|
|
 |
 |
 |
 |
 |
 |
Jenny Tillmanns

Was heißt historische Verantwortung?

Historisches Unrecht und seine Folgen für die Gegenwart
Februar 2012, 354 S., kart., 29,80 €
ISBN 978-3-8376-1538-8
Reihe Zeit - Sinn - Kultur
|
 |

Bestellen |
Die Auseinandersetzung mit historischem Unrecht ist infolge des Holocaust integraler Bestandteil der politischen Kultur Deutschlands. Aber was bedeutet ein verantwortungsvoller Umgang mit dem Holocaust? Um diese Frage beantworten zu können, müssen verschiedene Dimensionen dessen, was Geschichte ist und was sie bedeutet, berücksichtigt werden. Die Perspektiven auf das historische Unrecht sind von Akteur zu Akteur verschieden.
Aus der Perspektive spezifischer Akteure – wie z.B. der Nachfahren von Opfern und Tätern sowie der Geistes- und Sozialwissenschaftler, die sich professionell mit der Vergangenheit auseinandersetzen – sowie aus einer allgemein humanen Perspektive entwirft Jenny Tillmanns ein mehrdimensionales Bild historischer Verantwortung.
Das Buch bietet eine komplexe Antwort auf die Frage, was historische Verantwortung ist und wie ihre Praxis aussehen kann.
Jenny Tillmanns (Dr. phil.), Kulturwissenschaftlerin und Philosophin, war Visiting Research Fellow am Franz Rosenzweig Research Zentrum an der Hebräischen Universität in Jerusalem und hat als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Karman Center for Advanced Studies der Universität Bern gearbeitet. Ihre Forschungsschwerpunkte sind Geschichtsphilosophie und Politische Philosophie.
Geschichte, Verantwortung, Holocaust, Erinnerungskultur, Geschichtsphilosophie
Geschichte, Philosophie, Politikwissenschaft, Kulturwissenschaft, Literaturwissenschaft, Rechtswissenschaften sowie die interessierte Öffentlichkeit
Weiterempfehlen
|
 |
Interview
... mit Jenny Tillmanns
1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?
Eine historische Verantwortung der Nachfahren für von den Vorfahren begangenes Unrecht wird vielfach konstatiert ohne in ihrer inhaltlichen Bedeutung ... mehrund praktischen Relevanz hinterfragt zu werden. Die Frage nach historischer Verantwortung ist eine universale, die sich jede Generation neu stellen muss. Dass sie zu stellen ebenso notwendig wie voraussetzungsreich ist, zeigt das Buch auf.
2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?
Das Buch zeigt anhand der unterschiedlichen Dimensionen von Geschichte eine Mehrdimensionalität von historischer Verantwortung auf, die aus verschiedenen Perspektiven auf das historische Unrecht von unterschiedlichen Akteuren im Umgang mit historischem Unrecht resultiert. Diese Perspektiven sind für sich gesehen nicht neu. Aber ausschließlich in ihrer Kombination werden sie der Komplexität historischer Verantwortung gerecht. Durch die Entschlüsselung der Mehrdimensionalität historischer Verantwortung, eröffnet das Buch einen neuen Blick auf seinen Gegenstand.
3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?
Die Frage der historischen Verantwortung betrifft auf einer Meta-Ebene sämtliche Auseinandersetzungen mit historischem Unrecht. Relevanz kommt ihr deshalb ebenso in geschichtspolitischen und bildungspolitischen Debatten zu, wie für einen konkreten pädagogischen Diskurs. Konkret bedeutet das, meine Ansätze an Orten, die der Opfer historischen Unrechts gedenken sowie an Schulen, wo jede Generation aufs Neue mit seiner Geschichte konfrontiert wird, einzubringen.
4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?
Mit Jürgen Habermas und Saul Friedländer.
5. Ihr Buch in einem Satz:
Das Buch schlägt Brücken zwischen Denktraditionen und Disziplinen. Es erweitert die geschichtsphilosophische und ethische Debatte über Verantwortung für historisches Unrecht.
Weitere Titel zu
|