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Angelika Bartl, Josch Hoenes, Patricia Mühr, Kea Wienand (Hg.)

Sehen – Macht – Wissen

ReSaVoir. Bilder im Spannungsfeld von Kultur, Politik und Erinnerung
2011, 216 S., kart., zahlr. Abb., 26,80 €
ISBN 978-3-8376-1467-1
Reihe Studien zur visuellen Kultur
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Kein Bild kommt aus dem Nichts oder bildet einfach ab – jedes Bild beruht immer schon auf Vor-Bildern. Als Teil kultureller und sozialer Ordnungen gestalten Bilder Macht- und Wissensstrukturen mit. Die Autorinnen und Autoren des Sammelbandes analysieren Bilderpolitiken in Bezug auf Erinnerungsprozesse, Heterosexismen und Rassismen: Wie legitimieren oder destabilisieren sie Macht? Wie überlagern und konterkarieren sich Erinnerungen in ihnen? Und wie lassen sich neue Lektüren produzieren?
Mit Beiträgen von Kerstin Brandes, Stephan Fürstenberg, Sabine Hark, Linda Hentschel, Marianne Hirsch, Kathrin Hoffmann-Curtius, Jennifer John, Nicole Mehring, Nicholas Mirzoeff, Irene Nierhaus, Barbara Paul, Griselda Pollock, Sigrid Schade und Leo Spitzer.
Angelika Bartl ist Kunst- und Medienwissenschaftlerin. Sie forscht und lehrt zu Kunst im 20. und 21. Jahrhundert, Theorie und Praxis des Dokumentarischen, Geschlechterforschung und postkolonialer Theorie.
Josch Hoenes ist Kultur- und Kunstwissenschaftler an der Hochschule für Künste Bremen. Er forscht und lehrt zu visuellen und ästhetischen Praxen queerer-trans* Kunst und Kultur, Transgender Studies, Kultur- und Medientheorie.
Patricia Mühr ist Kulturwissenschaftlerin. Sie lehrt und forscht zu Kriegsfilmen, Geschlechterforschung, Film- und Medientheorie.
Kea Wienand ist Kunstwissenschaftlerin. Sie lehrt und forscht zu Kunst im 20. und 21. Jahrhundert, Geschlechterforschung und postkolonialer Theorie.
»Sehen – Macht – Wissen eignet sich gut, um sich einen thematischen Überblick über mögliche Forschungsfelder der Visual Culture zu verschaffen.«
Petra Permesser, [rezens.tfm], 14.12.2011
Besprochen in:
GMK-Newsletter, 9 (2011)
bdk-inform (2011)
Visuelle Kultur, Geschlechterforschung, Macht, Ethnizität, Erinnerung, Judenvernichtung
Kultur-, Kunst- und Medienwissenschaften, Geschlechterforschung
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Interview
... mit Angelika Bartl, Josch Hoenes, Patricia Mühr und Kea Wienand
1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?
Niemand muss wissen, ›warum Frauen schlecht einparken‹, aber wenn Bilder des Hurrikan Kathrina alte ... mehrKolonialgeschichten an die Oberfläche spülen, die Künstler/-innengruppe CASUAL es Betrachter/-innen ermöglicht, auf einem Bett liegend ein Universum an Wortwolken {absolut invert} {tomboy} {Zami} zu betrachten oder Boltanskis und Brodskys künstlerische Arbeiten mit Schulfotografien an die Verbrechen der NS-Diktatur und der Militärjunta in Argentinien erinnern, dann entstehen Gefüge, die einen anderen Blick auf die Welt ermöglichen, zum Nachdenken und Hinterfragen anregen und Lust machen, sich einzumischen.
2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?
Die Beiträge des Buches werfen machtkritische Perspektiven auf Möglichkeitsräume und Wirkungsweisen von Bildern: Wie nehmen Bilder in unserem Leben Platz? In welcher Weise regulieren und ermöglichen sie Lebens(un)möglichkeiten? Wie affizieren und betreffen uns Bilder? Und wie lassen sich diese Affekte und Betroffenheiten wissenschaftlich und politisch denken?
3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?
Unser Band insistiert darauf, dass Bilder nicht universell lesbar sind und als ontologische bestimmt werden können, sondern dass sie Bedeutungen und Wissensformationen produzieren, die kulturell wirkmächtig sind. Die Beiträge setzen sich (selbst-)kritisch und über tradierte Disziplinengrenzen hinaus, mit den Spannungsfeldern auseinander, in denen Bilder entstehen, agieren, zirkulieren und rezipiert werden. Eröffnet werden neue Perspektiven auf unterschiedliche, aber zusammenhängende Themen, die die aktuelle Debatte über visuelle Kultur und Machtstrukturen weiter anreizen.
4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?
Horst Bredekamp, Carolyn Christov-Bakargiev, Michel Foucault.
5. Ihr Buch in einem Satz:
›Sehen‹ wird nach der Lektüre nicht mehr ›einfach so‹ möglich sein!
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