Nichts ist heute dringlicher als die Frage nach unserem Verhältnis zur Natur und insbesondere zum Tier. Ein neues Denken ist vonnöten, das den Menschen und seine Kultur fundamental ökologisch begreift. Die aktuellen Diskurse um Tierphilosophie, Ökologie und Spiegelneuronen geben einer zeitgemäßen Kulturtheorie zu verstehen, dass das Menschsein immer schon von seiner historischen Beziehung zum Tier bestimmt war. Gerade die Kulturgeschichte des Frosches, in dem der Mensch sich selbst nicht wie im Affen narzisstisch wiederzuerkennen vermag, liest sich wie ein Spiegelbild der Geschichte der Zivilisation und ihrer gefährlichen Entfremdung von der Natur: Vom magischen Fruchtbarkeitssymbol in den frühen Kulturen wurde der Frosch im christlichen Mittelalter zum Inbegriff des Bösen und Hässlichen umgedeutet – um schließlich in der wissenschaftlich-technischen Welt als Labortier vernutzt und im ökologischen Desaster vom Aussterben bedroht zu werden. Doch auf dem Höhepunkt der Öko-Krise gibt die Kulturgeschichte des Frosches auch Anlass zur Hoffnung: Im Tierbild der Gegenwart wird der »Ökofrosch« zum Totemtier der Umweltbewegung. Ist er das Zeichen für das Aufbrechen eines neuen, eines wahrhaft ökologischen Zeitalters?
Die Kulturgeschichte des Frosches gibt uns nicht weniger zu denken als die Zukunft der Natur.
Bernd Hüppauf (Prof. Dr.) ist Emeritus für Deutsche Literatur und Literaturtheorie der New York University. Sein Forschungsschwerpunkt ist die Mentalitäts- und Kulturgeschichte der Moderne.
WWW: www.huppauf.de
»Hüppauf schreibt verständlich, und es macht einfach Spaß, das Buch zu lesen, besondere Vorkenntnisse sind nicht nötig.
[Neben] den vielen wissenschaftlichen Informationen wird zugleich Kulturwissenschaft als praktischer Ansatz für die theoretische Tierbewegung demonstriert – ohne dass es dadurch anstrengend wird. Dafür sorgen auch die vielen Abbildungen und Auszüge aus Lexika und anderen Quellen.« Tomas Cabi, Tierbefreiung, 77 (2012)
»Hüppaufs Wachheit und Sensibilität für die Fragen der Gegenwart und Zukunft machen sein Buch zu einem ernst zu nehmenden Beitrag für die aktuelle Umweltdebatte.« Newsletter der Deutschen Umweltstiftung, 4 (2012)
»Ein sehr kluges Buch, das die absurde Grenze zwischen Mensch und Tier aufweicht.« Gabriela Kompatscher, Kulturgeschichtliche Umschau, 94/1 (2012)
»[Eine] materialreiche und auf unterschiedlichen Quellen rekurrierende Darstellung.« Rudolf Drux, GERMANISTIK, 52 (2011)
»Eine mehr als überzeugende Würdigung der kulturellen Bedeutung des Frosches. Über die theoretische Grundlegung der Kulturgeschichte von Tier-Mensch-Beziehungen und ein engagiertes Votum für die Bedeutung des Frosches in ihr hinaus ist das Buch ein bedenkenswerter Entwurf für eine neue Umweltethik.« Kristian Köchy, Berichte zur Wissenschaftsgeschichte, 34 (2011)
»Ein überzeugendes Plädoyer für eine zukunftsorientierte Ethik, von Sachverstand und enormer Hingabe geleitet.
