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Christoph Antweiler

Mensch und Weltkultur

Für einen realistischen Kosmopolitismus im Zeitalter der Globalisierung
2010, 326 S., kart., 29,80 €
ISBN 978-3-8376-1634-7
Reihe Interkultureller Humanismus
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Die global vernetzte Welt wird kleiner und lässt uns nach kulturübergreifenden Orientierungen suchen. Politik und Religion brauchen ein Gespräch darüber, was die Einheit der Menschheit ausmacht. Wie kann eine humane Weltkultur aussehen, die Erfahrungen der europäischen Welt nicht einfach universalisiert?
Christoph Antweiler bringt die Debatte um globale Ethik erstmals mit breiten kulturvergleichenden Erkenntnissen zusammen und befragt zentrale Positionen zu Kosmopolitismus und Weltgesellschaft, etwa von Anthony Appiah und Martha Nussbaum, auf ihre Tauglichkeit für den interkulturellen Umgang.
Christoph Antweiler (Prof. Dr. phil.) lehrt Südostasienwissenschaft an der Universität Bonn. Seine theoretischen Forschungsschwerpunkte sind soziokulturelle Evolution, Kultur-Universalien und lokales Wissen. Seine regionalen Forschungsthemen sind Kognition, Migration und Ethnizität in Indonesien.
WWW: Uni Bonn
»Dass EthnologInnen umfassende Bücher zu global bedeutsamen Themen schreiben, ist eher die Ausnahme als die Regel. Dem Autor [...] ist dieses Vorhaben jedoch in beispielhafter Weise geglückt.
Antweilers Buch verdient großes Lob.«
Peter Schröder, Anthropos, 108 (2013)
»Wer mit (einigen von) Christoph Antweilers Büchern nicht ganz unbekannt ist, geht davon aus, dass ihm eine anregende und qualitativ hochstehende Lektüre bevorstehen wird – und er täuscht sich nicht.«
Hans Durrer, www.deutscher-buchmarkt.de, 01.07.2011
»In einer bestechend klaren Diktion zeigt Antweiler auf, wie notwendig es ist, gerade auch in der Behandlung [...] normativer Fragen empirisches Wissen zu berücksichtigen. Sein Buch ist ein Muss für jeden, der nach realistischen Wegen sucht, den Humanismus im Zeitalter der Globalisierung zu stärken.«
Newsletter der Giordano-Bruno-Stiftung, 16.04.2011
»Die kluge Abhandlung zum Komplex Mensch und Weltkultur von Christoph Antweiler ist kulturanthropologisch begründet und bürstet vielfache, traditionelle und festgelegte Auffassungen von einem Eine-Welt-Menschenbild gegen den Strich.
Ein inklusiver Humanismus, kosmopolitisch angewandt, kann dazu beitragen, die EINE WELT zu schaffen. Diesen Baustein bringt Antweiler in das Menschheitsprojekt einer humanen Weltkultur ein.«
Jos Schnurer, www.socialnet.de, 24.01.2011
»Eine wertvolle Lektüre.«
Wiener Zeitung, 29.03.2011
Besprochen in:
humanismus aktuell, 14/2 (2011), Gerlinde Petzold
Interkulturelle Kommunikation, Kosmopolitismus, Weltpolitik, Ethik, Kultur
Kulturwissenschaften, Soziologie, Philosophie, Ethnologie, Eine-Welt-Initiativen, Interreligiöser Dialog sowie die interessierte Öffentlichkeit
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Interview

... mit Prof. Dr. phil. Christoph Antweiler
1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?
Wenn es um die Einheit der Menschheit geht, brauchen wir mehr als gutgemeinte Ideale und pure Programmatik. Die Welt braucht ... mehrgemeinsame Orientierungen, die realistisch sind. Es fehlen Bücher, die den Humanismus auf den Boden des Alltags in den der Kulturen dieser Welt herunterholen. Ich bringe humanistische und kosmopolitische Ideen mit empirischem Wissen über die Kulturen auf unserem Globus, deren Zahl in die Tausende geht, zusammen.
2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?
Die erste neue Sicht ist die Befassung mit Fragen der Einheit der Menschheit aus der Sicht der Ethnologie als Wissenschaft, die sich vor allem mit kultureller Vielfalt befasst. Der Fokus auf kulturelle Unterschiede macht gegenüber eurozentrierter Gleichmacherei skeptisch. Die zweite neue Perspektive besteht darin, ein Weltbürgertum so zu konzipieren, dass der Eigensinn der Kulturen gewahrt bleibt. Gemeinsame Orientierungen müssen gemeinsam ausgehandelt statt aufgedrückt werden.
3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?
Mein Buch ist ein Beitrag zu aktuellen Debatten um Globalisierung, Weltgesellschaft, Kosmopolitismus und Weltethik. Kulturtheoretisch markiert das Buch eine Position, die argumentiert, dass Kultur mehr ist als ›Differenz‹. Hierfür bringe ich die Einsichten aus einem breit angelegten interkulturellen Vergleich ein, der neben Unterschieden auch Gemeinsamkeiten aufzeigt. Damit wird eine Alternative zum uferlosen Relativismus gegeben, der wissenschaftlich unhaltbar und dazu politisch gefährlich ist.
4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?
Gern würde ich gern mit Kulturpolitikern und anderen Entscheidungsträgern sprechen, die nicht schon zu wissen glauben, was gut für die Menschheit ist. Zweitens würde ich gern mit Wissenschaftlern jeglicher Disziplin streiten, vor allem mit Kultur- und Sozialwissenschaftlern. Und drittens würde ich gern die Meinung von Menschen auf der Straße hören ... und das am liebsten in der ganzen Welt.
5. Ihr Buch in einem Satz:
Das Buch zeigt, was wir über den Menschen, die Menschheit, und die Kulturen wissen müssen, wenn wir Humanismus so praktizieren wollen, dass er als Orientierung für alle Kulturen dienen kann.
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