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Anna Häusler, Jan Henschen (Hg.)

Topos Tatort

Fiktionen des Realen
2011, 216 S., kart., zahlr. Abb., 26,80 €
ISBN 978-3-8376-1510-4
Reihe Kultur- und Medientheorie
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»Aber die Polizisten sind nicht nur die besseren Photographen, sondern auch die besseren Schriftsteller.«
(Uwe Nettelbeck: Fantômas. Eine Sittengeschichte des Erkennungsdienstes)
Ein Tatort ist nicht nur die räumliche Vermessung einer Straftat – er ist ein Konglomerat aus Verdachtsmomenten und materiellen Indizien. Als Projektionsfläche für Spekulationen und Imaginationen stellt er einen Idealort für Geschichten und ihre Aufzeichnungsmedien dar. Durch solche Aufladungen rückt der Tatort als kultureller Topos in den Fokus von narrativen, bildlichen und historiographischen Verfahren.
So bieten die Beiträge des Bandes je eigene Möglichkeiten eines Tatort-Begriffs an, sei es als nachträgliche Verbrechenslektüre oder vordergründige Ereigniskulisse, als semiotisches Gefüge oder topographisches Konstrukt, als Kamerablick oder Historie.
Anna Häusler (M.A.) und Jan Henschen (M.A.) sind Promotions-Stipendiaten des DFG-Graduiertenkollegs »Mediale Historiographien« (Erfurt, Weimar, Jena).
Besprochen in:
H-Soz-u-Kult, 11.10.2011, Achim Saupe
Tatort, Spur, Medien, Film, Fotografie
Kulturwissenschaft, Medienwissenschaft, Filmwissenschaft, Literaturwissenschaft, Geschichtswissenschaft
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Interview
... mit M.A. Anne Häusler und M.A. Jan Henschen
1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?
Weil es einen Aspekt des Tatort-Begriffs beleuchtet, der bisher meist ausgespart wurde: seine mediale/medialhistoriografische ... mehrVerfasstheit als kultureller Topos. Und weil konstitutive Logiken eines Tatorts erstmals versammelt aus medientheoretischer und kulturwissenschaftlicher Perspektive analysiert werden.
2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?
Es beleuchtet zwei ineinander verschränkte Aspekte des Tatorts, die in der Forschung bisher ausgespart wurden: seine kulturhistorische Genese und seine mediale Verfasstheit. Dabei werden nicht nur verschiedene ›Tatorte‹ in unterschiedlichen Medien erörtert, sondern dabei vor allem je eigene Konzepte, Begriffe und Prinzipien des Tatort-Paradigmas eröffnet.
3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?
Der zunehmende Einsatz medientechnischer Verfahren in der kriminalistischen Ermittlungsarbeit und ihre Kommunikation durch popularisierende Formen sollte zum besseren Verständnis auch von spezifisch geisteswissenschaftlicher Analyse begleitet werden.
4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?
Mit der juristischen und zugleich berufspraktischen Seite, sprich mit einem Kriminalisten, wie zum Beispiel mit Dr. Horst Herold, Präsident des Bundeskriminalamtes von 1971-1981.
5. Ihr Buch in einem Satz:
Die Beiträge beleuchten vielfältige Tatorte als mediale Konfigurationen, kulturelle Topoi, Orte der Geschichte(n), Schauplätze und Projektionsflächen.
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