Dabei ist ein Literaturwerk entstanden, welches mit wissenschaftlich recherchiertem Inhalt besticht, sich durch Wortgewandtheit und Logik auszeichnet und seinesgleichen sucht.« Felix Albrecht, natürlich vegetarisch, 4 (2011)
»Mit Bernd Hüppauf hat der Frosch einen engagierten Fürsprecher gefunden.« Frank Kaspar, Deutschlandradio Kultur, 19.7.2011
»Eine glänzende kulturgeschichtliche Untersuchung. Es ist ein wahres Tier der Wandlungen, das der Autor in seiner profunden Monographie vorführt.« Michael Adrian, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.03.2011
»Auf der Höhe des tierphilosophischen Diskurses.« Kristina Rath, taz, 06.06.2011
»Das Werk ist anspruchsvoll zu lesen, Froschfreunde aber werden sicher Neues erfahren.« Tierwelt, 26 (2011)
Besprochen in:
scienzz magazin, 07.04.2011, Josef Tutsch
Landshuter Zeitung, 07.05.2011
Falter, 14/2011
www.ebensolch.at, 25.07.2011, S. Strohschneider-Laue
Aquaristik Fachmagazin, 220 (2011), Dr. Hans-Joachim Herrmann
Damals, 44/4 (2012)
Umweltbriefe, 9 (2012)
»Ein außergewöhnliches originelles Buch, das am Beispiel des Frosches einen faszinierenden Beitrag zur Kulturgeschichte des Tieres, der Magie, Literatur, Wissenschaft und Ökologie leistet.«
Christoph Wulf
»Der bekannte Literatur- und Kulturwissenschaftler Bernd Hüppauf legt hier eine ebenso amüsant-unterhaltsame wie klug-informierende Kulturgeschichte des Frosches vor, die vom Mittelalter bis in die Gegenwart reicht: vom verfemten Tier der Kirche bis zum emblematischen Ökofrosch der Umweltbewegung. Theologie, Magie, Literatur und Biologie sind die Felder, auf denen der Frosch anzutreffen ist – ein faszinierendes und spannendes Kaleidoskop einer bislang nur wenig erforschten tierisch-menschlichen Beziehung.«
Professor Dr. Gerhard Hirschfeld (Stuttgart)
»Vom Frosch« ist von der Deutschen Umweltstiftung und dem Jahrbuch Ökologie zum Umweltbuch des Monats April 2012 gewählt worden.
Bernd Hüppauf ist mit »Vom Frosch« von der Deutschen Umweltstiftung für die Auszeichnung "Umweltbuch des Jahres" nominiert. Wir drücken die Daumen!
Aus dem Medienecho
»Ein überzeugendes Plädoyer für eine zukunftsorientierte Ethik, von Sachverstand und enormer Hingabe geleitet.« Felix Albrecht, natürlich vegetarisch, 4 (2011)
»Eine glänzende kulturgeschichtliche Untersuchung.« Michael Adrian, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.03.2011
Interview
... mit Prof. Dr. Bernd Hüppauf
1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?
Der Frosch gehört seit der Steinzeit in die Bildwelt und Kulturgeschichte der Menschen. Noch nie ist die Geschichte dieser intensiven Beziehung ... mehrerzählt worden. Wie könnte sie besser erzählt werden als in einem Buch? Das kann bei der Länge der Geschichte nicht kurz sein, soll aber nicht lang sein, damit die Geschichten von Mensch und Frosch etwas von ihrer Kurzweiligkeit erhalten.
2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?
Der Frosch war einmal berühmt, göttliches Mischwesen in Ägypten, der Teufel im Mittelalter, in der Moderne das Hässliche und das Ekelhafte, bis ihn die Wissenschaft entdeckte und Hunderttausende sezierte. Dann geriet er in Vergessenheit. Dieses Buch holt den alten Frosch wieder ans Licht und entdeckt ein neues Tier: den Ökofrosch. Er hat der Gegenwart etwas über die Zukunft der Natur zu sagen. Die Idee einer ›Froschethik‹ steht am Ende des Buchs.
3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?
Den Naturwissenschaften, die an der Zukunft des Menschen basteln, ohne sich über die Implikationen dieser Basteleien viel Gedanken zu machen, stellt die Geschichte vom Frosch eine Zeitdimension gegenüber, die von kurzfristigen Forschungsinteressen nicht verdrängt werden sollte. Die Bilder und Ideen, aus denen der Frosch im Lauf der Jahrtausende bestand, machen einen Beitrag zum Selbstverständnis des Menschen, über das Philosophie und Kulturwissenschaften nachdenken (sollten), um im Zeitalter der Gefährdung des Lebens auf der Erde, ein neues Verhältnis zum Tier zu entwickeln. Über Jahrhunderte als eine Bedrohung verstanden, kann das Tier, das im Kampf mit der Umweltzerstörung ums Überleben ringt, zum Freund und Mitstreiter des Menschen werden.
4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?
In einer Runde mit Carl Lindner, Boss der United Fruit Company/Chiquita Brands Int., und Jean Ziegler.
5. Ihr Buch in einem Satz:
Eine Reise vom Zaubertier in ökologisches Denken, das die wichtigste Frage der Gegenwart, die Zukunft der Natur, nicht für gelöst hält und Frosch und Mensch nicht abgeschrieben hat.