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Sebastian Dullien, Hansjörg Herr, Christian Kellermann
Der gute Kapitalismus
... und was sich dafür nach der Krise ändern müsste (mit einem Vorwort von Gesine Schwan)
2009, 248 S., kart., 19,80 €
ISBN 978-3-8376-1346-9
Reihe X-Texte
Schlagworte:Kapitalismuskritik, Finanzmärkte, gute Arbeit, Global Governance, Staat und Markt Adressaten: Gesellschaftswissenschaften und Wirtschaftswissenschaft, interessierte Öffentlichkeit
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Kann Kapitalismus gut sein? Ja – wenn er an die Leine genommen wird! Die globale Krise hat gezeigt, dass der Kasinokapitalismus vor allem einer kleinen superreichen Elite nutzt. Das hat jedoch nichts mit einem »guten Kapitalismus« zu tun.
Wie kann man dem Kapitalismus seine Dynamik entlocken und gute Arbeit und Wohlstand für alle erreichen? Wie kann man die Risiken von Finanzmärkten auf ein Minimum reduzieren, ohne dabei die einzigartige Dynamik dieser Märkte außer Kraft zu setzen?
Antworten darauf und auf die Frage nach dem richtigen Grad an Regulierung des Marktes durch Staat und Gesellschaft bietet dieses Buch. Es beschreibt den Weg hin zu einem Wirtschaftsmodell, das allen Menschen zugutekommt.
Prof. Dr. Sebastian Dullien (geb. 1975) studierte und promovierte in VWL an der Freien Universität Berlin. Seit 2007 ist er Professor für International Economics an der Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) in Berlin. Davor arbeitete er als Redakteur für Weltwirtschaft bei der Financial Times Deutschland. Er ist Autor einer regelmäßigen Kolumne im Wirtschaftsmagazin »Capital« und kann in seinen jungen Jahren bereits auf mehr als tausend journalistische Veröffentlichungen zu Wirtschaftsthemen und Wirtschaftspolitik, unter anderem bei »Financial Times Deutschland«, DIE ZEIT, Spiegel Online, tageszeitung, Berliner Zeitung oder stern.de, verweisen.
Prof. Dr. Hansjörg Herr (geb. 1956) startete seine Karriere als gelernter Koch und arbeitete auch einige Jahre als Schiffskoch auf den Weltmeeren. Über den zweiten Bildungsweg kam er zur Wirtschaftswissenschaft und promovierte und habilitierte an der Freien Universität Berlin. Seit 1994 ist er Professor für Volkswirtschaftslehre für Supranationale Integration an der Hochschule für Wirtschaft und Recht in Berlin. Seine Forschungsschwerpunkte liegen im Bereich der Finanzmärkte, insbesondere mit Blick auf die Analyse von Weltwährungssystemen. Während er immer noch gerne kocht, konzentriert sich seine Arbeit auf die globale Wirtschaft und die Arbeit mit den Studierenden.
Dr. Christian Kellermann (geb. 1974) studierte Politikwissenschaft und Wirtschaft in Frankfurt am Main. Nach seinem Studium war er zunächst als Analyst bei einer Investmentbank in Frankfurt a.M. und New York tätig. Nach dem Crash der New Economy promovierte er zum »Washington Consensus« und schrieb ein Buch über die Finanzmärkte und ihre Protagonisten. Danach arbeitete er in der internationalen Analyseabteilung der Friedrich-Ebert-Stiftung (FES) in Berlin und veröffentlichte vielfach zu internationalen Wirtschaftsthemen. Im Juli 2009 wechselte er für die FES als Leiter des Büros für die Nordischen Länder nach Stockholm und studiert dort die skandinavischen Erfahrungen mit einem vermeintlich besseren Kapitalismus.
Pressestimmen
»Dieses Programm wird sicher nicht leicht durchzusetzen sein. Aber eine klare Orientierung sollte auch den politischen Willen stärken.«
Dr. Michael Dauderstädt, vorwärts, 20.10.2009
»›Der gute Kapitalismus‹ ist [...] eines der wenigen Bücher, das ... mehr eine Blaupause für Deutschland liefert und dabei konsequent die internationalen Zusammenhänge aufzeigt.
