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Humanismus ist eine historisch spezifische Auffassung des Menschen mit normativem Anspruch. Sie beruht auf einer Deutung dessen, was Menschsein überhaupt bedeutet – ein Interpretationsprozess, der immer in unterschiedlichen Kontexten geschieht.
Für die gegenwärtige Debatte unverzichtbar sind die verschiedenen Wissenschaften und Wissensbereiche, die sich mit dem Menschen und seiner Welt beschäftigen. Dieser Band repräsentiert die meisten dafür einschlägigen Disziplinen (Philosophie, Theologie, Anthropologie, Soziologie, Ökonomie, Psychologie, Neurobiologie u.a.). »Wie wird Menschsein thematisiert?« – Unter dieser Leitfrage stellen die Beiträge ein faszinierendes Spektrum von Einsichten dar, ohne die die aktuelle Diskussion um einen neuen Humanismus nicht überzeugend geführt werden kann.
Jörn Rüsen (Prof. Dr. Dr. h.c.) ist Senior Fellow am Kulturwissenschaftlichen Institut (KWI) in Essen und Emeritus für Allgemeine Geschichte und Geschichtskultur an der Universität Witten/Herdecke. Er hat im KWI das Projekt »Humanismus in der Epoche der Globalisierung – ein interkultureller Dialog über Menschheit, Kultur und Werte« geleitet.
WWW: www.kwi-humanismus.de
»Ein wichtiger Grundstein für weitere Forschungen auf diesem Gebiet.«
Helmut Reinalter, Zeitschrift für Internationale Freimaurer-Forschung, 13/26 (2011)
»Insgesamt liegt mit dem Band von Jörn Rüsen eine weitere Grundliteratur zum modernen Humanismus vor.«
Horst Groschopp, Zeitschrift für Kultur und Weltanschauung, 1/13 (2010)
Besprochen in:
www.socialnet.de, 02.12.2010, Jos Schnurer
www.lehrerbibliothek.de, 13.12.2010, Dieter Bach
SWR2/Die Buchkritik, 15.02.2011, Barbara Eisenmann
Humanismus, Wissenschaft, Menschsein, Kultur
Kulturwissenschaften, Philosophie, Geschichte
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Interview
... mit Prof. Dr. Dr. h.c. Jörn Rüsen
1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?
Weil es zu dem Thema kaum neuere Literatur gibt und weil die interdisziplinäre Konstellation (Philosophie, Anthropologie, Ethnologie, ... mehrGehirnforschung, Soziologie, Geschichtswissenschaft, Psychologie, gender studies, Sinologie) neu ist.
2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?
Die Perspektiven sind interdiziplinär, decken also weite Erkenntnisbereiche und Forschungsperspektiven ab. Diese Perspektiven umgreifen geisteswissenschaftliche, sozialwissenschaftliche und naturwissenschaftliche Denkweisen und Erkennntisse. Ferner wird das Thema ›Humanismus‹ in eine anthropologische Perspektive gerückt, in der es bislang kaum thematisiert wurde.
3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?
Es stellt die Frage nach dem Humanismus in neuer Sichtweise und bringt umgekehrt in die Debatte um die Eigenart des Menschen die Tradition des Humanismus ein.
4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?
Mit Paul Ricoeur, wenn er noch lebte.
5. Ihr Buch in einem Satz:
Menschsein, Humanität und Humanismus werde in neuen, weitgefächerten Perspektiven unterschiedlicher Wissenschaften erörtert und damit ein neues Verständnis dessen angeregt, was es heißt, ein Mensch zu sein.
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