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Daniel Gaxie, Nicolas Hubé, Marine de Lassalle, Jay Rowell (Hg.)

Das Europa der Europäer

Über die Wahrnehmungen eines politischen Raums (aus dem Französischen von Frank Weigand und Markus Merz)
2011, 344 S., kart., 32,80 €
ISBN 978-3-8376-1626-2
Reihe Kultur und soziale Praxis
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Wurden die Grundeinstellungen europäischer Bürger bisher fast exklusiv durch quantitative Methoden beobachtet und erklärt, so geht die in diesem Buch vorgestellte international vergleichende Studie einen anderen Weg: Das Ziel der von 2006 bis 2009 durchgeführten Erhebungen war es, genauere qualitative Untersuchungstechniken einzusetzen, um so die Komplexität und Vielfalt der Wahrnehmungen und Reaktionen der »Normalbürger« besser wiederzugeben.
Ein wichtiger Beitrag zur Vielfalt der Einstellungen zu Europa und zur Erklärung der allgemeinen Distanz der meisten Bürger in Bezug auf die EU.
Daniel Gaxie (Prof. Dr.) lehrt Politikwissenschaft an der Universität Paris 1 Panthéon-Sorbonne und ist Mitglied der Gruppe für europäische Soziologie und Politikwissenschaft der Sorbonne (CESSP-CRPS).
Nicolas Hubé (Dr.) ist Dozent für Politikwissenschaft an der Universität Paris 1 Panthéon-Sorbonne und Mitglied der Gruppe für europäische Soziologie und Politikwissenschaft der Sorbonne.
Marine de Lassalle (Dr.) ist Dozentin für Politikwissenschaft an der Universität Straßburg und Mitglied der Gruppe für europapolitische Soziologie (GSPE-PRISME).
Jay Rowell (Dr.) ist Forscher am CNRS und leitet die Gruppe für europapolitische Soziologie (GSPE-PRISME, Universität Straßburg).
WWW: CESSP
WWW: GSPE
»Eine lehrreiche und lohnende Lektüre für alle diejenigen, die bezüglich der europäischen Integration mitreden und einen Beitrag dazu leisten wollen.«
Immissionsschutz, 3 (2011)
»Gelungen.«
Björn Wagner, Portal für Politikwissenschaft, 01.09.2011
Besprochen in:
Thüringische Landeszeitung, 07.01.2012, Fritz von Klinggräff
Europa, Politische Einstellungen, Europamüdigkeit, Vertiefte Interviews
Soziologie, Politikwissenschaft, Kulturwissenschaft, Europa-Studien
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Interview

... mit Dr. Nicolas Hubé
1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?
Dieses Buch stellt die Ergebnisse eines Forschungsprojektes von 2006 bis 2009 über die Einstellungen der Bürger in vier Ländern (Frankreich, ... mehrDeutschland, Italien und Polen) zu Europa vor. Es entstand aus einer Unzufriedenheit mit der Art und Weise, wie die Einstellungen der Bürger beobachtet und erklärt werden. Das Ziel war es, genauere Untersuchungstechniken einzusetzen, um so die Komplexität und Vielfalt der Wahrnehmungen und Reaktionen der ›Normal‹-Bürger besser wiederzugeben. Es war ebenfalls ein Ziel, allzu undurchlässige Forschungstraditionen einander anzunähern.
2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?
Zuerst, eine methodologische! Diese Arbeit beruht hauptsächlich auf mehr als 600 semi-direktiven, vertieften Interviews. Dann gibt es eine feine Beschreibung: der subjektiven ›Europa‹-Wahrnehmungen der unterschiedlichen sozialen und nationalen Gruppen, auch derjenigen, deren Reaktionen in der Regel unbekannt sind; das Aufzeigen ungleicher Informationsniveaus und der allgemein geringen Vertrautheit der Bürger mit den europäischen Fragen; und schließlich die Vielfältigkeit der Art und Weise, Standpunkte zu Europa auszudrücken. Die Realität und die Grenzen der nationalen Spezifizität können nicht mit einem Satz zusammengefasst werden!
3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?
Ziel dieser Arbeit war es, eine feine Analyse der Einstellungen der verschiedenen Bevölkerungsgruppen zu liefern. Fragen, die in begrenzten politischen, medialen und intellektuellen Milieus diskutiert werden, werden oftmals der Gesamtheit der Bürger zugeschrieben (z.B. die Deutschen und der Euro). Auch werden sie nur durch quantitative Methoden (z.B. Eurobarometer) beobachtet. Die Studie zeigt, dass nur die gebildeten und/oder politisch mobilisierten Fraktionen in der Lage sind, politische Argumentationen über Europa spontan zu übernehmen oder zu äußern. Paradoxerweise bringt genau dies unsere Untersuchung in eine Gegenposition zu den gängigen Lehrmeinungen.
4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?
Gerade mit denen, die diese Umfrage bestellen und diskutieren! Es könnten die Beamte und Politiker der Europäischen Kommission sein, die die Europäer nur durch Fragenbögen sehen, aber die sie nie selbst zu Wort kommen lassen. Es könnten die Journalisten, Politiker oder Think-Tanks sein, die feste Meinungen über die Wahrnehmungen dieses politischen Raums haben, aber die nur sehr wenig davon verstehen, welches Europa die Europäer im Kopf haben ... wenn sie eins haben.
5. Ihr Buch in einem Satz:
Ein wichtiger Beitrag zur Vielfalt der Einstellungen zu Europa und zur Erklärung der allgemeinen Distanz der meisten Bürger in Bezug auf die EU.
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