arbeit am (eigenen) Körper(bild) werden kultur-, medien-, sozial- und geisteswissenschaftliche Perspektiven zusammengeführt. Die Beiträge fokussieren sich abzeichnende Prozesse einer Neuverhandlung der ›Natur des Alter(n)s‹, welche das Verhältnis von Natur und Kultur, Individuum und Körper, Materialität und Repräsentation, Norm und Abweichung neu figurieren und Fragen nach den Möglichkeiten kritischer Intervention aufwerfen.
4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?
Mit alten und jungen Leserinnen und Lesern.
5. Ihr Buch in einem Satz:
Wer alt aussieht, ist selber schuld.
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