Die Wirtschaftskrise ist eine systemische Krise, aber keine Krise des Systems. Ein ›guter Kapitalismus‹ ist möglich.«
Marc Brost, DIE ZEIT, 22.10.2009
»Dullien, Herr und Kellermann haben ein gutes, ein wichtiges Buch geschrieben. Politiker, die über die Zukunft unseres Wirtschaftssystems mitentscheiden wollen, sollten es lesen.«
Claus Hulverscheidt, SZ, 14.11.2009
»Wer über die Zukunft des Kapitalismus debattieren möchte, kommt an dem Buch nicht vorbei.«
Robert von Heusinger, FR, 27.11.2009
»Eine Perspektive der praktischen Vernunft für alle, die sich Gedanken machen. Eine Provokation nur für die handelnden Verantwortlichen: Sie müssen der Vernunft zum Durchbruch verhelfen.«
Hans Eichel, Financial Times Deutschland, 21.12.2009
»[E]s kommt darauf an, Undenkbares zu denken. Ob es tatsächlich unde(a)nkbar ist, einen guten Kapitalismus das Wort zu reden und ob es anstatt der Ausbesserung der traditionellen Straßen nicht das Denken und Konstruieren völlig neuer Wege bedarf, um darauf gehen (und fahren) zu können, dazu ist das Buch [...] ein Plan(spiel) und eine Diskussionsgrundlage; für Studierende der Betriebs- und Weltwirtschaft genau so, wie für an ökonomischen und gesellschaftlichen Fragen Interessierten.«
Dr. Jos Schnurer, www.socialnet.de, 07.01.2010
»Insgesamt liefert das Buch eine beeindruckend weit gefächerte Blaupause für ›guten Kapitalismus‹.
Es bleibt der Verdienst von Dullien, Herr und Kellermann, zur rechten Zeit einen höchst anregenden Input zu einer gerade auch für die SPD überfälligen Debatte geliefert zu haben. Sie haben die komplexen Zusammenhänge ohne Brüche unter die Vision des ›guten Kapitalismus‹ eingeordnet – dafür gebührt ihnen Dank und Anerkennung.«
Philipp Steinberg, Berliner Republik, www.b-republik.de, 12.01.2010
»Die Autoren verkünden keine Wahrheiten. Die Stärke des Buches liegt in der Analyse der grundlegenden Fehlentwicklungen der letzten 30 Jahre.«
Tages-Anzeiger, 15.02.2010
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Lesetipps
Weitere Titel zu:
Interview
.. mit Dr. Christian Kellermann
1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?
Weil der Kapitalimus eine fundamentale Neuordnung braucht. Die Krise ist Folge eines exzessiven Finanzkapitalismus. Er zerstört nicht nur Finanzsysteme, sondern auch den Konsens der sozialen Marktwirtschaft. Das Buch zeigt den Weg hin zu einem sehr viel besseren Kapitalismus, der auf vier Säulen ruht: gezähmten Finanzmärkten, guter Arbeit, europäischer Zusammenarbeit und weltweiten ... mehr Regulierungen. Das Buch zeigt: Der gute Kapitalismus ist machbar!
2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?
Die Perspektive einer machbaren Alternative zum jetzigen Crash-Kapitalismus. Es geht um die Erneuerung und damit um den Erhalt unseres deutschen und globalen Marktsystems – aber unter neuen Vorzeichen. Aufbauend auf der Analyse der Komplexität globaler Marktmechanismen werden zwingende Perspektiven für den Wechsel zum guten Kapitalismus entwickelt.
3.Welche Bedeutung kommt dem Thema in aktuellen Debatten in Wissenschaft und Gesellschaft zu?
Die Bedeutung könnte nicht größer sein. Die deutsche Regierung und die internationale Staatengemeinschaft operieren am offenen Herzen der zusammengebrochenen Finanzmärkte. Parallel dazu geht es um eine politische Neuordnung der Wirtschaft auf allen Ebenen. Die großen deutschen Parteien scheinen noch nicht einmal ein Konzept für eine Wirtschaftsordnung nach der Krise zu haben – das Buch liefert ihnen dafür eine Blaupause.
4. Welche besonderen Aspekte kann die wissenschaftliche Betrachtung in die öffentliche Diskussion einbringen?
Dass unser Blick über den Shareholder Value und die Kurzfristdogmatik hinaus gehen muss. Die ›globale Volkswirtschaft‹ ist in sich geschlossen und stolpert von Krise zu Krise. Nur eine komplexe Analyse der globalen Zusammenhänge im Kontext dieser Jahrhundertkrise ermöglicht politische Schlussfolgerungen für ein neues Verhältnis von Staat, Markt und Gesellschaft. Das Modell Deutschland muss nach dieser Analyse auf den Prüfstand.
5. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?
Mit den Menschen. Denn um sie geht es.
6. Ihr Buch in einem Satz:
Der gute Kapitalismus ist die Voraussetzung für die Überlebensfähigkeit unseres Marktsystems, wie wir es kennen – und er ist möglich!
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