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Elsbeth Bösl, Anne Klein, Anne Waldschmidt (Hg.)

Disability History

Konstruktionen von Behinderung in der Geschichte. Eine Einführung
2010, 258 S., kart., 26,80 €
ISBN 978-3-8376-1361-2
Reihe Disability Studies
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Hat Behinderung eine Geschichte? Die internationale Disability History füllt die Leerstelle zwischen Historiografie und Disability Studies; sie geht davon aus, dass Phänomene verkörperter Differenz kontingent sind. Dieses Buch führt in den deutschsprachigen Diskurs der neuen geschichtswissenschaftlichen Teildisziplin ein. Erörtert werden konzeptionelle Grundlagen und methodische Fragen der Disability History. Exemplarische Fallstudien umreißen das Forschungsfeld und befassen sich mit wissenschaftlichen Konstruktionen und subjektiven Erfahrungen, Institutionen und Politiken, Körper, Kunst und Kultur.
Eine grundlegende Einführung für Bachelor- und Master-Studiengänge sowie die am Thema interessierte Öffentlichkeit.
Elsbeth Bösl (Dr. phil.) ist Historikerin am Zentralinstitut für Geschichte der Technik der TU München. Ihre Forschungsschwerpunkte sind Disability History und Technikgeschichte.
Anne Klein (Dr. phil.), Erziehungs- und Politikwissenschaftlerin und Historikerin, ist Dozentin und wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Humanwissenschaftlichen Fakultät der Universität zu Köln. Ihre Forschungsschwerpunkte sind Erinnerungskultur, Biopolitik und Bewegungsforschung.
Anne Waldschmidt (Dr. rer. pol.) ist Professorin für Soziologie und Politik der Rehabilitation sowie Disability Studies an der Universität zu Köln. Sie leitet die Internationale Forschungsstelle Disability Studies (iDiS). Ihre Forschungsschwerpunkte sind Körper- und Wissenssoziologie, Biopolitik, Sozial- und Behindertenpolitik sowie Disability Studies.
WWW: Bösl
WWW: Klein
WWW: Waldschmidt
WWW: Internationale Forschungsstelle Disability Studies
»[E]in spannender und erkenntnisreicher Einstieg in die Thematik. Die versammelten Aufsätze zeigen, dass das Phänomen ›Behinderung‹ in der Geschichte auch auf Basis eines kulturwissenschaftlichen Zugangs gewinnbringend und erkenntniserweiternd rekonstruiert werden kann.«
Sebastian Barsch, www.sehepunkte.de, 12/4 (2012)
»Lobenswert ist die für ein Einführungsbuch nötige Übersichtlichkeit und Konsistenz der Darstellung, die durch Querverweise in den einzelnen Beiträgen und durch erkennbar abgestimmte Rückbindung an das theoretische Programm hergestellt wird.«
Joachim Scholz, H-Soz-u-Kult, 14.12.2011
»Der Band bezeugt die Wichtigkeit des reflektierten Zusammenspiels von Geschichte, Theorie und Praxis bzw. Ethik!«
Birgit M. Stubner, ergoscience, 6/2 (2011)
»Mit diesem Sammelband liegt eine hervorragende Einführung in ein neues Teilforschungsgebiet vor, welches sich insbesondere durch seine Interdisziplinarität auszeichnet.«
David Kreitz, www.socialnet.de, 08.02.2011
Behinderung, Geschichte, Politik, Kultur, Diskurs
Geschichtswissenschaften, Disability Studies, Kulturwissenschaften, Sozialwissenschaften
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Interview

... mit Dr. rer. pol. Anne Waldschmidt, Dr. phil. Anne Klein und Dr. phil. Elsbeth Bösl
1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?
Dieses Buch ist ein wichtiger Beitrag zu einem für den deutschsprachigen ... mehrRaum neuen Diskurs, den Disability Studies. Es zeigt, dass ›Behinderung‹ als historisch und kontingent verstanden werden muss. Der Diskurs über Behinderung und Normalität braucht die Geschichtswissenschaft und der Geschichtswissenschaft eröffnet sich mit ›Behinderung‹ ein neues Forschungsfeld, um die Komplexität aktueller sozialer Ungleichheiten zu verstehen. Der Sammelband ist als Einführung konzipiert, die in der Forschung ebenso eingesetzt werden kann, wie in der universitären Lehre.
2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?
Dieses Buch zeigt, wie facettenreich die Wissensordnungen und Zuschreibungspraxen von ›Normalität‹ und ›Behinderung‹ sind. Es macht deutlich, dass ›Behinderung‹ ein spannender wissenschaftlicher Gegenstand ist. Es regt dazu an, die einengenden Pfade der anwendungsorientierten Rehabilitationswissenschaften zu verlassen und das Thema zu benutzen, um grundlagentheoretisch über den gesellschaftlichen Umgang mit Differenz nachzudenken.
3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?
Die Geschichtswissenschaft hat das Thema ›Behinderung‹ noch viel zu wenig für sich entdeckt. Der Sammelband leistet hierfür einen Pionierbeitrag. Er dokumentiert die Produktivität der Disability History und stellt einen Anschluss an internationale Diskurse her.
4. Ihr Buch in einem Satz:
Mit seiner Kombination aus Lehrtexten und Fallstudien ist das Buch grundlegend für die deutschsprachige Disability History.
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