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Gaby Temme, Christine Künzel (Hg.)

Hat Strafrecht ein Geschlecht?

Zur Deutung und Bedeutung der Kategorie Geschlecht in strafrechtlichen Diskursen vom 18. Jahrhundert bis heute
2010, 278 S., kart., 27,80 €
ISBN 978-3-8376-1384-1
Reihe Studien interdisziplinäre Geschlechterforschung
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Bei allen strafbaren Handlungen stellt sich die Frage, ob und wie das Strafrechtssystem Unterschiede in der Behandlung von Frauen und Männern macht. Dieser Band befasst sich mit der Relevanz der Kategorie Geschlecht im Strafrecht und in der Strafrechtspraxis. Beiträge aus den Bereichen Soziologie, Geschichts-, Literatur- und Strafrechtswissenschaft sowie der Kriminologie ermöglichen einen multiperspektivisch-interdisziplinären Blick auf historische Entwicklungen und aktuelle Tendenzen.
Die Beiträge behandeln u.a. die Themen Gender und Strafrecht, Kindsmord, Sexualstrafrecht, Strafvollzug, Geschlecht und Strafrecht im NS-Staat, Lesarten der amtlichen Kriminalstatistiken sowie Intersectionality und Strafrecht.
»Das Wissen aus solchen Untersuchungen könnte dem Strafrecht und den Gerichten dazu verhelfen, die Maxime der Gleichbehandlung in die Spruchpraxis umzusetzen [...] – bis es annähernd stimmt, dass vor dem Gesetz alle gleich sind.«
Birgit Tombor, www.dieStandard.at, 26.09.2010
»In diesem Buch stellt sich das Strafrecht als repressive Institution dar, die geschlechtliche Arbeitsteilung, Hierarchisierung der Geschlechterrollen und Schichtzugehörigkeit ständig reproduziert: Deswegen, und nicht weil es ›männlich‹ ist, ist es auch abzuschaffen.«
Sylvia Köchl, an.schläge, 11 (2010)
»Grundton des Buches ist die Erkenntnis, dass die Kategorie ›Geschlecht‹ alleine nicht ausreicht, um Diskriminierung zu erklären.
In diesem Sinne geht es auch hier um eine gewisse ›Ganzheitlichkeit‹, deren Operationalisierung unbedingt anzugehen ist. Einen ersten Schritt in diese Richtung haben Gaby Temme und Christine Künzel mit diesem Band getan.«
BAG-S Informationsdienst Straffälligenhilfe, 18/3 (2010)
»Die Antworten sind nicht nur für Juristinnen spannend zu verfolgen.«
www.landesfrauenrat-berlin.de, 25.01.2011
»[D]as Thema des Bandes [ist] als wichtig anzusehen. Geschlechtertugenden spielten nämlich vor allem in geschichtlicher Perspektive bei der Strafzumessung durchaus eine bedeutsame Rolle. Dies sprechen die beiden Herausgeberinnen in ihrer hervorragenden Einführung in die Problematik auch an.«
Monika Frommel, www.querelles-net.de, 12/1 (201)
Besprochen in:
www.frauenrechte.de, 3 (2011), Kathrin Burbulla
Zeitschrift der Savigny-Stiftung für Rechtsgeschichte, 128 (2011), Hiram Kümper
Strafrecht, Geschlecht, Gender, Sexualstrafrecht, Strafvollzug, Kriminalstatistik, Intersektionalität
Soziologie, Literatur- und Kulturwissenschaften, Geschichtswissenschaft, Strafrechtswissenschaft, Kriminologie
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Interview

... mit Prof. Dr. jur. Gaby Temme und Dr. Christine Künzel
1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?
Weil der Band sehr viele unterschiedliche Lesergruppen anspricht.
2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch? ... mehr Zum ersten Mal werden hier zentrale Fragestellungen im Bereich von Strafrecht und Geschlechterforschung gebündelt dargestellt.
3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?
Es hat sich gezeigt, dass ein großer Bedarf an interdisziplinärer Forschung besteht, der sich bisher kaum gezielt artikulieren konnte. Die Publikation dient als wesentliche Anregung für zukünftige Forschungen.
4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?
Monika Frommel, Institut für Sanktionenrecht und Kriminologie an der Universität Kiel.
Gabriele Löschper, Fakultät Wirtschafts- und Sozialwissenschaften an der Universität Hamburg.
Elisabeth Holzleithner, Institut für Rechtsphilosophie, Religions- und Kulturrecht an der Universität Wien.
5. Ihr Buch in einem Satz:
Der Band gibt einen sehr umfassenden Eindruck davon, auf welchen verschiedenen Ebenen des Strafrechtsdiskurses Geschlechterfragen von Bedeutung sind.
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