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Mechthild Rumpf, Ute Gerhard, Mechtild M. Jansen (Hg.)
Facetten islamischer Welten
Geschlechterordnungen, Frauen- und Menschenrechte in der Diskussion
2003, 319 S., kart., 24,80 €
ISBN 978-3-89942-153-8
Reihe Globaler lokaler Islam
Schlagworte:Islam, politischer Islam, Geschlechterordnungen, Menschenrechte, Religionsfreiheit, Migration, Integration, Anerkennung, interkultureller Dialog Adressaten: Politik, Islamwissenschaft, Religionswissenschaft, Gender-Studies, InitiatorInnen des interkulturellen Dialogs
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Mit Blick auf die Geschlechterverhältnisse wird der Islam häufig als modernitätsfeindliches religiöses und kulturelles System verstanden und einem westlichen Emanzipationsverständnis gegenübergestellt. Die Beiträge dieses Bandes zeigen, wie unverzichtbar differenzierende und interdisziplinäre Perspektiven sind, die sich auf die Vielfalt des Islam (auch in Europa), seine unterschiedlichen religiösen Strömungen, Lebensformen und Vorstellungen von Geschlechterordnungen richten.
Diskutiert wird die Beziehung zwischen Islam, Geschlecht und Menschenrechten. Dabei kommt das Potenzial der reform-islamischen Ansätze zur Sprache, die nicht nur eine Herausforderung für die politischen Richtungen des Islam darstellen, sondern sich auch am Konzept der Gleichheit bei der Auslegung des islamischen Rechts im Hinblick auf die Geschlechterverhältnisse orientieren.
Mechthild Rumpf (Dr. phil., M.A.) arbeitet zurzeit an einem Forschungsprojekt über islamische Geschlechterordnungen. Ute Gerhard (Prof. Dr. phil.) lehrt Soziologie an der Universität Frankfurt/Main. Mechtild M. Jansen (Dipl. Päd.) ist Mitarbeiterin der Hessischen Landeszentrale für politische Bildung.
Pressestimmen
»Als Momentaufnahme islamisch-religiöser Orientierungen innerhalb sich ständig verändernder und weiterentwickelnder Biografien erheben die vorgestellten Ansätze keinen Anspruch auf eine lückenlose Beantwortung sämtlicher Fragen. Sie leisten jedoch einen ... mehr wertvollen Beitrag zum besseren Verständnis der Materie und bieten einen Einblick sowohl in den innerislamischen Diskurs über Menschen- und Frauenrechte sowie in die Lebenswelt junger Musliminnen in Deutschland.«
Katja Tupak, DAVO, 21 (2005)
»Mit den 'Facetten islamischer Welten' ist es den Herausgeberinnen gelungen, Einblicke in die Vielstimmigkeit des Islams in Europa und in der arabischen Welt zu geben und die Bedeutung der Geschlechterverhältnisse zu zeigen.«
Waltraud Meints, Feministische Studien, 23, 1/5 (2005)
»Einen völlig anderen Ansatz wählt hier der Sammelband 'Facetten islamischer Welten'. Den AutorInnen ist ein differenzierter und interdisziplinärer Ansatz ebenso wichtig wie die Herausarbeitung unterschiedlicher Ansätze in der innerislamischen Debatte. Sie diskutieren nicht nur die Situation von Frauen in unterschiedlichen islamischen Staaten, sondern auch in der islamischen Diaspora in Europa. Die Beiträge heben sich dabei angenehm sowohl von kulturrelativistischen Ansätzen als auch von einer pauschalisierenden Kulturkampfrhetorik ab.
Die Unterdrückung der Frauen ist damit keine ahistorische kulturelle oder religiöse Eigenschaft, sondern ein Politikum, das damit auch verändert werden kann.«
Thomas Schmidinger, Stimme von und für Minderheiten, (2004)
»In den Beiträgen des von Mechthild Rumpf, Ute Gerhard und Mechthild M. Jansen herausgegebenen Sammelbandes werden die widersprüchlichen Folgen von globalen Islamisierungstendenzen für Musliminnen untersucht. Dabei werden sowohl die bestimmenden Faktoren des eigenen Blicks auf 'die anderen' heraus gearbeitet als auch die Komplexität der Geschlechterordnungen in islamisch geprägten Gesellschaften und Gemeinschaften. Vor allem geht es den Autorinnen des Bandes darum, die vielfältigen Bedeutungen und Bedeutungszuweisungen des Faktors 'Islam' für das Leben und das Selbstverständnis von Frauen herauszustellen.
Insgesamt ist der Band gut lesbar und mit Blick auf Migrationsforschung auch empirisch interessant; theoretisch gehaltvoll sind dagegen die editorischen Einleitungen und Sigrid Nökels Beitrag.«
Dr. phil. Anna Würth, www.querelles.net, 14/11 (2004)
»Diese Gedanken ziehen sich durch alle Teile des Buches, das nicht zuletzt durch zahlreiche regionale und gruppenspezifische Fallstudien besticht.«
Brita Neuhold, WeiberDiwan, 4 (2004)
»Der vorliegende Sammelband konzentriert sich auf Facetten islamischer Welten – in denen das Problem drückender ist als anderswo.
Lise J. Abid, Ute Gerhard und Heiner Bielefeld kritisieren in ihren herausragenden Beiträgen die christlich-westliche Vereinnahmung der Menschenrechte und widerlegen das landläufige Gerücht, in der islamischen Tradition fänden sich keine Ansatzpunkte für die Menschenrechte. Richtig ist daran nur so viel, dass viele egalitäre Traditionen verschüttet sind. So lag die Auslegung des Korans keineswegs immer in der Hand von Männern.«
Rudolf Walther, FR, 06.07.2005
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